Meldungen zum Kunstgeschehen

Tag des Offenen Denkmals 2017 in der Schweiz

Nach »Macht und Pracht« fragen auch die Schweizer Denkmäler. Hier kann man nicht nur Villen und Schlösser erkunden, es warten auch Blicke in die Macht der eisenzeitlichen Fürsten und auf die repräsentative Wirkung von Eisenbahnbrücken auf alle Neugierigen.

  • Basel

8 bis 12.30 und 13.30 bis 17 Uhr
Gratisfahrten mit historischen Tramkompositionen
Haltestellen: Schifflände – St. Johanns-Tor – Voltaplatz – Bahnhof St. Johann und zurück, ca. alle 20 Min., Ein- und Ausstieg an allen Haltestellen möglich
Bereits 1900 war das Tram im St. Johann international: Man konnte bis ins damalige St. Ludwig fahren, einige Jahre später dann bis Hüningen. Diese Zeiten sind längst vorbei und heute prägen gelbe Tangos die Strecke zur Landesgrenze. Am Denkmaltag werden sie durch historische Trams ergänzt, die zwischen Schifflände und Bahnhof St. Johann pendeln.
Homepage: www.tramclub-basel.ch

  • Erstfeld / Göschenen

Am 9.9. und 10.9. jeweils 13.30 und 17 Uhr
Führung: Eisenbahnbrücken – Machtvolle Zeichen der Innovation
Treffpunkt: bei der Bushaltestelle Bahnhof Erstfeld
Die 1882 eröffnete Gotthardbahn stellte einen massiven Eingriff in die Landschaft wie auch in die verkehrstechnische Situation des Kantons Uri ein. Bei der Konstruktion fanden die damals neuesten bautechnischen Verfahren und Methoden Anwendung. Die ursprünglich erstellten Stahlgitterbrücken - wovon nur noch eine bei Göschenen besteht - wurden im Laufe der Zeit durch Nachfolgebauten aus Beton und Naturstein oder in Verbundkonstruktionen ersetzt. Die heute sichtbaren Brückengenerationen und -typen entlang der Gotthardstrecke lassen das, sich in der Zeit wandelnde, Verständnis im Umgang mit der Landschaft und die damit verbundene Einfügung technischer Bauwerke in dieselbe erkennen. Sie repräsentieren so ingenieur- und bautechnische Geschichte. Im Rahmen eines Einführungsvortrages und einer Busfahrt werden Brückenbauten besucht und vorgestellt, darunter insbesondere zwei Stahlbrücken bei Göschenen und Erstfeld, welche als Brückendenkmäler im eigentlichen Sinn zu bezeichnen sind.

  • Ins - Anet

9.9. und 10.9. 13, 14, 15 und 16 Uhr
Führung: Die Inser Fürstengräber: Macht und Pracht in der Eisenzeit
Treffpunkt: Schaltenrain, Besammlung am Waldrand beim «Zweje», Ins, am Ende des Lüscherzweges
Das Schweizer Mittelland war vom 8. bis zum 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung von Menschen der sogenannten Hallstattkultur besiedelt. Sie haben für ihre Toten monumentale Fürstengräber gebaut. Den verstorbenen Persönlichkeiten gab man vierräderige Wagen, Trinkgefässe aus Italien oder reichen, oft goldenen Schmuck mit auf die Reise ins Totenreich. 14 und 16 Uhr Führungen auf Deutsch. 13h et 15h visites guidées en français.
Homepage: www.archaeoconcept.com

  • Laufenburg

10 bis 17 Uhr
Bilder-Schatzsuche in den Altstadtgassen für Kinder und Jugendliche
Laufenplatz, Informationsstand der Kantonalen Denkmalpflege
Findest du die gesuchten Details an den Häusern und Brunnen der Altstadt? Komm an den Infostand auf dem Laufenplatz und hole dir das nötige Material. Falls du alle Zeichen, Zahlen und Bauteile findest, erhältst du bei uns am Infostand eine kleine Belohnung!

  • Luzern

9.9., 10 bis 16 Uhr
Villa Bellerive
Führungen um 10, 11, 14, 15 und 16 Uhr
Bellerivestrasse 19, Villa Bellerive
In den Jahren 1887–1890 liess sich der Zürcher Seidenfabrikant Martin Bodmer-von Muralt vom Architekten Arnold Bringolf an bester Aussichtslage eine monumentale Neurenaissance-Villa erbauen. Der Bau gehört mit seiner repräsentativen Fassadengestaltung und der reichen Innenausstattung zu den prachtvollsten Beispielen privater Villenbauten seiner Zeit. Die italianisierende Villa ist eingebettet in eine eigens geschaffene Parkanlage mit Treppenanlage, Höhlengrotte, Springbrunnen und Sitznischen. Die ehemalige Fabrikantenvilla wird heute von der Pädagogischen Hochschule Luzern genutzt.

