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Michael Lange: Wald, Robert Morat Galerie, Hamburg, bis 16. März 2013

Die Ausstellung »Wald« in der Robert Morat Galerie zeigt die Arbeiten des international erfolgreichen Fotografen Michael Lange. Diese entführen den Besucher in märchenhafte Wälder, denen das Geheimnisvolle unserer Kindheit anhaftet. Eine Ausstellungsempfehlung von Verena Paul.

Anlässlich der Veröffentlichung von Michael Langes Buch »WALD« im Verlag Hatje Cantz beschrieb Christoph Schaden sehr eindrücklich die Entstehung und Aussagekraft der Fotografien: »Über drei Jahre hinweg durchstreifte Michael Lange zu den Zeiten der Dämmerung und des Zwielichts Deutschlands Wälder. Mit sicherem Gespür hat er dort jene Rückzugsorte ausfindig gemacht, an denen sich die Imaginationen der Kindheit mit nüchternen Naturdokumenten zu eindrücklichen visuellen Prägungen verdichten.« Und genau diese entschleunigten, stillen Rückzugsorte sind aktuell in der Robert Morat Galerie in Hamburg zu sehen.

Dass Michael Lange den Wald nicht im Sonnenlicht festgehalten hat, mag auf den ersten Blick erstaunen, aber seine Erklärung ist für jeden aufmerksamen Spaziergänger absolut nachvollziehbar. »Der Wald im Sonnenlicht ist wunderschön. Es überwältigt dich, und du weißt gar nicht, wohin mit all den Eindrücken. Aber diese Intensität hat etwas sehr Lautes«, gibt der Fotograf in einem Interview mit Daniela Zinser zu bedenken und fährt fort: »Was ich gesucht habe, fand ich im Zwielicht. Die Farben gehen zurück, die Vögel verstummen, alles wird weicher. Ich war draußen, wenn niemand mehr im Wald sein will. Das Wetter ist aber nur wichtig für die Stimmungen in den Bildern.« Der Regen sei gerade deshalb wichtig für ihn, weil er das Licht breche und die Farbe herausnehme, sodass das Bild »zum Beispiel silbern, monochromer und stiller« erscheine. »Starkregen erzeugt einen feinen Nebel, der die Illusion von Raumtiefe erweckt, der aber auch den Blick begrenzt. Ich öffne die Bilder damit, es bleibt aber trotzdem ein geschlossener Raum.«

Auf diese Weise öffnet Michael Lange dem Betrachter die Pforte zu geheimnisvoll verwunschenen, märchenhaften, abenteuerlichen Räumen, zu Orten, die ihn auf der Zeitachse in die Kindheit purzeln lassen, wobei kindliches Staunen von Neuem erfahrbar wird. Insofern sollten Sie die von der Robert Morat Galerie gezeigte Ausstellung »Michael Lange: Wald« bei Ihrem Streifzug durch Hamburgs Altstadt unbedingt einplanen!