Warshots

Rüstzeug für die Schlacht

Aufgeputscht zogen hunderttausende junge Männer und Künstler 1914 in den Krieg. Wie er hundert Jahre später in Museen und Publikationen ankommt, erfahren Sie in unseren Buch- und Ausstellungsbesprechungen zum Ersten Weltkrieg!
                            

Otto Dix, Sturmtruppe geht unter Gas vor, 1924 © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Otto Dix, Sturmtruppe geht unter Gas vor, 1924 © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. Anlass für uns, einen Blick darauf zu werfen, wie Künstler kriegerisches Geschehen dokumentieren und kommentieren, heroisieren oder kritisieren.


Schrecken, Tod, Gewalt. Die Visualität des Krieges

Gewalt − sie lässt uns erschauern, treibt den Puls in die Höhe, lässt uns vor Empörung aufspringen und Mitleid mit den Opfern empfinden. Seit Jahrhunderten erzeugen Gewaltdarstellungen diese Wirkung beim Betrachter. Bilder von Kriegen werden zu Projektionsflächen.

Anders als direkten Kriegsteilnehmern und –beobachtern wird der Mehrheit der Menschheit die Kriegserfahrung anderer über verschiedene Medien vermittelt. Sie lassen den Krieg für den Betrachter daheim real erscheinen. Die Wahl des Mediums gibt dabei bereits über Informations- und Aussageabsichten Aufschluss. Die Fotografie gilt gemeinhin als vermeintlich neutrales Medium, das den Anspruch verfolgt, authentisch Bericht zu erstatten. Dem widersprechen Bildausschnitte mit möglichst symbolischem Charakter und inszenierte Aufnahmen. Malerei und Grafik gesteht man diese Veränderung der Realität jedoch von vornherein zu: Sie sollen bewegen. Eine besondere Rolle bei der Deutung und Vermittlung von Kriegserfahrung spielt die Wiedergabe von Gewalt und Tod. Was hält die Kunstgeschichte dazu bereit? Was verrät sie uns über Wahrnehmung, Auffassungen und Vorstellungen vom Krieg?

Das Antlitz des Weltkrieges. Soldatendarstellungen bei Ernst Jünger, Otto Dix und Max Beckmann

Anders als am 2. Weltkrieg, dem die Literatur Landserhefte, die Kunst aber wohl überhaupt nichts zu verdanken hat, haben sich Kunst und Literatur am 1. Weltkrieg abgearbeitet. Große Romane schildern seinen Schrecken, und einige bedeutende Maler gingen aus ihm hervor. So besitzt dieser Krieg noch heute ein Gesicht für uns. Stefan Diebitz hat es in Bildern von Otto Dix wie in den Kriegsbüchern Ernst Jüngers gefunden. ... weiterlesen

Manifestationen des Geistes − Kunst des Expressionismus, Futurismus, Dada und Konstruktivismus

Das 20. Jahrhundert ist geprägt von radikalen politischen wie gesellschaftlichen Umbrüchen. Dies schlägt sich auch in der Avantgarde-Kunst nieder: Im Expressionismus explodieren Farben, im Kubismus zersplittern Formen, in der Dada-Bewegung verlieren Inhalte jede Bedeutung und im Konstruktivismus wird der Künstler zum Ingenieur. Es ist die Zeit der Manifeste, Programmhefte und Flugblätter. Doch was steht genau drin? Wir werfen einen Blick drauf. ... weiterlesen

Künstler im Krieg
Künstler im Krieg