Kunstbücher für junge Leser

Schymiczek, Regina E. G. und Schulmeyer, Heribert: Das Geheimnis von St. Cäcilien, Köln 2004.

Mit Erwachsenen ins Museum zu gehen, begeistert nicht unbedingt alle Kinder – besonders, wenn der begleitende Elternteil »Fachmann« ist und eine Kollegin trifft.

Tristan und Constanze erfahren dies am eigenen Leib. Während das Mädchen begierig Kunstwerke studiert, zieht Tristan sich zum Schmökern in eine ruhige Ecke zurück.

Von den fachsimpelnden Eltern so gut wie vergessen, verpassen die Kinder die Schließzeit des Museums. Im Dunkeln lernen sie das Haus von einer unbekannten Seite kennen. Eine sprechende Maus, ein Geist mit Rätselspruch und ein außerordentlicher Schatz bieten überraschende Abwechslung. Das Museum Schnütgen, Ort des Geschehens, eignet sich wegen der Vorgeschichte als ehemalige Kirche mit mittelalterlicher Atmosphäre hervorragend für eine Geister-Schatz-Geschichte. Die Örtlichkeiten sind der Autorin Regina E. G. Schymiczek wohlbekannt, da sie ihr wissenschaftliches Volontariat in dem Gebäude absolviert hat.

Schmunzeln kommt auf, wenn sich Alexander der Dreimillionenfünfhundertachtundsechzigtausendste, eine waschechte schwarze Kirchenmaus, auftaucht. Und als der Geist einer Stiftsdame die Bühne betritt, wird es sogar ein bisschen gruselig. Details, wie kurze Merksprüche zu Heiligenviten, helfen bei der Lösung des Rätsels und sind informativ. Um den Schatz zu finden, bedarf es nicht nur dem Wissen von Constanze, sondern auch einer gehörigen Portion Mut.

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Die Illustrationen des Kölner Künstlers Heribert Schulmeyer sind gewohnt gut. Besonders bezaubert haben mich die stimmungsvollen Aquarelle, die das Museum selbst zeigen. Humorvoll inszeniert Schulmeyer etwa die Maus im Betgestus neben einer entsprechenden Skulptur mit vergleichbarer Haltung. Noch schöner wären die Bilder jedoch, wenn sie zumindest partiell farbig gedruckt geworden wären, auch wenn dadurch der Preis des ansonsten gut ausgestatteten Kinderbuches höher wäre.

Die Geschichte ist spannend, jedoch an unglaublichen Elementen leicht überladen. Mir hätten Maus und Schatz gereicht. Dennoch wird ein unkomplizierter Zugang zu Museen geboten, der den jungen Lesern sicherlich Lust macht, selbst vor Ort auf Entdeckungsreise zu gehen. Gleichzeitig helfen die Informationen, die nebenbei geboten werden, die Kunstwerke im Ansatz zu verstehen. Ein insgesamt gelungenes Projekt für Leser ab 8 Jahren.