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Wiedereröffnung des Albertinums in Dresden nach sechsjähriger Umbau- und Sanierungzeit

Am 20. Juni wurde das Albertinum in Dresden nach fast sechsjähriger Bauzeit restauriert, saniert und mit einem neuen musealen Konzept wiedereröffnet. Bis jetzt waren dort die Gemäldegalerie Neue Meister, die Skulpturensammlung, das Grüne Gewölbe und das Münzkabinett untergebracht. Die Flutkatastrophe von 2002, bei der auch die unterirdischen Depots in dem sandsteinverkleideten Renaissance-Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden, gab den Ausschlag für eine Neukonzeption bei Um- und Ausbau.

Albertinum Dresden, Querschnitt © Staab Architekten GmbH, Berlin
Albertinum Dresden, Querschnitt © Staab Architekten GmbH, Berlin

Die neuen Ausstellungssäle teilen sich die Galerie Neue Meister und die Skulpturensammlung allein. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Gebäudes wird zukünftig die Skulpturensammlung zu sehen sein, die vom Besucher nun auch über einen neu hinzugekommenen Eingang am Georg-Treu-Platz betreten werden kann.  Im neuen gläsernen Schaudepot kann die Antikensammlung bewundert werden und eröffnet dem Besucher bisher unbekannte Einsichten in das Innere des Museums. Im zweiten Obergeschoss werden in einer neuen Dauerausstellung rund 300 Meisterwerke der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart präsentiert. Die Künstlergruppe "Brücke", die 1905 in Dresden gegründet wurde, erhält sogar einen eigenen Raum.

Die Bestände beider Museen mit Malerei von Caspar David Friedrich bis Gerhard Richter sowie Skulptur von Rodin bis ins 21. Jahrhundert besitzen weltweit einen bedeutenden Ruf. Innerhalb der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist das neue Albertinum berufen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft zu schlagen. Während in den Ausstellungsräumen der Kunst der Moderne und Gegenwart eine große Bühne geboten wird, werden hinter den Kulissen des Museumsbetriebes die Gemälde alter und neuer Meister restauriert. Das neue Albertinum ist in seiner Gesamtheit auf Begegnungen zwischen Malerei und Skulptur, Romantik und Moderne, zwischen Ost und West, zwischen gestern, heute und morgen ausgerichtet.

Ausgangspunkt der Bauarbeiten am Albertinum war das Jahrhunderthochwasser 2002. Mit der Überflutung der Dresdner Altstadt - und damit auch des Albertinums - drohte unschätzbares Kulturgut für immer unterzugehen. Doch was damals als Katastrophe begann, stellte sich bald als Chance heraus. Drei Monate nach dem Hochwasser versteigerten mehr als 40 zeitgenössische Künstler bei einer Auktion einige ihrer Werke. Der Erlös von über 3,4 Millionen Euro gab die Initialzündung für die Komplettsanierung des Albertinums zu einem weltweit einzigartigen, hochwassersicheren Museumsgebäude. Der Freistaat Sachsen investierte insgesamt rund 45 Millionen Euro in den Neubau der sogenannten Arche über dem Innenhof sowie die Sanierung des Altgebäudes.

Die sogenannte Arche ist das architektonische Highlight des neuen Albertinums. Der gläserne Zweigeschosser bietet auf 2.400 Quadratmetern Raum für Depot und Restaurierungswerkstätten. In 17 Metern Höhe scheint er über dem Innenhof zu schweben, wird aber von einer weitgehend unsichtbaren Brückenkonstruktion gehalten. Dieses Dach erinnert sinnbildlich an die Arche Noah aus dem biblischen Buch Genesis, die die Schöpfung vor der Sintflut bewahrte. Ein Architekturwettbewerb brachte das kühne Konzept des Berliner Architekten Volker Staab hervor, der bereits mehrfach mit seinen Arbeiten an öffentlichen Gebäuden auf sich aufmerksam gemacht hatte, so beispielsweise 1994 mit der vollendeten Erweiterung des Münchner Maximilianeums oder 1999 mit dem Neuen Museum Nürnberg. Im Jahr 2000 entstand unter seiner Leitung das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt.