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Michelangelo-Bronzen entdeckt?

Cambridge ist in Aufruhr: Britische Forscher haben vielleicht die einzigen erhaltenen Bronzen des Renaissance-Künstlers entdeckt.

Bisher standen die beiden bronzenen Reiter im Cambridger Fitzwilliam Museum – vollkommen unbeachtet. Nun wollen Forscher die beiden Skulpturen erneut untersuchen und beweisen, dass sie von dem legendären Renaissance-Künstler geschaffen wurden.

Wie die Zeitung »The Economist« nun berichtet, ist Paul Joannides, emeritierter Professor für Kunstgeschichte an der renommierten Cambridger Universität, auf neue Hinweise gestoßen, dass doch Michelangelo der Urheber der beiden einen Meter hohen Skulpturen sein könnten. Grundlage seiner Annahme ist die Zeichnung eines Michelangelo-Schülers, die ebenfalls das Bacchus-Motiv der beiden Skulpturen darstellt. Joannides und Victoria Avery, die Leiterin der Abteilung für Angewandte Kunst am Fitzwilliam Museum, forschten nach und entdeckten Hinweise für ihre Annahme.

Die Diskussion, die diese Nachricht entfacht hat, ist derweil nicht neu: Bereits im 19. Jahrhundert hatte man sie Michelangelo zugeordnet, diese These dann aber verworfen und sie dem Niederländer Willem Danielsz van Tetrode zugeordnet. Wenn sich die These Joannides' bestätigt wäre dies eine kleine Sensation, denn damit wären die beiden Bacchanten die einzigen erhaltenen Bronzen des Künstlers. Jedoch: Eine genaue Prüfung der neuen Zuschreibung steht noch aus.