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Tagung: Gebaute Stadt / dargestellte Stadt. Die Aktualität einer Kultur- und Kunstgeschichte des Urbanen, vom 30. Januar bis 1. Februar 2014 in Bochum

In Zeiten der Metropolen und Megacities rücken Fragen des Städtebaus unwillkürlich stärker in den Focus. Wo jedoch praktische Fragen im Vordergrund stehen, werden historische Perspektiven gern vergessen. Dabei bieten sie durchaus Lösungsansätze für aktuele Probleme. Die internationale Tagung jedoch verknüpft Gegenwart und Kunstgeschichte mit einander, ebenso diskutiert sie konkrete architektonische Ausformung und Darstellung der Stadt in den Künsten. Dadurch wird deutlich wie sich reale Stadt und dargestellte Stadt gegenseitig befruchten.

Der Kongress vereint zwei Felder kultur- und kunstgeschichtlicher Stadtforschung, die derzeit oft auseinanderfallen: die gebaute und die dargestellte Ordnung des Urbanen. Diese sind wesentlich sowohl für die Erfahrung wie für die Planung von Stadt. Schließlich produzieren Darstellungen – vor allem literarische und bildliche – ihrerseits Vorstellungen von Stadt, die die gebaute Ordnung zugleich reflektieren und hervorbringen und dabei in vielfältigen Wechselwirkungen mit politischen, soziologischen und theoretischen Diskursen zum Städtischen sowie urbanen Praktiken stehen.

In einer zunehmend spezialisierten Stadtforschung droht die gegenseitige Bezugnahme der beiden Ordnungen indes aus dem Blick zu geraten: Konkrete bauliche Zusammenhänge interessieren eine Bildwissenschaft oder textlich basierte Disziplinen weniger. Umgekehrt werden Bild- oder Schriftmedien für die Analyse von Baulichkeiten nur punktuell und zu selten hinsichtlich ihrer medienspezifischen Gesetzmäßigkeiten genutzt. Künstlerische Interventionen erscheinen isoliert als ein drittes Feld, das wissenschaftlich noch zu wenig mit der Architektur, den Bildern von der Stadt oder den Texten darüber in Verbindung gebracht wird. Die Tagung soll hier Synergieeffekte bewirken und die Kenntnisse aus dem „spatial turn“ an den Horizont der aktuellen urbanistischen Herausforderungen von Branding, Konkurrenz und Globalisierung heranführen.

 

Programm

Donnerstag, 30. Januar
Campusmuseum der Ruhr-Universität Bochum

09.00 Uhr Begrüßung und Einführung

Sektion 1: Was ist Urbanität für die kultur- und kunstwissenschaftliche Stadtforschung?

09.30 –10.15 Uhr
Die Wahrnehmung des Urbanen in der Antike
Martin Zimmermann (München)

10.15 – 11.00 Uhr
Urbanität und Literatur am Beispiel von Dante Alighieri
Thomas Klinkert (Freiburg)

Kaffeepause

11.30 – 12.15 Uhr
Die Stadt als Protestraum. Theoretische und empirische Beobachtungen
Oliver Marchart (Düsseldorf)

Mittagspause

Sektion 2: Die Materialität der Stadt

13.30 – 14.15 Uhr
Die soziale Wertigkeit von Pflaster und Asphalt
Kathrin Rottmann (Karlsruhe)

14.15 – 15.00 Uhr
Materialluxus und Ruinenästhetik. Zur Semantik sozialer Oberflächen
Monika Wagner (Hamburg)

15.00 – 15.45 Uhr
Das steinerne Berlin - ein materielles Missverständnis
Ulrike Sturm (Luzern)

Kaffeepause

Sektion 3: Räume und Grenzen der Stadt

16.15 – 17.00 Uhr
Platz und Öffentlichkeit in den Städten Altvorderasiens
Alessandra Gilibert (Berlin)

