Ausstellungsbesprechungen

Reisen mit William Turner – Das Liber Studiorum

Man kennt ihn ganz anders: Den Impressionismus vorwegnehmend, schuf Joseph Mallord William Turner (1775–1851) Farblandschaften, die einem den Atem stocken lassen, unerreicht bis heute (in der Eindringlichkeit vielleicht von ganz wenigen Farbfeldmalern sekundiert). Obwohl seine Reisebilder und Skizzen gerade in Deutschland schon vielfach gezeigt wurden, blieb Turner als akribischer Beobachter seiner Umgebung immer im Schatten seiner selbst.

Die neue Galerie Stihl in Waiblingen hat sich diesen Turner für ihre Eröffnungsausstellung vorgenommen und sich, wie den Besuchern ein schönes Geschenk gemacht. Die Schau konzentriert sich auf das so genannte »Liber Studiorum«, eine Sammlung von 71 Blättern, die als eine Art Anleitung zum Gestalten von Landschaftsmotiven vertrieben wurde – sofern Turner sich überhaupt von den Mezzotinto-Drucken lösen konnte.

Es passt ins Konzept dieses in der Stille wirkenden Hauses, dass die Ausstellungsmacher kein langes Geschrei um die Arbeiten machen, sondern sie vielmehr selbst sprechen lassen. Manche von ihnen sind sogar erstmals in Deutschland zu sehen, was Grund genug ist, einen Abstecher in die Außenregionen von Stuttgart zu machen. Was erwartet den Besucher konkret? Der Künstler stellte mit diesen Blättern eine neue Landschaftsauffassung vor, die die tatsächliche Topografie – in England und Schottland, Frankreich und der Schweiz – mit berücksichtigte.

Die Ausstellung in der Galerie Stihl Waiblingen wird mit Leihgaben der Bury Art Gallery, der Tate Britain London, der Whitworth Art Gallery Manchester und dem Sir John Soane’s Museum London unterstützt.

 

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Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag von 11 Uhr bis 19 Uhr
Donnerstag von 11 Uhr bis 20 Uhr