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Zukunft seit 1560. Das Jubiläumsjahr 2010 der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Im Jahr 2010 feiern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ihr 450-jähriges Jubiläum mit einem Kunstreigen.

Historische Quellen belegen die Gründung der fürstlichen Kunstkammer im Residenzschloss durch Kurfürst August im Jahre 1560. Damit hatte er die Grundlage für eine der ältesten und bedeutendsten Sammlungen in Europa geschaffen. Die daraus hervorgegangenen verschiedenen Museen bezeugen die vielfältigen Interessengebiete und weitreichenden Visionen der sächsischen Herrscher. Bis heute sehen sich die Sammlungen verpflichtet, Traditionen zu bewahren, Visionen zu entwickeln und die Zukunft mitzugestalten. In den Ereignissen des Jahres 2010 verdichtet sich alles, was die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ausmacht.

Gesammelt wurden sowohl technische Apparate als auch Kunstgegenstände. Es gilt, die Identifikation mit diesem kulturellen Vermächtnis an die jüngere Generation weiterzutragen“, so Sachsens Kunstministerin Sabine von Schorlemer. „Die Ausstellung ‚Zukunft seit 1560‘ zeigt Phänomene, die zu allen Zeiten den Umgang mit den Sammlungen bestimmt haben. Sie visualisiert den Zukunftsgedanken als treibende Kraft der Entwicklung in fünf großen Kapiteln: Schöpfung- Verlangen- Wissbegierde-Konfrontation-Ausstrahlung“, so die Kuratorin der Jubiläumsausstellung, Dr. Karin Kolb. Wie in der frühen Kunstkammer stehen dabei handwerkliche und naturwissenschaftliche Objekte neben Kuriositäten und Werken der bildenden Kunst. Die Jubiläumsausstellung schöpft dabei sowohl aus dem riesigen Reservoir an eigenen Kunstschätzen, wie auch aus ehemaligen kurfürstlich-königlichen Sammlungen. Deutsche und internationale Leihgaben ergänzen die Ausstellung. Sie kommen unter anderem aus dem Pariser Louvre oder der Eremitage in St. Petersburg. Das Musée de la Renaissance – Ècouen (Frankreich) hat der Jubiläumsausstellung eine mehr als vier Meter lange Drahtziehbank von 1565 als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Kurfürst August hatte das außergewöhnliche Objekt in Nürnberg anfertigen lassen, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Er soll damit sogar selbst Silberdraht aus Silber gezogen haben. Als Leihgabe der Münchner Staatsgemäldesammlungen werden nach 420 Jahren der Trennung Albrecht Dürers „Maria als Schmerzensmutter“ und die dazugehörigen sieben Tafeln „Die sieben Schmerzen der Maria“ für kurze Zeit erstmals wieder vereint zu sehen sein. Bereits im 16. Jahrhundert waren die Tafeln von der Madonna getrennt worden. Ganz gleich ob der Krebsautomat von Hans Schlottheim aus dem Jahr 1590, sieben Gemälde aus dem Sonderauftrag Linz, deren Identität teilweise in Vergessenheit geraten war, eine feuervergoldete Planetenlaufuhr, die die Faszination Augusts des Starken für Astrologie zeigt oder mit Blattgold belegte javanischen Schattenspielfiguren - zum ersten Mal zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eine Ausstellung aus einer solchen Menge und Vielfalt an Exponaten.