Meldungen zum Kunstgeschehen

Protest gegen Umzug der Berliner Gemäldegalerie

Nach den Plänen der Staatlichen Museen zu Berlin soll die Gemäldesammlung am Kulturforum in der Nähe des Potsdamer Platzes für die Sammlung Pietzsch weichen. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker bezeichnete diese Pläne als unverantwortlich.

Mit dem Umzug der Alten Meister in das viel zu kleine Bode-Museum auf der Museumsinsel drohen große Werke der Malerei - darunter Bilder von Rembrandt, Caravaggio oder Cranach - auf absehbare Zeit aus der Öffentlichkeit zu verschwinden. Die Zusammenlegung mit der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst würde der Sammlung ihr Alleinstellungsmerkmal rauben, nämlich mehr als ein halbes Jahrtausend europäischer Malereigeschichte in enzyklopädisch umfassender Weise zur Anschauung zu bringen, so der Verband Deutscher Kunsthistoriker in einem offenen Brief an Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU).

Weiterhin sei das vom Direktor der Gemäldegalerie Bernd Lindemann zitierte Museumskonzept von Wilhelm von Bode, das die Zusammenführung von Gemälden und Skulpturen vorsieht, nur ein dürftiges Argument für das Zusammenstopfen zweier Sammlungen von Weltrang. Es besteht die Gefahr, dass die Skulptur in diesem Zusammenhang zur reinen Dekoration verkommt. Zudem steht noch aus, ob und bis wann der notwendige Galerieneubau auf dem Kasernengelände am Kupfergraben auf der Museumsinsel verwirklicht wird. Denn dorthin soll die Gemälegalerie nach dem Intermezzo im Bode-Museum ziehen.

Der Verband Deutscher Kunsthistoriker hält es für unverantwortlich, wenn mit dem Hinweis auf die Schenkungsbedingungen einer Privatsammlung Druck auf intakte Museen ausgeübt wird. Hintergrund der Debatte ist die Schenkung des Sammlerehepaar Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin. Bedingung ist, dass die Sammlung mit Werken surrealistischer Kunst dauerhaft gezeigt wird. Laut Planungen der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz soll die Sammlung Pietzsch ihren festen Ort am Kulturforum finden, dort, wo sich die Gemäldegalerie befindet.

Mit ihrer Unterschrift können Sie sich dem Protest des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker, anschließen. Hier gelangen Sie zum offenen Brief.

Sie können diesen Protest weiter wirksam unterstützen, indem sie sich auch einer von Prof. Dr. Jeffrey Hamburger initiierten Petition an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz anschließen.