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Tagung: Konstellationen der Künste um 1800. Reflexionen - Tranformationen - Kombinationen, vom 31. März bis 2. April 2011 in Weimar

Die Jahrestagung des Zentrums für Klassikforschung beleuchtet die vielfältigen Konstellationen der Künste um 1800. Sie fragt nicht nur nach den Interferenzen zwischen diskursiver Standtortbestimmung und künstlerischer Praxis, sondern erkundet auch die gattungsästhetischen Grenzüberschreitungen durch Kombination oder Transformation literarischer, bildkünstlerischer und musikalischer Gestaltungselemente. Die Beiträge in der Sektion 'Exempla classica' vergegenwärtigen die Theoriebildung und künstlerischen Taktiken um 1800 anhand paradigmatischer Werke aus den Sammmlungsbeständen der Klassik Stiftung Weimar.

Die Frage nach den spezifischen Differenzen der verschiedenen Kunstgattungen bildet ein zentrales Problemfeld in der ästhetischen Theorie und künstlerischen Praxis um 1800. Während Charles Batteux ein halbes Jahrhundert zuvor noch umstandslos die Verwandtschaft und analoge Verfahrensweise aller 'schönen Künste' behaupten kann, etabliert sich spätestens mit Lessings 'Lakoon' die Differenzierung zwischen wortgebundenen und bildhaften Ausdrucksformen, mithin zwischen zeitlich und räumlich bestimmten Darstellungsmodi. Mit der um 1800 aufkommenden Autonomieästhetik beschleunigt sich das Auseinanderrücken der Künste, die nun nicht länger als konkurrierende Formen der Wirklichkeitsnachahmung, sondern als autarke und selbstbezügliche Zeichensysteme verstanden werden. Freilich führen die gattungsästhetischen Auseinandersetzungen um 1800 nicht nur zu einer klärenden Abgrenzung der verschiedenen Künste, sondern sensibilisieren zugleich auch für die Möglichkeiten wechselseitiger Kombination und Transformation. In der kunsttheoretischen Reflexion des Verhältnisses zwischen Literatur, Bildkunst und Musik liegt der Keim zur erneuten Grenzüberschreitung begründet.

Tagungsprogramm:

Donnerstag, 31. März 2011

14:00. Helmut Th. Seemann: Grußwort des Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar
14:30 Albert Meier: Einführung in das Tagungsthema
SEKTION 1 - REFLEXIONEN
15:00 Jonas Maatsch: Systeme der Künste. Positionen des philosophisch-enzyklopädischen Hintergrunddiskurses. Lars Korten: Koreferat.
16:30 Kaffeepause
17:00 Norbert Christian Wolf: Reinheit. Johannes Rössler: Koreferat.

ABENDVORTRAG
20:00 Danièle Cohn: Konstellation als Einheit. Goetes Reaktion auf die Romantik.

Freitag, 01. April 2011

SEKTION 2 - TRANSFORMATIONEN
09:30 Cordula Grewe: Ut Poesis Pictura als Modell realitistischer Malerei. Cornelia Ortlieb: Coreferat.
11:00 Kaffeepause
11:30 Andrea Polaschegg: (K)ein Anfang des Ganzen. Das skulpturale Werkkonzept der Klassik und seine Folgen für die Literatur. Johannes Grave: Koreferat.
13:00 Mittagspause
EXEMPLA CLASSICA
15:00 Laurenz Lütteken: Mozart in Tiefur. Ein Komponistendenkmal im herzoglichen Park.
16:15 Gert-Dieter Ulferts: Architektur - Bildkunst - Musik. Das Zedernzimmer der Maria Pawlowa im Weimarer Stadtschloss.
17:30 Christian Scholl: Die Darstellung des Gesangs in der autonomen Skulptur. Die Parze Atropos vn Asmus Jakob Carstens.
17:30 Alexander Rosenbaum: Widerstrebende Gegenstände. Johann Heinrich Meyers Entwurf "Ödipus löst das Rätsel der Sphinx"
20:00 Gemeinsames Abendessen

Samstag, 02. April 2011

SEKTION 3 - KOMBINATIONEN
9:30 Ulrich Konrad: Gattungsüberschreitung und Medienkombination Beethovens Chorfantasie op. 80 (1808). Wolf Gerhard Schmidt: Koreferat.
11:00 Kaffeepause
11:30 Reinhard Wegner: Antiker Topos und moderne Topographie. Korrespondierende Formen von Sprache und Bild im Werk Carl Rottmanns. Bernhard Zimmermann: Koreferat.
13:00 Mittagspause
15:00 Mitgliederversammlung des Zentrums für Klassikforschung
17:30 Ausklang der Tagung