Tagungen

Symposium: Gestalt der Bewegung, am 7. Dezember in Stuttgart

Das interdisziplinäre Symposium wird der Gestalt von Bewegung und der Bedeutung von Bewegung auf die Gestaltung aus unterschiedlichen Perspektiven nachgehen.

Bewegung ist elementar und flüchtig zugleich, sie ist grundlegende Vorraussetzung für das Überleben und für unsere Kultur. Bewegung ist die funktionale Basis der Entdeckung, Vermessung und Erschließung unserer Lebenswelt. Bewegung zu erklären und zu berechnen sind zentrale Fragestellungen unserer Kultur, der eine Geschichte der Dynamik und Beschleunigung zugrunde liegt und die zudem die Gestaltung von Bewegung in unterschiedlichsten Bereichen zu verantworten hat.

Namhafte Referenten aus unterschiedlichen Disziplinen (der darstellenden und bildenden Kunst, Architektur, Design, Soziologie, Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaft) werden zur Bedeutung und Darstellung von Bewegung in Kunst, Architektur und Design historische Entwicklungen illustrieren, grenzüberschreitende Zusammenhänge verdeutlichen und aktuelle Tendenzen diskutieren.

Programm

09.30 Uhr
Begrüßung der Direktorin der Akademie Petra von Olschowski
Prof. Annett Zinsmeister (Leitung des Weissenhofinstituts, ABK): Gestalt der Bewegung - Eine Einführung

10.00 Uhr
Prof. Dr.Ing. habil. Dr. phil. Margitta Buchert (Institut für Geschichte und Theorie der Architektur, Leibniz Universitaet Hannover): Mobile und Stabile

Wie wird Bewegung als eine spezifische Form von Präsenzerfahrung in gestalterischen Artikulationen in der Architektur und den Künsten thematisiert und wahrnehmbar? Welche Eigenschaften von Bewegungsphänomenen können unterschieden werden? Relationen von Wahrnehmungsformen, gestalterischer Handlung und kulturellen Kontexten werden exemplarisch skizziert und in Bezug auf ihre zeitgenössische Relevanz reflektiert.

10.45 - 11.30 Uhr
Dr. Söke Dinkla (Kuratorin, Leitung Kulturhauptstadtbüro Ruhr 2010): Der mobilisierte Betrachter

Vom "Dynamismo" des Futurismus über die Beschleunigung des Blicks in der Kinetischen Kunst bis zur Immaterialisierung in der digitalen Kunst die Kunst des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts setzt den Betrachter in Bewegung voraus. Aufbauend auf den historischen Vorläufern stellt Söke Dinkla anhand vielfältiger Beispiele die zeitliche Dimension der aktuellen Kunst im öffentlichen Raum zur Diskussion. Der Betrachter im Transit hat deutliche Spuren in der Werkkonzeption der aktuellen Kunst hinterlassen.

11.30 Uhr Kaffeepause

11.45 - 12.30 Uhr
Dr. Scott de Lahunta (Choreograph, Autor und Leiter des Forschungsprojekt "Motion Bank" von William Forsythe): Choreographic Objects: traces and artifacts of physical intelligence (Vortrag in englischer Sprache)

In addition to live performances for an audience, the choreographers have begun to explore the potential of interactive digital media and related technologies to document, represent, transmit and disseminate aspects of their artistic practice. This talk will focus on varieties of informationrich resources they have created (including online interactive scores, digital dance archives, choreographic software agents and realtimetraining simulations).

12.30 - 13.30 Uhr Mittagspause

13.30 - 14.15 Uhr
Prof. Dr. Inge Baxmann (Institut für Theaterwissenschaft, Universitaet Leipzig):
Bewegungsform und Lebensform. Moderne Arbeitswissenschaft und die Rhythmisierung des Lebens

Die moderne Arbeitswissenschaft und ihr Ideal der Bewegungsökonomie basierte auf der Notation von Bewegung, die von Arbeitern inkorporiert werden sollten. Man wollte mentale Dispositionen und Verhaltensstile einüben, da diese neuen Körpertechniken des Wissens nicht nur die Veränderung der Arbeitspraktiken, sondern der gesamten Lebensformen umfassten

14.15 - 15.00 Uhr
Prof. Dr. Claus Pias (Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien, Leuphana Universitaet Lüneburg): Taste, Trackpad, Trägheitssensor

Der Vortrag beschäftigt sich mit Bewegungsformen an Interfaces. Dabei geht es weniger um die Experimente der Medienkunst als um alltägliche Anwendungen, bei denen einfache Auslösevorgänge zunehmende durch komplexere Bewegungen ersetzt werden.

15.00 Uhr Kaffeepause

15.15 - 16.00 Uhr
Prof. Christophe Girot (Institut für Landschaftsarchitektur, ETH Zürich): Landschaft in Bewegung

Aktuell entsteht eine neue Hermeneutik der Landschaft durch neue Darstellungstechniken die unsere Wahrnehmung und unser Ortsverständnis verändern. Beispiele großmaßstäblicher Infrastruktur Projekte in den Alpen mit massiven Geländetransformationen zeigen die Ironie, dass Naturformen, die sich durch solche Projekte profilieren, in ihre Gestalt zunehmend Technologie abhängig werden.

16.00 - 16.45 Uhr
Prof. Michael Schumacher (Institut für Entwerfen und Konstruieren, Leibniz Universität Hannover): Die Poesie der Bewegung in der Architektur

Die Poesie einer Bewegung ist kein automatisches Nebenprodukt ihrer funktionalen oder wirtschaftlichen Optimierung. Schöne Bewegungen erhöhen deutlich den Nutzwert von Gegenständen. Sie bilden einen Teil unserer kulturellen Identität.

16.45 Uhr Kaffeepause

17.00 – 17.45 Uhr
Prof. Dr. Stefan Carsten (Institut für Transportation Design, HBK Braunschweig):
Wie werden wir uns morgen bewegen? Mobilität zwischen Stau und Befreiung.

Die mobile Gesellschaft der Gegenwart ist eine automobile Gesellschaft. Die mobile Gesellschaft der Zukunft bewegt sich dagegen situativoptimal im Raum. Dabei stelltsich unter anderem die Frage, welche Rolle z.B. das Auto in Zukunft noch spielen wird.

17.45 - 19.00 Uhr Abschlussdiskussion

19.00 Uhr
Bookrelease der ersten Ausgabe der Weißenhof Edition: Update! 90 Jahre Bauhaus - und nun? Hg. Annett Zinsmeister, Jovis verlag Berlin 2010