Meldungen zum Kunstgeschehen

Tag des offenen Denkmals 2018 in Hamburg

Die Geschichte der Stadt ist geprägt von der Hanse und ihren Pfeffersäcken. Durch den Handel reich geworden, sorgten Hamburgs Bürger für viele sehenswerte Gebäude.

11 und 15 Uhr
Rundgang: Denk-Mal?! — Was verbindet uns?
Dulsberg, Treffpunkt Dithmarscher Straße 44, 22049 Hamburg Nord
Die Geschichtsgruppe Dulsberg e. V. bietet am Denkmaltag einen historischen Spaziergang in dem Stadtteil, der von Oberbaudirektor Fritz Schumacher geplant wurde. Trotz Zerstörungen im II. Weltkrieg befinden sich dort noch viele Baudenkmale. Im Rahmen eines Rundgangs über Teile des Dulsberg-Geländes wird gezeigt, wie ein Stadtteil der 1920er- und 1930er-Jahre des vergangenen Jhs. trotz Denkmalschutzes sein Gesicht verändert. Es wird auch der Frage nach Ernsthaftigkeit von Denkmalschutz und politischer Gesetzestreue nachgegangen.

8. September, 10 und 11.30 Uhr
Führungen: Gelehrtenschule des Johanneums
Maria-Louisen-Straße 114, 22301 Hamburg Nord; Treffpunkt: Innenhof Schumacherbau
1529 vom Reformator Bugenhagen gegründet, ist sie die älteste und traditionsreichste höhere Schule Hamburgs. F. Schumacher setzte 1912-14 mit der Dreiflügelanlage an der Maria-Louisen-Straße den alten Typus des Johanneums auf dem Domplatz in seine Backsteinsprache um. Das Forum Johanneum (Andreas Heller 2007) wurde vom BDA Hamburg prämiert. Im Herbst 2016 entstand ein drittes Gebäude (Winking Froh Architekten).
Homepage: http://www.johanneum-hamburg.de

8.September, 11.30 und 14 Uhr: 9. September, 10 und 12.30 Uhr
Führungen: Großmarkt für Obst, Gemüse und Blumen
Auf der Brandshofer Schleuse 4, 20097 Hamburg Mitte; Treffpunkt Tor West, Bankstraße 28
In dem Bau von 1962 vereinen sich gestalterische und konstruktive Möglichkeiten der Nachkriegsmoderne zu großer Eleganz. Die Planungsgemeinschaft Becker, Schramm, Elingius, Hermkes und der Konstrukteur Finsterwald konzipierten die Großmarkthalle für Obst und Gemüse. Die Halle ist geprägt vom dynamischen Wellenmotiv des Dachs. Die Betonkonstruktion blieb als Gestaltungselement sichtbar, die geschlossenen Mauerabschnitte wurden innen mit Backstein, außen mit Naturschieferplatten verkleidet.
Hinweis: Anmeldungen zu den Führungen bis 31.8. unter info@grossmarkt.hamburg.de erforderlich. Treffpunkt: 15 Min. vorher Tor West, Bankstraße 28, Dauer 1,5 Std.
Aktionen: 8.9.: 11 - 18 Uhr und 9.9.: 10 - 16 Uhr Food Market Hamburg, Achtung kostenpflichtig: Eintritt: 5 Euro.

16 Uhr
Vortrag im Jenisch Haus
Baron-Voght-Straße 50, 22609 Hamburg Altona
Der ehemalige Landsitz des Kaufmanns und Bausenators Martin Johann Jenisch d. J. wurde 1831-34 nach Entwürfen von Forsmann und Schinkel im klassizistischen Stil erbaut. Heute zeigt es als Museum repräsentative Säle, die mit Mobiliar aus der Entstehungszeit eingerichtet sind. Es vermittelt einen anschaulichen Einblick in die großbürgerliche Gedankenwelt und Wohnkultur des 19. Jhs. Das ehemalige Pförtnerhäuschen im Ensemble Jenischpark ist Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Aktionen: Vortrag mit Prof. Klaus Jan Philipp von der Universität Stuttgart: Im Mittelpunkt steht die Kopenhagener Kunstakademie als international bekannte Ausbildungsstätte, z. B. der Architekten C. F. Hansen, A. Bundsen, J. C. Lillie und des in Hamburg geborenen J. A. Arens. Der dänische Gesamtstaat war ein frühes Zentrum des Klassizismus, dessen Architektur ein bemerkenswertes Zeugnis der engen dänisch-deutschen Verbindungen in der Zeit um 1800 darstellt. Im Anschluss kann die Ausstellung »Klassisch dänische Norddeutsche Baukultur seit 1790« besichtigt werden.
Homepage: http://www.jenisch-haus.de/de/home

