Ausstellungsbesprechungen

Kwang Sung Park : »To have and to be«

Mit der Ausstellung »To have and to be« präsentiert die VONDERBANK Gallery Hamburg noch bis zum 1. September 2007 die Werke von Kwang Sung Park. Dabei erhält der Besucher einen Einblick in das umfangreiche Oeuvre eines bekannten koreanischen Künstlers.

»Haben und Sein« – so lautet nicht nur der Titel aller Ausstellungen des Künstlers, sondern auch das Motto, das den Künstler als Motiv in seinem gesamten Schaffen begleitet. Die Kunst Kwang Sung Parks deutet also recht schnell an, dass sie mehr als nur ein oberflächlicher und kurzweiliger Genuss sein will. Vielmehr dokumentiert sie die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit Philosophie, seinen östlichen Wurzeln und den auf ihn einwirkenden westlichen Einfluss.

Kwang Sung Parks künstlerischer Ansatz ist allerdings nicht einzig philosophischer, sondern gleichsam poetischer Natur. Er reduziert dabei auf das Wesentliche: Seine Farbpalette ist dominiert von Schwarz, Weiß und Grautönen. Das Schwarz als Farbe, zu der man immer zurückkehrt, wenn man alle Farben mischt, als Farbe, die für den Künstler die spürbare Anwesenheit aller Farben verdeutlicht – Schwarz ist das Haben. Und Weiß? Weiß bedeutet die Abwesenheit jeglicher Farbe, sie ist der Freiraum, der gefüllt werden darf – Weiß ist das Sein. Die grauen, in Sfumato gestalteten Übergänge evozieren weiche und fließende Formen und deuten Konturen nur an. Haben und Sein verbinden sich zu einer Grauzone, zu einem Schwebezustand, in dem sich vieles verliert und alles findet.

Kwang Sung Parks Leinwandarbeiten zeigen Format füllende Gesichter ohne individualisierte Züge, die aus dem dunklen Bildgrund partiell verschattet hervortreten. Die Gesichter tauchen auf, erscheinen fragil und transparent wie von einem Schleier verhüllt. Doch sind diese Bilder trotz ihrer Sanftheit von Intensität und Kraft durchdrungen, was primär durch die farbliche Reduktion evoziert wird.

Durch die Anonymität der Gesichter und Körper entsteht Raum für ein starkes Empfinden des eigenen Selbst. Damit sprechen die Bilder den Betrachter direkt an, denn er ist nun gefordert, die Bilder für sich selbst zu individualisieren. Zaghaft und nachdenklich macht Kwang Sung Park Andeutungen, formuliert nicht zu Ende, regt jedoch den Betrachter zu Ideen und Gedankenspielen an und unterbreitet ihm Vorschläge, ohne ihn dabei zu bevormunden.
 

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Eine sogartige Wirkung geht von den Arbeiten aus. In der Betrachtung von Kwang Sung Parks Bildern kann man versinken und sich treiben lassen – aber immer wird der Betrachter spüren, dass sich noch eine andere Wirklichkeit hinter der sichtbaren verbirgt. Indem Kwang Sung Park den menschlichen Körper in das Spiel aus Haben und Sein, aus An- und Abwesenheit einbindet, verdeutlicht er zugleich die mit der Zeit einhergehende Vergänglichkeit, die sich gerade in jenen Grauzonen artikuliert, die verschwimmen und nicht greifbar sind.

Der VONDERBANK Gallery Hamburg ist mit »To have and to be« ein wunderbarer Griff in die Schatzkiste der Gegenwartskunst gelungen! Kwang Sung Parks Kunst ergreift den Betrachter, stimmt ihn nachdenklich und regt seine Phantasie an. Es sind Werke entstanden, die entdeckt werden wollen, die sich auf den Dialog mit dem Gegenüber einlassen. Kurzum: Eine wunderbare Ausstellung, die man gesehen haben muss!

 

 

Weitere Informationen

 

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 11-19 Uhr
Samstag 12-17 Uhr

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