Tagungen

Symposium " Aus Ferne und Nähe: Verschränkungen von Kunst und Kino um 1970" am 3. September 2010 in Köln

Das Symposium führt Kunst- und Filmhistoriker, Filmemacher und Künstler zusammen, um gemeinsam zu diskutieren, in wieweit sich die Aktionsfelder von Filmemachern und Künstlern um 1970 parallel oder jeweils eigenständig entwickelten, und wo sie sich in ihren Debatten und deren Kommunikationsmedien überschnitten.

Mit den neuen technischen Möglichkeiten der Videoprojektion ab Mitte der 1980er Jahre sowie mit einer Verschiebung des Interesses vom Video als Aufzeichnungsgerät von unmittelbarem Geschehen in Aktionen hin zu inszenierten oder vorgefundenen bewegten Bildern hat sich heute der Begriff der kinematografischen Installation durchgesetzt. In diesem Zusammenhang wurde in den letzten zehn Jahren vielfach das Verhältnis von Kunst und Kino beleuchtet. Das Symposium widmet sich nun der Zeit um 1960 bis 1975, als sich bereits schon einmal die Felder von Kunst und Kino auf besondere Weise berührten. Die Überschneidungen der Felder von Film und Kunst (insbesondere Video) sind in dieser Zeit in zweierlei Hinsicht zu beobachten: Zum einen führte der Film über das Expanded Cinema zur Aktion; zugleich wurde auch in der bildenden Kunst das Interesse für die zeitbasierten Medien Film und Video durch konzeptuelle und intermediär ausgerichtete Arbeiten geweckt. Zum anderen beeinflusste die Medienreflexivität des strukturellen Films Anfang der 1960er Jahre, Film als Material und die Wahrnehmungsbedingungen der kinematografischen Apparatur zu untersuchen, auch den Umgang mit dem neuen Medium Video, das gleichfalls nach seinen medienspezifischen Bedingungen befragt wurde. Der Experimentalfilm - so scheint es - konnte hingegen in diesen Gravitationsfeldern von Kunst und Kino bis heute keine eigene diskursive Kraft entfalten.

Mit Kunst- und Filmhistorikern, Filmemachern, Künstlern und Kuratoren soll ausgelotet werden, In wieweit sich die Aktionsfelder von Filmemachern und Künstlern parallel und jeweils eigenständig entwickelten, wo sie sich in ihren Diskursen und deren Kommunikationsmedien überschnitten. Leitfragen sind: Welche Rolle spielt Autorschaft? Wie wird Material/ bzw. Medienspezifik hinsichtlich Film/Video diskutiert? In welcher Form werden bei Film/Video Raum, Performance, Aktion, Partizipation der Besucher thematisiert? Wie wird das Verhältnis von Filmemachern zu Kino und von Künstlern bei der Verwendung von Video zum Fernsehen als Dispositiven gesehen? Wie wird die Distribution über Galerien und Filmkooperativen, wie wird die Rezeption über Projekträume und Ausstellungen, Filmfestivals und Kinos beurteilt?

Programm

13 Uhr
Begrüßung/ Opening: Kasper König (Museum Ludwig)
Einführung/ Introduction: Ursula Frohne (Universität Köln)

13.15-14.15 Uhr
Jonathan Walley (Denison University, Granville, USA): Identity Crisis: Experimental Film and Artistic Expansion in the 1960s and 70s

14.15-15.15 Uhr
Duncan White (The International Centre for Fine Art Research (ICFAR) at the University of the Arts London): Art, Film and Video in the UK 1970-79: Divisions/ Re-Visions

15.15-15.45 Uhr
Kaffeepause/ tea break

15.45-16.45 Uhr

Malcolm Le Grice (London): On Performance, Material and Space

17-18.30 Uhr
Diskussion: Wo ist er denn hin, der Film?
Wulf Herzogenrath (Kunsthalle Bremen), Birgit Hein (Berlin), Lutz Mommartz (Düsseldorf), Barbara Engelbach (Museum Ludwig, Köln)

18.30- 19 Uhr

Kaffeepause/ tea break

19- 20 Uhr

Liz Kotz (Department of Art History, University of California, Riverside, USA): Theorizing Early Video Between Film and Art