Meldungen zum Kunstgeschehen

Zensierte Kunst in Barcelona

Der Württembergische Kunstverein Stuttgart ärgert sich: Die mit ihm gemeinsam produzierte Ausstellung »The Beast and the Sovereign« im Museum für Zeitgenössiche Kunst in Barcelona wurde zensiert.

Eigentlich sollte die Ausstellung am 18. März eröffnen. Doch Bartomeu Marí Ribas, Direktor des Museums, sagte sie ab. Der Grund waren »unauflösbare Unstimmigkeiten«. Diese entfachten sich an Ines' Doujaks Skulptur »Not Dressed for Conquering«, das Ribas als unangemessen empfinden. Unter anderem kann es als eine Karikatur des spanischen Königs Juan Carlos I. gelesen werden.

Dem halten die Kuratoren entgegegen, dass in der Tradition von Parodie, Karikatur und Karnevalsfiguren stünde. Außerdem hätten sie Ribas stets über alle Aspekte der Ausstellung, so auch über die ausgestellten Werke, informiert. So sei die Ausstellung bereits vor Monaten auf der Website des Museums inklusive einer Künstlerliste angekündigt worden.

Auch entfernen wollte man das Kunstwerk nicht. Das Ergebnis: Die Ausstellung wurde abgesagt und auch auf der Website ist sie nicht mehr zu finden. Als hätte es sie nie gegeben. In einem Statement verurteilten der Verein und die Kuratoren das Vorgehen des Direktors des MACBA. 

Der sieht sein Handeln aber gerechtfertigt: Auch der Kunst könne man nicht alles durchgehen lassen.