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Tagung: Mediale Dimensionen von Reproduktion, am 23. und 24. November 2012 in Gießen

Anlässlich der zweiten Jahrestagung des Vereins Das Bild als Ereignis e.V. stehen Fragestellungen hinsichtlich der medialen Dimensionen von Reproduktion in unterschiedlichen Gattungen der Kunst wie der Malerei, Grafik, der Fotografie und dem Theater im Mittelpunkt. Die intermedialen Übergänge und die damit einhergehenden Veränderungen sollen im Spannungsfeld zwischen Vorbild und Reproduktion an konkreten Fallbeispielen diskutiert werden.

Die intendierte und bewusste Steuerung von Medialität durch den Künstler selbst soll ebenso zur Sprache kommen wie die mediale Neuinszenierung des Vorbildes in neuen Zusammenhängen, durch die neue wirklichkeitsstiftende Bedeutungsebenen geschaffen werden. Es stellt sich nicht nur die Frage nach der Wahl und Intention des reproduzierten Inhaltes, sondern auch nach Veränderungen von Funktion und Gebrauch. Weitere Leitfragen ergeben sich hinsichtlich der medialen Verflechtungen von Original und Kopie. Wird durch die Reproduktion eine neue Perspektivierung und Sichtweise auf das ‚originale‘ Werk erzeugt? Welche Rolle spielen Reproduktionen, wenn sie sich auf ein nicht mehr vorhandenes Vorbild beziehen oder dieses erst durch die Reproduktion sichtbar gemacht wird? Zuletzt sollen die Spielräume von Reproduktion zwischen Imitation und kreativer Neuschaffung untersucht werden.

Die Veranstaltung dient unter anderem auch als Plattform für den wissenschaftlichen Nachwuchs und dem fachlichen Austausch zwischen den Generationen.

Programm

Freitag, 23. November 2012

15.30 Uhr Begrüßung und Einführung

  • Intendierte Medialität als Strategie des Künstlers

Moderation: Andreas Uhr (Gießen)

16.00 Uhr
Der Kupferstecher als Forscher und frisch empfindender Künstler
Birthe Rieger (Kassel)

16.45 Uhr
Reproduzierte Originalität – Originale für die Reproduktion: Füsslis The nightmare und der Medienwechsel in die Druckgrafik
Fabian Stein (Gießen)

17.30 Uhr Kaffeepause

Öffentlicher Abendvortrag (in Hörsaal A5)

Moderation: Silke Tammen (Gießen)

18.15 Uhr
Vom Buch zur Bühne ins Bild? Allegorische Traumreisen des Mittelalters und ihre medialen Verflechtungen
Cornelia Logemann (Heidelberg)

20.15 Uhr gemeinsames Abendessen

Fortsetzung von Seite 1

Samstag, 24. November 2012

  • Die mediale Neuinszenierung des Vorbilds

Moderation: Sabrina Brose (Bonn)

9.00 Uhr Reproduktionen als Arbeitsnachweise? Miniaturengemälde der Frankfurter Malerfamilie Morgenstern
Sophia Dietrich (Frankfurt)

9.45 Uhr
Man kann einen Blinden nicht hinters Licht führen...: Über Reproduktionen des Unsichtbaren in der Gegenwartskunst
Eva Buchberger (Bern)

10.30 Uhr Kaffeepause

  • (Neu-)Perspektivierung durch Reproduktion

Moderation: Caroline Marié (Paris/Heidelberg)

11.00 Uhr
Die tausend Gesichter der Mona Lisa
Moritz Jäger (Gießen)

11.45 Uhr
Domenico de Rossis Raccolta di statue antiche e moderne (1704). Eine Untersuchung der grafischen Strategien und des Nachlebens der Skulpturreproduktionen
Anna Seidel (Braunschweig)

12.30 Uhr
Die abgebildete Kathedrale. Ein Vergleich zwischen Hans Sedlmayr und Otto von Simson
Christian Nille (Mainz)

13.15Uhr Mittagspause/Buffet

  • Medialität als Konstituierung von Sichtbarkeit

Moderation: Tanja Hammel (Basel)

14.15 Uhr
Un fatto meraviglioso oder die fotografische Reproduktion des Turiner Grabtuchs
Kai Mitschele (Karlsruhe)

15.00 Uhr
Nelson’s Pillar und die Medien
Susanne Lang (Darmstadt)

15.45 Uhr Kaffeepause

  • Zwischen Imitation und kreativer Invention

Moderation: Xenia Stolzenburg (Marburg)

16.15 Uhr
Das Reproduktionsmedium im Urheberrecht: Fotografie als Rechtsproblem im 19. Jahrhundert und die Folgen
Grischka Petri (Bonn)

17.00 Uhr
Imitatio, Aemulatio, Superatio – die Fälschungen. Wolfgang Beltracchis unter dem Aspekt der (Re-)Produktion und Adaption
Tina Öcal (Heidelberg)

17.45 Uhr Abschlussdiskussion