Meldungen zum Kunstgeschehen

Vienna Design Week 2009

Die Vienna Design Week (VDW) hat zum Ziel, das vielfältige Schaffen in den Bereichen Produkt-, Möbel- und Industriedesign ebenso wie Positionen des experimentellen Designs und seine Schnittstellen zu angrenzenden Disziplinen sichtbar und erlebbar zu machen.

Das Festival will Entstehungs- und Produktionsprozesse offen legen und das
experimentelle Arbeiten vor Ort anregen. Es präsentiert und fördert auch Design, das sich zunächst dem Schema von Gebrauchswert und Funktionalität entzieht, um Bewusstsein zu erzeugen und Fragen aufzuwerfen oder auch einfach nur Spaß zu machen. Das Erforschen von Materialien, von Stimmungswerten und der Interaktion zwischen Mensch und Objekt steht im Zentrum von Design und soll im Festival seinen sicheren Platz erhalten.
Die Neigungsgruppe Design vereint als Design-ExpertInnenpool fachbezogene Spezialisierungen in den Bereichen Forschung, Beratung/Consultancy, Journalismus sowie kuratorische Tätigkeit. Als DesignvermittlerInnen legen Beyerle, Geisler und Hollein wert darauf, Design reflektiert und zugleich lustvoll, auf hohem Niveau aber integrativ, d.h. einem möglichst breiten Publikum, zu präsentieren.


„VDW Labor“
Junge Produkt-, Industrie- und GrafikdesignerInnen erhalten mit dem „VDW Labor“ im project space der Kunsthalle am Karlsplatz eine prominente Plattform. Auf Einladung der Neigungsgruppe Design, Organisatorin der VDW, und des Gastkurators und Kommunikationsdesigners Erwin Bauer arbeiten Projektteams vor Ort und öffentlich zugänglich an speziellen Projekten. Die BesucherInnen des Labors haben so die Möglichkeit, individuelle Arbeitsprozesse und Zugangsweisen in einer offenen Ateliersituation kennen zu lernen. Gleichzeitig dient der Ort als Festivalzentrale für Austausch, Treffen und Programminformationen.

„VDW Debüt“
Zehn ausgewählte DesignstudentInnen und –absolventInnen, die vor maximal drei Jahren ihr Studium beendet haben, präsentieren im Rahmen von „VDW Debüt“, mit Unterstützung der international anerkannten James Dyson Foundation und des James Dyson Award, ihre Arbeiten. Die Projekte junger Produkt- und IndustriedesignerInnen, die im Vorfeld auch für den James Dyson Award eingereicht haben, werden am Vorgartenmarkt im Stuwerviertel ausgestellt. Im einst berüchtigten und nun immer hipper werdenden Stuwerviertel befindet sich zudem ein Schwerpunkt der diesjährigen PASSIONSWEGE. Dieser Designpfad mit insgesamt zehn Stationen im ersten und zweiten Bezirk kann als Herzstück der Viena Design Week bereits zum vierten Mal erwandert werden.

„VDW Carte Blanche“
Mit der „VDW Carte Blanche“ würdigt die Vienna Design Week fünf ambitionierte Projekte, die abseits kommerzieller Zielsetzungen die Kraft von Design zeigen. In diesem Jahr zählen dazu unter anderem ein Altenheim-Projekt von Danklhampel und Julia Landsiedl, eine Kooperation von Little Joe’s Gang und dem österreichischen Designer Adam Wehsely-Swiczinsky sowie ein Projekt von bkm und der Furnierfirma RoHol, bei dem sie ungewöhnliche Furniere entwickeln. Unterstützt wird „VDW Carte Blanche“ vom forum mozartplatz – raum für wirtschaft und kultur.

„VDW Talks“
Unter dem Arbeitstitel „Kunst oder Handwerk“ plant die Neigungsgruppe Design eine nachmittägliche Talk-Reihe zur Thematik Design und Kunsthandwerk in Anbetracht aktueller Entwicklungen, die Handwerkstechniken und Handgefertigtes wieder verstärkt in den Blickpunkt junger Designschaffender rücken. Die Diskussionsreihe "Kunst oder Handwerk" (Arbeitstitel) wird mit Unterstützung der Österreichischen Möbelindustrie und aws/Impulse ermöglicht.
Außerdem stellt sich der Büromöbelhersteller Bene im Rahmen eines Round Tables mit Jeremy Myerson (Professor für Design am Royal College of Art, London), PearsonLloyd (Designstudio, London) und Thomas Bene (Vorstand Bene AG) anhand einer konkreten Produktpräsentation der Frage, wie sich im Designprozess Forschung, Design-Praxis und HerstellerInnen berühren.

Passionswege 09
Die Passionswege, das Herzstück der VDW, sind als Entdeckungsreise durch Wien mit seiner Vielfalt an speziellen Orten, produzierenden Betrieben und alteingesessenen Läden mit zehn Interventionen ein wesentlicher Programmpunkt der VDW. DesignerInnen bzw. Designteams werden eingeladen, um in ausgewählten Wiener Geschäftslokalen ortsspezifische Installationen, also dreidimensionale Kommentare zu den Orten und Menschen, zu schaffen.
Da es sich zum Teil um produzierende Betriebe handelt, entstehen mitunter auch Produkte mit neuen Ansätzen aus den Kooperationen. Hier liegt ein Experimentierfeld der Vienna Design Week.
Die PASSIONWEGE zelebrieren das Spielerische, sie leben vom Spannungsmoment zwischen Installation und Raum, experimentellem Arbeiten und kommerziellem Rahmen. Das Publikum wird dabei zu einer sinnlichen Erwanderung Wiens eingeladen, bei der es gilt, sowohl Orte mit Charme als auch das Schaffen junger DesignerInnen zu entdecken.

Designer und Stationen:
 1. Bezirk

  • Max Lamb (UK) - J. & L. Lobmeyr
  • Mischer'Traxler (AT) - Rozet & Fischmeister Kammerjuweliere
  • the sausagefence group (HU) - Woka Lamps Vienna 
  • Lucie Koldova (CZ) - Wilhelm Jungmann & Neffe
  • Walter Thaler (IT) - Rudolf Scheer & Söhne
  • Adam Wehsely-Swiczinsky (AT) - Petz Hornmanufaktur 1862 bei R. Horn's Wien

2. Bezirk

  • Marel Wollersberger (AT) - Wiener Porzellanmanufaktur Augarten
  • Breaded Escalope (Michael Tatschl, AT) - wildwuchs - Der Blumenladen im 2ten
  • Tina Lehner (AT) - Meisterkürschner Herbert Weinberger
  • Adrien Rovero (CH) - Ledermanufaktur Thomas Posenanski