Meldungen zum Kunstgeschehen

Tag des Offenen Denkmals 2017 in Österreich

Auch Österreich hat zahleiche kulturelle Schätze zu bieten - in diesem Jahr präsentieren sich die Denkmäler des Landes unter dem Motto »Heimat großer Töchter« und erinnern damit zugleich an den Geburtstag Maria Theresias.

  • Andelsbuch

14.20 und 15.20 Uhr
Kraftwerk
Vorstellung und Besichtigung des Kraftwerks

Bühel 359, 6866 Andelsbuch
Das Kraftwerk Andelsbuch war bei seiner Fertigstellung im Jahr 1908 das größte Wasserkraftwerk der österreichisch-ungarischen Monarchie. Zu dieser Zeit war Elektrizität für viele Menschen allerdings noch ein Fremdwort. Hinter dieser Pionierleistung stand ein vielseitig innovativer Unternehmer: Friedrich Wilhelm Schindler. Obwohl das Kraftwerk immer wieder erneuert und erweitert wurde, hat es sein charakteristisches Aussehen behalten. Als »funktionstüchtiges Denkmal« ist das Kraftwerk Andelsbuch heute noch leistungsfähig.

  • Graz

9 – 17 Uhr
Restaurierwerkstatt Erika Thümmel
Stündlich: Besichtigung einer Restaurierungswerkstätte und eines Vorstadthauses des 18. Jahrhunderts

Die auf Gemälde, Tafelbilder, gefasste Holzskulpturen, Rahmen und Vergoldungen spezialisierte Restaurierungswerkstätte bietet am Tag des Denkmals interessante Einblicke. Anhand gerade in Arbeit befindlicher Kunstwerke werden die Entscheidungsprozesse und Arbeitsschritte einer verantwortungsbewussten Konservierung erläutert. Gleichzeitig können Sie einen Blick in ein Grazer Vorstadthaus aus dem 18. Jahrhundert werfen, mit Innenhof, Garten und Zeugnissen einer alten gewerblichen Nutzung. Baufrau Erika Thümmel hat mit engagierten KollegInnen diesem Haus und dieser Straße nach vielen Jahren des Leerstandes wieder neues Leben beschert.
Homepage: www.thuemmel.at

  • Innsbruck

9 – 17 Uhr
Tiroler Volkskunstmuseum
Führungen »Die weibliche Seite der Tiroler Volkskultur« 10, 11, 14 und 15 Uhr

Bei den meisten museal präsentierten Objekten werden automatisch Männer als Urheber vermutet. Es ist also an der Zeit zu fragen, wie die weibliche Seite der Objekte aussieht. Wo finden sich Künstlerinnen, wo unterstützten starke Frauen ihre im Rampenlicht stehenden Männer, und welche Objekte waren für Frauen vorgesehen? Begeben Sie sich am Tag des Denkmals auf eine Spurensuche im Volkskunstmuseum.
Homepage: www.tiroler-landesmuseen.at/page.cfm?vpath=haeuser/volkskunstmuseum/haus

  • Lochau

11 – 15 Uhr
Altes Schulhüsle
Führung: Ein restaurierter Fachwerkbau: Einblicke in die Anfänge der Schulpflicht um 11 Uhr

Landstraße 25, 6900 Lochau
1809 erstmals als Schulhaus mit Lehrerwohnung erwähnt, zeugt das Fachwerkhaus heute vom wohl ältesten Schulgebäude im Ländle. Die Erbauungszeit wird um den Zeitpunkt der Einführung der Schulpflicht im Jahr 1747 vermutet. Ob es zu diesem Zweck erbaut wurde, ist bis heute nicht geklärt. Fest steht, dass hier mehr als 100 Jahre lang Mädchen und Buben im Lesen, Schreiben und Rechnen unterrichtet wurden. Einer Bürgerinitiative – insbesondere dem »Raitenauer Kulturkreis« – ist es zu verdanken, dass das Schulhaus 1993 sehr aufwändig und umfangreich restauriert wurde. Schmuckfachwerk wurde freigelegt, Gefache und historische Fenster konnten nach traditionellen Techniken hergerichtet werden.

  • Maria Saal

10 Uhr
Zollfeld – Prunnerkreuz
Führung: Erzherzogin Maria Anna und die frühen archäologischen Forschungen am Zollfeld

Die Errichtung einer Nischenkapelle mit zahlreichen eingemauerten Relief- und Inschriftsteinen aus Virunum (1691–1692) durch den landschaftlichen Sekretär Johann Dominikus Prunner zeigt das humanistische Interesse am archäologischen Erbe. Während Prunner hier die römische Stadt Sala lokalisiert hatte, ließ Erzherzogin Maria Anna 100 Jahre später (1784–1787), wohl von den Entdeckungen in Pompeji inspiriert, im Zollfeld Grabungen durchführen, um Beweise für den Namen der römischen Stadt Virunum zu finden. Die Historikerin Dr.in Renate Jernej beleuchtet die Forschungsgeschichte Virunums von ihren Anfängen bis in die Gegenwart.