13 und 15 Uhr
Außenführungen: Schilleroper
Bei der Schilleroper, 20359 Hamburg Mitte; Treffpunkt zu Führungen und Vorträgen: Haus der Familie, Bei der Schilleroper 15
Der einem Zirkuszelt nachempfundene Stahlskelettbau (Rotunde) wurde 1889-91 für den Circus Busch als fester Winterzirkus errichtet und 1904 zum Theater umgebaut. Nach dem I. und II. Weltkrieg erlebte das Theater verschiedenste Nutzungen. Die Nebengebäude wurden als Asylunterkunft und letztlich als Musiklokal und Restaurant genutzt. In den 1950er-Jahren wurde es zwangsversteigert und verfiel langsam. 2013 wurde das Stahlkonstrukt unter Denkmalschutz gestellt. Die Anwohnerinitiative Schilleroper kämpft um den Erhalt des Theaterbaus.
Aktionen: 13.30 und 15.30 Uhr Kurzvortrag »Zirkusgebäude - Architekturen des Vergnügens. Warum die Schiller-Oper einzigartig ist und wie andere europäische Städte mit ähnlichen Bauten umgehen« mit Dr. Anke Drees, Infoständen vor Ort und Foto-Shows vom Inneren des Gebäudes.
Homepage: http://www.schilleroper-ini.blogspot.de,

9 - 17 Uhr
Alsterschlösschen Burg Henneberg
Marienhof 8, an der Poppenbüttler Schleuse, 22399 Hamburg Wandsbek
In der Zeit der Burgenromantik 1884-87 als Blickfang und Aussichtspunkt des Henneberg-Parks am Alsterlauf erbaut. Heute ist es Hamburgs einzige Burg. Seit 2014 wird sie als Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art geöffnet, als Ort der Begegnung und Inspiration. Die Burg wurde als Ausdruck der (wirtschaftlichen) Macht des Erbauers als "garden folly" in den einzigartigen und damals äußerst weitläufigen Park am Alsterlauf gebaut.
Aktionen: Führungen stündlich 9 - 12 und 14 - 16 Uhr. Der Burgherr führt durch den Park am Alsterlauf, die Burg und die Kapelle - Geschichte und Geschichten zeigen, wo die Burg herkommt und was dort heute alles veranstaltet wird.
Homepage: http://www.burg-henneberg.de, http://alsterschlösschen.de

14 Uhr
Kunst am Bau - Mahnmal St. Nikolai
Willy-Brandt-Straße 60, 20457 Hamburg Mitte
Die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai entstand 1195 als erste Seemannskapelle der Stadt und wuchs mit der Bedeutung des Hafens zu einer der größten Hallenkirchen Europas heran. 1842 zerstört, 1847 neugotisch nach Plänen des Architekten George Gilbert Scott mit dem damals höchsten Turm der Welt von 147 m Höhe wiederaufgebaut. 1943 ausgebrannt. Ihre Ruine beherbergt heute ein Dokumentationszentrum, das an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erinnert. Ein Panoramalift führt in 76 m Höhe. In der Apsis Ecce Homo von Oskar Kokoschka. 2011 fielen Steine auf den öffentlichen Radweg, seitdem laufen Sanierungsmaßnahmen zum Erhalt.
Aktionen: Der Beitrag Prospekt im Rahmen des Wettbewerbs Kunst am Bau - Mahnmal St. Nikolai sieht eine Installation im Mahnmal St. Nikolai vor, die mit einer Inszenierung die figürlichen Skulpturen sichtbar macht. Durch zwei Präsentationsformen, bei Tag und bei Nacht, werden dem Besucher Einblicke und Aussichten auf den Figurenschmuck des Turmes ermöglicht. Führung 14 Uhr durch Gerald Kappelmann, Nic Fey.