Ausstellungsbesprechungen

Myriam Quiel – Wohnzimmerkrieg

Der diesjährigen Preisträgerin des Förderpreises der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, Myriam Quiel, widmet sich in der Galerie Dörrie * Priess in Berlin eine Ausstellung mit ihren jüngsten Arbeiten.

In der ersten Einzelausstellung der Künstlerin werden Bilder vorgestellt, die starke Bezüge zum Spielerischen, das heißt Bühne und Medien als Mittel der Inspiration, erkennen lassen. So finden sich in den häufig stilllebenartig angelegten Szenerien immer wieder allerlei Masken, Spielzeuge, Umhüllungen und dergleichen. Verlassene und aufgegebene Dinge und Räume sind ihr Thema. Für die Künstlerin birgt dieser Fundus – wie die für die Ausstellung ausgewählten Bilder deutlich machen – eine Vielzahl an Bildfindungen, die gesellschafts- und konsumkritische Reflexionen zulassen und evozieren. Die oft beklemmend spürbare direkte Abwesenheit des Subjekts in Quiels Bildern verleiht den Gegenständen dabei eine melancholisch gestimmte Leblosigkeit. Was allerdings in keinster Weise bedeutet, dass ihnen Ausdrucksstärke fehlt. Ganz im Gegenteil, ihr gelingt es, in der Verbindung mit einer ihr eigenen expressiven Formulierung und Ausdrucksweise durchaus eigene substantielle, lebenskräftige Positionen zu finden, auch innerhalb der zeitgenössischen gegenständlichen Malerei.

Die theaternahen Sujets mögen unter anderem auch von dem Werdegang der Malerin herrühren, die als Assistentin im Bereich Kostüm und Bühnenbild ihre Laufbahn begann. Auch ihr Studium in Berlin war zunächst den Disziplinen Theaterwissenschaften und Kunstgeschichte vorbehalten, bis sie an die Dresdener Hochschule für Bildende Künste wechselte, wo sie Freie Kunst studierte. Inzwischen lebt und arbeitet Quiel in Berlin.

 

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Öffnungszeiten
Mittwoch – Freitag 14.30–18.30 Uhr
Samstag 12–16 Uhr und nach Vereinbarung