  • Nußdorf ob der Traisen

9 bis 17 Uhr
Urzeitmuseum
Führungen » Große Töchter – reiche Gräber: Bestattungssitten in der Urgeschichte« um 11, 14 und 15.30 Uhr

Bei archäologischen Ausgrabungen im Unteren Traisental wurden immer wieder reich ausgestattete Mädchen- und Frauengräber freigelegt. Was erzählen uns außergewöhnliche Grabbeigaben über das Leben in der Ur- und Frühgeschichte? Begeben Sie sich auf eine archäologische Entdeckungsreise durch die ur- und frühgeschichtlichen Epochen des Traisentals.
Homepage: www.nussdorf-traisen.gv.at/tourismus/service/urzeitmuseum

  • Peggau

9 – 16 Uhr
Lurgrotte
Kurzvortrag zur Höhlenforscherin Maria Mottl und Rundgang durch die Schauhöhle 10.30 und 13.30 Uh
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Lurgrottenstraße 2, 8120 Peggau
Die Lurgrotte bei Peggau ist nicht nur als größte wasserdurchströmte Höhle Österreichs, sondern auch als einer der wichtigsten archäologischen Höhlenfundplätze der Steiermark bekannt. So entdeckte die Paläontologin Maria Mottl einige Quarz-Artefakte, die dem Neandertaler zugeordnet werden. Mag. Daniel Modl (Universalmuseum Joanneum) erzählt mehr über Leben und Forschungen von Maria Mottl, mit HöhlenführerInnen der Lurgrottengesellschaft können Sie die Höhle erkunden.
Homepage: www.lurgrotte.com

  • Wien

10 – 18 Uhr
Österreichische Nationalbibliothek
Führungen » Ida Pfeiffer: Eine Wienerin reist um die Welt« 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30 und 16.30 Uhr

Palais Mollard, Herrengasse 9, 1010 Wien, Treffpunkt: Servicedesk
Bereits 1842 reiste die Österreicherin Ida Pfeiffer als erste Frau alleine um die Welt. Nach problematischen Jugend- und Ehejahren verbrachte sie ihr Leben ausschließlich auf Reisen und wurde mit ihren Geschichten aus der Ferne eine überaus erfolgreiche Reiseschriftstellerin. Ihr und dem generellen Interesse der Menschheit an Reisen ist die Themenführung am Tag des Denkmals im Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek gewidmet, dem einzigen seiner Art weltweit. Zu sehen sind dort wertvolle Globen der Erde, aber auch Himmelsgloben, Globen des Erdmondes und verschiedener Planeten.
Homepage: www.onb.ac.at

11 – 18 Uhr
Irakische Botschaft – Palais Larisch-Mönnich
Führungen » Palais Larisch-Mönnich: Von Gräfin Larisch-Mönnich bis Prinzessin Puabi« stündlich von 11 Uhr bis inklusive 18 Uhr

Johannesgasse 26, 1010 Wien
Im Bereich der Wiener Ringstraße gibt es wohl kaum ein zweites Palais, das eine derart hochqualitative und künstlerisch aufwändige Ausstattung aufweist, die maßgeblich von einer der schillerndsten Personen der österreichischen Monarchie geprägt wurde. Marie Louise von Larisch-Wallersee, Tochter des Herzogs Ludwig von Bayern und engste Vertraute der Kaiserin von Österreich, lebte mit ihrem Mann Graf Georg Larisch-Mönnich im gleichnamigen Palais. Seit Jahrzehnten von der Republik Irak als Botschaft genutzt, wurde das Gebäude samt seiner Möblierung vor Kurzem hervorragend restauriert und wird nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Windhaag bei Freistadt

10 – 17 Uhr
Hofwieshammer
Schmiedvorführung und mühlviertlerisch- südböhmischer Handwerksmarkt, außerdem Führungen um 11 und 14 Uhr

Der Hammer wurde bereits im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt und war bis 1938 durchgehend in Betrieb. Der Bau mit seiner putzbandgegliederten Fassade und dem Schopfwalmdach stammt von 1861. Die Kohlhütte war der »Energie-Speicher« jeder Schmiede, hier wurde die in Kohlemeilern produzierte Holzkohle gelagert. Die Kohlhütte am »Hofwieshammer« ist einzigartig in Österreich. Die Schmiede ist am Tag des Denkmals in Betrieb, und bei den Schmiedevorführungen bekommen die BesucherInnen einen Eindruck von diesem Handwerk. Der mühlviertlerisch-südböhmische Handwerksmarkt mit lebenden Werkstätten ist im Marktbereich Windhaag bei Freistadt zu erleben.