Tagungen

Tagung: Reichszeichen. Darstellungen und Symbole des Reichs in Reichsstädten, vom 3. bis 5. März 2014 in Mühlhausen

Die reiche Symbolik im öffentlichen Raum unterscheidet Reichsstädte auch heute noch von anderen Orten, denn Darstellungen zu Königtum und Reich zieren ihre Bauten und Plätze. Die Tagung untersucht anhand Beispielen aus unterschiedlichsten Regionen diese „Reichzeichen“ anhand ihrer Darstellungsweise und –träger, in Bedeutung und Funktion sowie ihren Wandel. Eine Exkursion zum Kyffhäuser als Ort des Gedenkens rundet die Tagung ab.

Reichsstädte sehen anders aus als andere Städte: Bis heute finden sich in allen ehemaligen Reichsstädten im öffentlichen Raum zahlreiche Symbole und Darstellungen von Königtum und Reich, die den Städten ein spezifisches ikonographisches Profil als Zeugnis ihrer reichsstädtischen Vergangenheit verleihen.

Die Tagung widmet sich dem Reichtum dieser bildlichen Überlieferung und untersucht in breiter geographischer Streuung die Vielfalt der Darstellungsweisen und Darstellungsträger von Reichssymbolen im Stadtbild. Die ursprüngliche Bedeutung und Funktion entsprechender Reichszeichen werden dabei ebenso im Blickpunkt stehen wie ihr Bedeutungsverlust oder Funktionswandel in Folge veränderter politischer, herrschaftlicher oder sozialer Rahmenbedingungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem Umgang mit den Symbolen reichsstädtischer Vergangenheit in nachreichsstädtischer Zeit. Aus der Perspektive des Königtums wird zu fragen sein, welchen Einfluss Anlass, Häufigkeit und Dauer tatsächlicher physischer Präsenz des Herrschers in der Stadt auf die Art und Weise der Verwendung von Symbolen des Reiches im Stadtraum hatte.

Die Exkursion zum Kyffhäuser führt schließlich zu einem Ort, an dem die Erinnerung an die Präsenz des Königtums in mittelalterlicher Zeit durch die Ruine der Reichsburg und durch den Barbarossa-Mythos in doppelter Weise lebendig blieb und wo das Kaiser-Wilhelm-Denkmal von 1896 ein besonders markantes Zeugnis politischer Inanspruchnahme von Reichsgeschichte darstellt.

Veranstalter: Arbeitskreis „Reichsstadtgeschichtsforschung“ in Verbindung mit der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, der Stadt Mühlhausen und dem Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein e.V.
Datum, Ort: 03.03.2014-05.03.2014, Mühlhausen (Thür.), Puschkinhaus, Puschkinstraße 3, D-99974 Mühlhausen
Deadline: 10.02.2014

Programm

Montag, 3. März 2014, Puschkinhaus

13.00 Uhr: Eröffnung

Moderation: Gerold Bönnen (Worms)

13.15 Uhr: „Königs- und/oder Kaiserbilder – Reichssymbolik im mittelalterlichen Frankfurt“
Pierre Monnet (Frankfurt)

14.00 Uhr: „Das allgegenwärtige Reich – Reichsikonographie in Nürnberg und ihre Träger“
Michael Diefenbacher (Nürnberg)

14.45 Uhr bis 15.15 Uhr: Pause

Moderation: Karel Halla (Cheb)

15.15 Uhr: „Kirchenfenster als politisches Programm – Reichssymbolik im Hochchor der Dortmunder Reinoldikirche (um 1450)“
Thomas Schilp (Dortmund)

16.00 Uhr: „Zwischen irdischem Rat und himmlischer Sphäre – Die Königsdarstellungen im Portal der Marienkirche zu Mühlhausen“
Martin Sünder (Mühlhausen)

17.30 Uhr: Besichtigung der Marienkirche

19.00 Uhr: Öffentliche Abendveranstaltung im Rathaus
Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Johannes Bruns
Grußwort der Friedrich-Christian-Lesser-Stiftung, Stiftungsvorstand Dipl.-Kfm. Andreas Lesser

Moderation: Rolf Hammel-Kiesow (Lübeck)

„Zeichen bürgerschaftlicher Repräsentation – Reichsstädtische Siegel und ihre künstlerischen Kontexte“
Markus Späth (Gießen)

„Der Adler über dem Tor – Reichsstädtische Tore und ihre Symbolik“
Gerrit Deutschländer (Hamburg)

Dienstag, 4. März 2014, Puschkinhaus
Moderation: Ursula Braasch-Schwersmann (Marburg)

09.00 Uhr: „Der tote Herrscher als Symbol des Reiches – Das Phänomen der falschen Friedriche“
Ingrid Würth (Halle)

09.45 Uhr: „‘Rudolf von Habsburg an Kaiser Franz Joseph von Österreich’ – Zur Nachwirkung der Speyerer Kaisergräber im Haus Habsburg“
Joachim Kemper (Speyer)

10.30 Uhr bis 11.00 Uhr: Pause

Moderation: Joachim J. Halbekann (Esslingen)

11.00 Uhr: Roland Deigendesch (Reutlingen) „Adler versus Hirschhorn – Zur Geschichte von Siegel und Wappen der Reichsstadt Reutlingen“


11.45 Uhr: Laurence Buchholzer-Remy (Strasbourg) „Die Burg oder die Rose? Das Schicksal der Reichssymbole in Hagenau“


12.30 Uhr bis 14.30 Uhr: Pause

Moderation: Susanne Rau (Erfurt)

14.30 Uhr: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt (Hamburg) „Das alte Hamburger Rathaus (bis 1842) und seine Kaiserfiguren“

15.15 Uhr: Thomas Lau (Fribourg) „Verschränkte Räume – Der langsame Abschied der eidgenössischen Städte von den Symbolen des Reiches“

16.00 Uhr: Schlussdiskussion
Michael Rothmann (Hannover) „Reichszeichen – Eine Rückschau“

16.30 Uhr bis 17.00 Uhr: Pause

17.00 Uhr: Sitzung des Arbeitskreises "Reichsstadtgeschichtsforschung“

Mittwoch, 5. März 2014, Exkursion zum Kyffhäuser
mit Unterstützung des Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegevereins e.V.

Ort: Puschkinhaus

09.00 Uhr: Helge Wittmann (Mühlhausen) Einführung: „Die Kyffhäusersage, der Bau des Kaiser-Wilhelm-Denkmals und der Umgang mit einem schwierigen Nationaldenkmal im 20. und 21. Jahrhundert“

09.30 Uhr: Abfahrt vom Puschkinhaus

10.45 Uhr: Reinhard Schmitt (Halle) Führung durch die Anlage der Reichsburg Kyffhausen

11.45 Uhr: Besichtigung des Kyffhäuserdenkmals

13.30 Uhr: Rückfahrt

14.45 Uhr: Ankunft in Mühlhausen

Kontakt:

Dr. Helge Wittmann
Stadtarchiv Mühlhausen, Ratsstraße 19, D-99974 Mühlhausen
+49 3601 452-141
+49 3601 452-137
Helge.Wittmann(at)muehlhausen.de