Meldungen zum Kunstgeschehen

Warhol-Auktion sorgt für Aufsehen

Ein Tochterunternehmen der NRW-Bank plant im November Bilder von Andy Warhol versteigern zu lassen. Da der Erlös an das Land und die Kommunen fließt, befürchtet der Deutsche Kulturrat, dass dieses Vorgehen Schule macht und hochverschuldete Kommunen künftig ihre Haushalte mit Hilfe ihrer Kunstbestände sanieren.

Wie das Handelsblatt berichtete, beabsichtigt der Spielcasinobetreiber Westspiel die Warhol-Bilder »Triple Elvis« (1963) und »Four Marlons« (1966) in New York bei Christie’s versteigern lassen. Man erhofft sich dafür einen Gewinn von etwa 100 Millionen Euro. Da Westspiel ein Tochterunternehmen der Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen ist, die ihrerseits dem nordrhein-westfälischen Finanzministerium untersteht und dem Land gehört, fließt das Geld in die Landeskasse.  Ein Unternehmenssprecher sagte im Stern, dass mit dem Geld das Unternehmen saniert werden und ein neues Casino in Köln gebaut werden soll. Zwar geht das nicht direkt, aber im Landeshaushaltsplan 2015 soll dann stehen, »dass der für die Investitionen des Unternehmens benötigte Betrag an das Unternehmen zurückfließt«, recherchierte die FAZ.

Als ein Witz empfand der Geschäftsführer des Kulturrats Olaf Zimmermann die Tatsache, dass sich Deutschland aktuell in der Umsetzung der EU-Richtlinie zum Kulturgutschutz befinde, die unter anderem dazu dienen soll, national wertvolles Kulturgut im Land zu halten, während »in NRW der Kulturgutschutz mit Füßen getreten wird«. In einem Brandbrief an die Landesregierung forderte der Kulturrat, das Auktions-Vorhaben zu stoppen.