  • Murten

10 bis 17 Uhr
Schloss
Führungen: Restaurierungen an der Murtener Schlossfassade 10, 11, 14, 15 und 16 Uhr

Schlossgasse 1, Schloss Murten, im Schlosshof
Das Schloss Murten ist traditionell ein Ort der Machtausführung. Seine Geschichte reicht bis zur Erbauung durch die Savoyer in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zurück. Seitdem ist es in den Händen der Landesführung. Zunächst gehörte es wechselnd den Savoyern und Habsburgern, unter Bernischer und Freiburger Führung diente es als Sitz der Schuldheisse und 1803 wurde es zur Präfektur. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Schloss von den Herrschern genutzt und erzählt als historisches Zeugnis die Geschichte der Macht des Bezirks. Die aktuellen Restaurierungen nehmen die Experten zum Anlass, ihre Arbeit und ihr Handwerk zu zeigen. Am Wappenrelief von Hans Gieng von 1540 werden die Massnahmen zu Erhaltung der Steinmetzarbeit und der Polychromie erläutert. Über ein Baugerüst ist das Meisterwerk aus direkter Nähe zu betrachten. Am Brunnenbecken aus Kalkstein von 1750 und anhand der Sandsteinfassaden werden traditionelle Techniken gezeigt. Auch wird der Garten des Schlosses präsentiert.

  • Salouf

9.30 und 14 Uhr
Führung: Mächtige Einblicke
Treffpunkt: bei der Haltestelle «Salouf, Dorf»
Mittelalterliche Wohntürme kennzeichnen das Pfarrdorf Salouf. Dazu gehört auch die von Hans-Jörg Ruch renovierte Tuor Sumvei aus dem 14. Jahrhundert. Weitere Stationen auf dem Dorfrundgang sind das ehemalige Kapuzinerhospiz und die Katholische Pfarrkirche St. Georg mit ihrer spezifischen Mischung aus verschiedenen Stilelementen.
Anmeldung bei marlene.fasciati@dpg.gr.ch bis 31.8.

  • Tiefencastel

Samstag, 9.9., 9 und 15 Uhr
Führung: Unsichtbare Pracht
Treffpunkt: beim Bahnhof
Eine kurze Wanderung vom Bahnhof in Tiefencastel führt uns zuerst zu der Zentrale und den Wohnbauten der Elektrizitätswerke. Sie wurden 1949 von den Gebrüdern Pfister Architekten aus Zürich erstellt. Die einfachen und zweckmässigen Bauten der Nachkriegsarchitektur stehen für die Gewinnung von Elektrizität, welche im Kanton Graubünden ganze Landschaften zu prägen vermag. Nur einen Steinwurf entfernt steht die ehemalige Klosterkirche St. Peter in Mistail. Die um 800 entstandene Kirche beherbergt bedeutende Wandmalereien aus vier verschiedenen Epochen. Diese Wandmalereien geben uns auch heute noch viele Rätsel auf. Durch neue non-invasive und non-destruktive Untersuchungen soll diesen Rätseln auf den Grund gegangen werden. Vor allem die Multispektralanalyse macht sichtbar, was für das menschliche Auge nicht sichtbar ist. Diese normalerweise unsichtbaren Informationen sollen beim Besuch näher vorgestellt und gleich vor Ort gezeigt werden.

  • Windisch

15.30 Uhr
Führung: Vier Tore der Macht in Vindonissa
Treffpunkt: Vor der Klosterkirche Königsfelden
Das römische Legionslager Vindonissa besetzte im 1. Jahrhundert n. Chr. eine strategisch wichtige Position im Helvetiergebiet. Aus einem ersten Lager mit leichten Bauten aus Holz und Fachwerk wurde nach und nach ein ummauerter, über 20 ha grosser Waffenplatz für ca. 5'500 Berufssoldaten. Eine 2 km lange Lagermauer mit vier Toren und mehreren Zwischentürmen war sichtbares Zeichen dieser Militärmacht. Auf einem Rundgang durch Windisch und Königsfelden lernen wir alle vier Lagertore kennen und erfahren etwas zu ihrem wechselhaften «Schicksal» nach Abzug der römischen Truppen.
Homepage: www.ag.ch/archaeologie

  • Zug

Samstag, 9.9., 10.15, 13.15 und 15.15 Uhr
Führung: Repräsentative Stuben – willkommen beim Metzger- und Bäckermeister
Treffpunkt: am Anmeldedesk beim Eingang Haus Zentrum Zug, Zeughausgasse 9
Die repräsentative Gaststube eines Metzgermeisters, wo früher aufgetischt und gespeist wurde, bietet einen hervorragenden Blick auf den Kolinplatz. Begleiten Sie uns weiter in die Räume eines Bäckermeisters an der Dorfstrasse, wo teils rätselhafte Malereien aus dem 16. Jahrhundert Geschichten erzählen und die Wände schmücken.
Homepage: www.zg.ch/ada