Meldungen zum Reisen

Tag des offenen Denkmals 2013 in Sachsen

Als Quasi-Flächendenkmal für die Architektur des Sozialismus bietet Chemnitz allen Interessierten am 8. September ein lohnendes Ausflugsziel. Auf Rundgängen und anhand von Einzelobjekten können Besucher die ehemalige Karl-Marx-Stadt erkunden.

Ausflugstipps

  • Bautzen

Gedenkstätte, Weigangstraße 8a
1906 als Landgericht mit Untersuchungshaftanstalt Bautzen II eröffnet. Nutzung 1933-45 als Gefängnis unter den Nationalsozialisten. 1945-50 vom sowjetischen Geheimdienst und 1956-89 als Sonderhaftanstalt für politische Gefangene des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR genutzt. Heute Gedenkstätte Bautzen.

Am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 17 Uhr geöffnet.Führungen stündlich durch Mitarbeiter der Gedenkstätte. Führungen durch die Ausstellungen, Zeitzeugenführungen, Dokumentarfilm-Vorführungen.

  • Chemnitz-Bernsdorf

Städtischer Friedhof mit Ehrenhain der Sozialisten, Wartburgstraße 47
Früher Exerzierplatz, 1874 mit einer Fläche von ca. 96.000 qm seiner Bestimmung übergeben. 1872/73 Feier- und Leichenhalle erbaut, 1874 eingeweiht. Durch den 1885 gegründeten Verein für Feuerbestattung wurde das Gelände des heutigen Urnenhains entwickelt und 1905/06 das Krematorium erbaut. Es war das erste in Sachsen. Zahlreiche bedeutende Grabmale prominenter Familien der Chemnitzer Stadtgeschichte. 1982 Weihe des Ehrenhains der Sozialisten. Ehrung anti-faschistischer Widerstandskämpfer aus Chemnitz und den umliegenden Kreisen.

Führung 11 Uhr durch Mitglieder des Vereins der Gästeführer Chemnitz e.V.
Treff: Friedhofseingang Wartburgstraße
Kontakt: Frau Linke, Verein der Gästeführer Chemnitz, Tel.: 0371/6761545, E-Mail: info@c-entdecken.de

  • Chemitz-Ebersdorf

Kriegsgefangenengräber, Stiftsfriedhof Ebersdorf, Lichtenauer Straße
Während des I. Weltkriegs befand sich auf der Ebersdorfer Flur ein großes Kriegsgefangenenlager mit vielen tausenden Gefangenen. Da die Lagerbedingungen sehr schlecht waren, starben innerhalb kürzester Zeit 703 Gefangene unterschiedlicher Nationalität an Epidemien. 19 Grabsteine mit den Namen und den Lebensdaten der
Gefangenen und ein eindrucksvolles Denkmal erinnern an das furchtbare Geschehen.

Führung 11 Uhr durch Cathrin Fuchs
Treff: Friedhofseingang Lichtenauer Straße
Kontakt: Cathrin Fuchs, Untere Denkmalschutzbehörde Chemnitz, Tel.:0371/4887427, E-Mail: cathrin.fuchs@stadt-chemnitz.de

  • Chemnitz-Kaßberg

Ehemaliges Gefängnis und Justizvollzugsanstalt, Hohe Straße 21
Erster gründerzeitlicher Gefängnisbau hinter dem Landesgericht zwischen Hoher Str. und Kaßbergstr. auf kreuzförmigen Grundriss mit Fassaden in schlichten Formen der Neurenaissance, um 1880-85 erbaut. Nach 1949 mit Erweiterungsbauten versehen. Sog. Untersuchungs-, Stasi- und Abschiebehaft als zentraler Sammelpunkt für von der BRD freigekauften politischen Gefangenen in der DDR. Umbauten um 1970 und in den 1980er Jahren. Gesonderter Häftlingstrakt mit Mauerbegrenzung und Innenhof. Nach 1990 als JVA genutzt, vor einigen Jahren aufgegeben.

Am Tag des offenen Denkmals von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen stündlich durch Mitglieder des Vereins Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V.
Kontakt: Kerstin Schiefner, Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V., E-Mail: kerstin-schiefner@t-online.de

  • Chemnitz-Siegmar

Verwaltungsbauten der SDAG Wismut, Jagdschänkenstraße 50
Gründung der Sowjetischen Aktiengesellschaft SAG Wismut zur Sondierung der Uranvorkommen in der sowjetischen Besatzungszone, v. a. im Westerzgebirge. Nach Gründung der DDR 1949 zur SDAG Wismut erweitert. Uranabbau prägte in der Ära des sog. Kalten Kriegs 45 Jahre lang das Erzgebirge und hinterließ eine strahlenbelastete und durch landschaftlichen Raubbau veränderte Landschaft. Hauptsitz der Wismut-Verwaltung, zwei sich gegenüberliegende Gebäuden in neuklassizistisch-stalinistischen Architekturformen, erbaut 1950-52. Heute als Sitz der Wismut-GmbH und als Bundesknappschaft genutzt.

Führung 14 Uhr durch Karin Hartung, Denkmalschutzbehörde.
Treff: Vor dem Gebäude der Bundesknappschaft

  • Chemnitz-Zentrum

Rundgang Innenstadtbebauung
Die nach den Zerstörungen des II. Weltkriegs neu gestaltete Innenstadt liegt außerhalb des ehemaligen mittelalterlichen Stadtkerns. Sie umfasst den zentralen Platz mit Karl-Marx-Monument und dem Komplex der Stadthalle sowie die Bauten an der
Brückenstraße und der Straße der Nationen. Im Rahmen des sozialistischen Aufbaus des Stadtzentrums wurde auf das historische, kleinräumige Ringsystem verzichtet und neue, breite Straßenzüge wurden geschaffen. Mit Bettina Schülke und Thomas Morgenstern von der Denkmalschutzbehörde.

Treff: Karl-Marx-Denkmal, Brückenstraße um jeweils 11.30 und 14.30 Uhr. Dauer des Rundgangs: ca. 2 Stunden

  • Dresden-Pieschen

Ehemalige Goehle Werke, Riesaer Straße 32
Errichtet 1938 als Rüstungsbetrieb der ZEISS Ikon AG. Vor 1943 leisteten dort 300 Juden Zwangsarbeit bis zu ihrer Deportation. 1944/45 Außenlager des KZ Flossenbürg. Nach 1945 Druckerei des VEB Völkerfreundschaft.

Am Tag des offenen Denkmals von 10 bis 19 Uhr geöffnet.