17.00 – 17.45 Uhr
City HBrigitte Sölch (Florenz)all/Center. Kommunikation zwischen Innen und Außen


Abendvortrag

18.15 Uhr
Konzipierter, gebauter und gelebter Raum der Stadt
Thomas Sieverts (München)


Freitag, 31. Januar
Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum (Mensa-Gebäude, Ebene 04, Saal 3)

09.00 – 9.45 Uhr
Räume des Transits und der Dislozierung: Stadt in zeitgenössischen Film- und Fotoarbeiten
Annette Urban (Bochum)


Sektion 4: Wege durch die Stadt

09.45 – 10.30 Uhr
The Commune and the Street in Late Medieval Tuscany
David Hodes Friedman (Cambridge/MA)

10.30 – 11.15 Uhr
Rom in Routen. Das Itinerarium Urbis Romae des Fra Mariano da Firenze (1517/18)
Lisa Römer (Göttingen)

Kaffeepause

11:45-12:30 Uhr
Blick-Räume. Urbane Individualisierungsprozesse im Fokus der Kamera
Christina Natlacen (Leipzig)

Mittagspause

Sektion 5: Territorialität von Stadt

13.30 – 14.15 Uhr
Das Konzept der Stadtlandschaft und Fritz Schumachers Entwicklungsplan für Köln
Hartmut G. Frank (Hamburg)

14.15 – 15.00 Uhr
Haus und Territorium. Osthaus' Planungen für Hagen
Cornelia Jöchner (Bochum)

Kaffeepause

Sektion 6: Städte im Austausch

15.30 – 16.15 Uhr
Netzwerk-Zeichen-Kompetition. Zur (Selbst-) Wahrnehmung der freien Städte im Heiligen Römischen Reich
Bernd Nicolai (Bern)

16.15 – 17.00 Uhr
Ildefons Cerdà und die moderne Stadt
Elena de Ortueta Hilberath (Cáceres)

17.00-17.45
Stimmen der Städte. Kunstprojekte im intermetropolitanen Raum
Burcu Dogramaci (München)#


Samstag, 1. Februar
Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum (Mensa-Gebäude, Ebene 04, Saal 3)

Sektion 7: Bilder der Stadt/Stadtimages

09.00 – 09.45 Uhr
Das Städtebild der Weimarer Republik
Wolfgang Kemp (Hamburg/Lüneburg)

09.45 – 10.30 Uhr
Stadtbild als Reenactment. Themenarchitektur am Strip von Las Vegas
Martino Stierli (Zürich)

10.30 – 11.15 Uhr
Zoobogen Berlin. Entwurf und Imagination der Modernen Stadt
Kathrin Peters (Oldenburg)

Kaffeepause

11.45 – 12.30 Uhr
Stadtbilder entwerfen? – Strategien des Umgangs mit Altstädten in der deutschen und italienischen Debatte um 1900
Melchior Fischli (Bern)

12.30 – 13.15 Uhr
Der Körper der Stadt. Die Imagination Neapels in Capaccio's "Forastiero" 1634
Tanja Michalsky (Berlin)

Mittagspause

Sektion 8: Geplant / ungeplant

14.30 – 15.00 Uhr
Von unsichtbaren Städten und erinnerten Orten. Autobiographische Montagen in der Architektur
Carsten Ruhl (Frankfurt/Main)

15.15 – 15.45 Uhr
Media and Urban Development: An Ontological Continuum
Floris Paalman (Amsterdam)

16.00 – 16.45 Uhr

Archigram’s Los Angeles: A Sentimentality for the Future
Simon Sadler (Davis)

17.00 Uhr Ende


Konzeption und Organisation:

Cornelia Jöchner und Annette Urban

Kontakt und Anmeldung:

Kathrin Nentwich

tagung-stadt@rub.de
www.kunstgeschichte.rub.de/tagung-stadt
Ruhr-Universität Bochum
Kunstgeschichtliches Institut
GA 2 Süd
Universitätsstraße 150
44801 Bochum