Wiedereröffnung der Bremer Kunsthalle nach umfassenden Modernisierungsmaßnahmen

Baukräne und Betonmischer statt Dürer und Picasso - ein Bild, das rund zwei Jahre lang das Ambiente am Wall prägte. Denn die Kunsthalle Bremen wurde erweitert und zugleich modernisiert. Zusätzliche Räume und eine zeitgemäße Technik - damit legt die Kunsthalle das Fundament für künftige Ausstellungen der Extraklasse. Am 20. August 2011 feiert sie nun ihre Wiedereröffnung.

Ansicht der Kunsthalle nach dem Umbau © hinrichs: grafikdesign
Ansicht der Kunsthalle nach dem Umbau © hinrichs: grafikdesign

Die neue Kunsthalle Bremen wird durch zwei kompakte, sechsgeschossige Baukörper flankiert, was die ursprüngliche Symmetrie des 1849 errichteten Gebäudes wieder herstellt. Der 1982 gebaute Anbau an der Ostseite weicht einem schmaleren, tiefer in die Erde eingelassenen Kubus, der die Sicherheitsschleuse für die Anlieferung von Kunstwerken, Restaurierungswerkstätten, Ausstellungs- und Sammlungsräume, Depots, die Technikzentrale und Büroräume aufnimmt. An der Westseite entsteht ein kleinerer Kubus mit Sammlungsräumen, einer Ausstellungsfläche für das Kupferstichkabinett, der Museumsbibliothek und Räumen für die Bildung und Vermittlung. An der Südseite erwartet die Besucher künftig ein zum Wasser gelegenes Museumscafé. Der unter Denkmalschutz stehende Altbau mitsamt dem Kupferstichkabinett bleibt erhalten und wird mit den Erweiterungsbauten verbunden. Insgesamt erhält die Kunsthalle durch das Bauprojekt ein Drittel an zusätzlicher Fläche.

Die 1849 errichtete und 1902 umgebaute Kunsthalle Bremen prägt das Stadtbild durch ihre Lage inmitten der idyllischen Wallanlagen. Schon deshalb stellte ihre Erweiterung eine große architektonische Herausforderung dar. Folgerichtig wurde 2005 ein europaweiter Wettbewerb ausgeschrieben, den das Berliner Büro Hufnagel Pütz Rafaelian für sich entscheiden konnte. Dem siegreichen Entwurf bescheinigte die 15-köpfige Jury eine "harmonische Einfassung des Altbaus" mit vielfältig bespielbaren Innenräumen. Obendrein überzeugte das Konzept hinsichtlich der Baukosten und des Aufwandes beim späteren Unterhalt.

Am 20. August 2011 findet nun die Eröffnung der neuen Kunsthalle Bremen statt. Die Wiederkehr begleitet die Kunsthalle mit der Kampagne "Aufgeschlossen"! Über die Eröffnung des Hauses hinaus spielt der Begriff auf die Ausstellung an. Der Kunstverein in Bremen, bis heute privater Träger des Museums, präsentiert Glanzlichter aus seiner Sammlung: 600 Jahre Kunstgeschichte, wie sie noch nie zuvor zu sehen war. Ein Akzent liegt dabei auf der französischen Malerei aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, darunter Werke von Paul Cézanne, Claude Monet und Auguste Renoir. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Medienkunst, die Direktor Wulf Herzogenrath seit den 1990er Jahren für die Kunsthalle erwarb. Zu sehen sind auch jene Meisterwerke, die als "Noble Gäste" während der Schließzeit in mehr als 20 Museen deutschlandweit gezeigt wurden.

Weitere Informationen

Am Eröffnungswochenende ist der Eintritt für Besucher kostenfrei.