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Zentralinstitut für Kunstgeschichte jetzt auch auf Google Arts & Culture

70 Jahre gibt es das einzige außeruniversitäre Forschungsinstitut zur Kunstgeschichte in Deutschland jetzt schon. Zum Geburtstag schenkt es sich eigene Präsenz auf Google Arts & Culture und präsentiert hier seine Sammlungen.

Blick auf die Seite des Zentralinstituts für Kunstgeschichte bei google Arts & Culture (Screenshot)
Blick auf die Seite des Zentralinstituts für Kunstgeschichte bei google Arts & Culture (Screenshot)

Seit Ende 2016 arbeitet das Zentralinstitut für Kunstgeschichte mit Google Arts & Culture zusammen. Ziel ist es, den kompletten Bestand der Photothek im ZI von derzeit etwa 900.000 Medieneinheiten über die Plattform Google Arts & Culture einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Die Photothek des ZI ist eine der größten fotografischen Studiensammlungen zur europäischen Kunstgeschichte vom frühen Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Neben vielen historisch wertvollen Schwarzweiß-Abzügen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, besitzt die Photothek eine große Anzahl von Farbdiapositiven und Negativen. Die Schwerpunkte der Sammlung sind: Topographie Deutschland, Kathedralbaukunst Deutschlands und Frankreichs, Mitteleuropäische Wand- und Deckenmalerei, frühneuzeitliche Tafelmalerei, mittelalterliches Kunstgewerbe, Buchmalerei und Werke der NS-Kunst.

Ab sofort ist dank der Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture bereits eine größere Auswahl an Digitalisaten von historischen Ansichten und Bauwerken Berlins zugänglich, ebenso Architekturen Italiens, aber auch von Ernst Reuter oder Peter Behrens.
Darüber hinaus zeigt das Zentralinstitut derzeit vier »Ausstellungen« auf seiner Präsenz:

  • »Der Central Collecting Point und die Gründung des Zentralinstituts für Kunstgeschichte« zeigt historische Aufnahmen der Kunstsammelstelle und erzählt wie daraus das ZI entstand
  • »Architektonische Meisterwerke Italiens – damals und heute« stellt aktuelle Aufnahmen aus Google Streetview und historische Aufnahmen zerstörter Architekturen einander gegenüber.
  • »Hinter dem Rücken Michelangelos – Meisterwerke neu gesehen« zeigt die Skulpturen der Medici-Kapelle im Detail, von der Seite und von hinten. Entstanden sind die Fotografien im Zuge einer umfassenden fotografischen Dokumentation, als die Skulpturen während des Zweiten Weltkriegs vor Luftangriffen in Sicherheit gebracht werden sollten.
  • »Enthüllung des Mailänder Tagebuchs« präsentiert das Tagebuch des Kunsthistorikers Ludwig Heinrich Heydenreich aus dem Jahr 1944 in Digitalisaten und Transkriptionen und erlaubt auf diese Weise Einblicke in seine Bemühungen um die Sicherung von Kunstschätzen

Weitere Ausstellungen sind darüber hinaus geplant.

Über Google Arts & Culture
Google Arts & Culture bietet virtuelle Rundgänge durch bedeutende internationale Kunstmuseen und -sammlungen an und arbeitet dafür mit über 1.000 Organisationen aus über 70 Ländern zusammen. So wird es einerseits dem Nutzer ermöglicht Kunstschätze aus aller Welt kennen zu lernen, andererseits gibt dies kulturellen Einrichtungen moderne Werkzeuge an die Hand, um ihr Kulturerbe online einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Auf der Plattform finden sich mehr als 200.000 Kunstwerke über 6 Millionen Fotos, Videos, Manuskripte und weitere Dokumente zu Themen rund um Kunst, Kultur und Geschichte. Die Ausstellungen von Google Arts & Culture stehen allen Nutzern online und gratis im Internet sowie über die Google Arts & Culture App kostenfrei zur Verfügung.

Zum Zentralinstitut für Kunstgeschichte
Das ZI ist mit einer der weltweit bedeutendsten und größten kunsthistorischen Fachbibliotheken (über 600.000 Bände, über 1.150 laufend gehaltene Zeitschriften, über 65.000 Auktionskataloge), den Bildbeständen seiner Photothek (ca. 900.000 Medieneinheiten) sowie mit zahlreichen international genutzten Online-Angeboten und Datenbanken auch eine zentrale Service-Institution und bietet herausragende Arbeitsmöglichkeiten für die kunsthistorische Recherche. Das ZI hat seinen Sitz im ehemaligen „Verwaltungsbau der NSDAP“ am Königsplatz, heute „Haus der Kulturinstitute“. In diesem Gebäude war im Juni 1945 von der amerikanischen Militärregierung der Central Art Collecting Point (CCP) eingerichtet worden. Aufgabe dieser Kunstsammelstelle war die Rückführung der im Zweiten Weltkrieg durch das nationalsozialistische Regime im In-und Ausland entwendeten Raubkunst an die rechtmäßigen Eigentümer. Seit 1979 steht das ZI in alleiniger Trägerschaft des Freistaats Bayern und gehört zum Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Die Präsenz des ZI auf Google Arts & Culture finden Sie unter www.google.com/culturalinstitute/beta/partner/zentralinstitut-fuer-kunstgeschichte?hl=de