Ausstellungsbesprechungen

Skulpturen aus Sandstein. Objekte des Bildhauers Werner Bärmann im HergesSchauWerk in Saarbrücken

Im Rahmen der Serie „Kunsthandwerk trifft Handwerkskunst“ bietet die Herges Schuhmanufaktur in Kooperation mit der Galerie KilperBeer Künstlern aus verschiedensten Sparten eine Plattform, um ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Bis 10. Dezember 2009 zeigt der saarländische Bildhauer Werner Bärmann nun in den lichtdurchfluteten Räumen seine Sandsteinskulpturen, die formeinfühlend, ästhetisch und mit einer dem Material widersprechenden, unglaublichen Leichtigkeit in Erscheinung treten.

Der 1947 in Contwig geborene Werner Bärmann beschäftigt sich seit 1985 intensiv mit der Bildhauerei. Neben seiner Teilnahme an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Luxemburg und der Provence, schuf er eine Vielzahl an Auftragsarbeiten.

Warum er gerade in Sandstein arbeitet? Es ist die farbliche und strukturelle Vielfalt, die ihn an diesem Gestein fasziniert und infolgedessen sein bevorzugtes Material darstellt. Bärmann sucht in seinen Arbeiten das ursprüngliche Wesen der Dinge in klaren, figurativ-gegenständlichen und – in den neueren Skulpturen – in abstrakten Formen zu erfassen. „Das Wesentliche der Dinge will ich in eine klare Form fassen, ohne die Natur zu kopieren. Weggelassene Details können auf einem kurzen Weg zwischen Abstraktion und Figur durch Phantasie ergänzt werden“, so der Bildhauer. Dabei bildet der Mensch in seinen sozialen Bezügen und seiner emotionalen Vielschichtigkeit für Bärmann einen Themenschwerpunkt. Dieses menschliche Verwobensein artikuliert sich in den Skulpturen in der Formensprache, der Dimension und Proportion sowie der Struktur und Farbe des Arbeitsmaterials. Durch den versierten Umgang mit dem Sedimentgestein, den kreativen Akt und die Reduktion auf das Wesentliche entstehen sowohl menschliche Figuren, die sich mal mehr, mal weniger an die Formvorgaben der Natur halten, als auch Stelen, Brunnen und Leuchten in geometrischem Gewand.

Jedes der skulpturalen Werke hat einen individuellen Charakter, der durch Farbnuancen und materielle Textur des Sandsteins unterstrichen wird. Werner Bärmann lässt sich vom Material inspirieren und leiten, greift die Maserungen, die uralten Schichtungen und Einlagerungen im Gestein auf, was den klaren Formen der Skulpturen dann ihren zusätzlichen Charme verleiht. Auf diese Weise werden wir bei den Objekten in den Dialog zwischen den Ursprüngen des rohen Steins und dem heraus gemeißelten Wesen der Figur intensiv einbezogen.

Ist die Oberflächenstruktur einerseits aufgeraut, bremst fließende Bewegungen ab, kann sie andererseits glatt wie Marmor sein, der das Licht- und Schattenspiel spannend aufgreift, so dass die Figuren in ihren Formen lebendig anmuten und eine atemberaubende Sogwirkung entsteht. So treffen wir auf eng umschlungene Liebespaare, Charakterköpfe und „Wächter“ oder die Eule, die nicht nur Vogel der Finsternis und des Todes ist, sondern auch Symbol der Weisheit und uns dergestalt als erhabenes, edles Tier in Bärmanns Skulpturen entgegenblickt.

Fazit: Eine bemerkenswerte Präsentation, die mit subtil sinnlichen, formeinfühlenden, phantasievollen, verspielten wie ernsten Arbeiten überzeugt!

Öffnungszeiten

Mo-Fr 14-18 Uhr

Sa 10-13 Uhr

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