Gartenkunst

Gartenparadiese: Ob wild, ob streng angelegt, ob groß oder klein - eine Oase für die Kunst.
Gartenparadiese: Ob wild, ob streng angelegt, ob groß oder klein - eine Oase für die Kunst.

Der Garten - mehr als nur ein Schreberparadies

Denn nicht nur piefige Kleingärtner und Hinterhofgemüsezüchter träumen vom kleinen grünen Paradies. Nein, der Garten hat mehr zu bieten: Er ist Sehnsuchtsort und Ruhepunkt, aber auch repräsentatives Prunkstück für Herrscher und Spielwiese für kreative Gärtner – und Künstler!

Schon im Altertum lassen sich Hinweise auf prunkvolle Grünanlagen entdecken: Im Alten Ägypten verwandelten Tempelgärten die Wüste in eine Oase, legendär sind die Hängenden Gärten von Babylon und schon im alten Rom stiftete Pompeius den ersten Park der Welt, während japanische und chinesische Gärten die wilde Natur nachahmten. Im Mittelalter standen sich der symbolisch aufgeladene hortus conclusus und der sinnliche hortus amoenus gegenüber. Doch erst in Renaissance und Barock wurden schließlich die Grundlagen der europäischen Gartenkunst gelegt.

Daher verwundert es nicht, wenn der Garten auch Thema der Kunstgeschichte ist. Auf den ersten Blick hat sie es besonders schwer, schließlich sind diese grünen Meisterwerke ständig im Wachsen und Vergehen begriffen und gerade die Schmuckbeete sind einer stetigen Umgestaltung unterworfen. So werden Gemälde und, sofern überhaupt vorhanden, Pläne und Entwürfe zur wichtigen Quelle. Umsichtige Pflege und genaues Augenmaß machen den Gärtner hier zum Kunsthistoriker und Denkmalpfleger, der sich mit historischen Bepflanzungen, Farbschemata und vielem mehr auseinandersetzt.

Und dies hat auch die Denkmalpflege erkannt: 1975 fand zum ersten mal ein »Europäisches Jahr für Gartendenkmalpflege und Heimatschutz« statt und heute beschäftigen sich verschiedene Disziplinen, auch die Kunstgeschichte, mit der Gartenkunst und Gartengeschichte: Geschichte, Philologie und Architektur finden hier ihre Themen, aber natürlich sind auch Geographie und Botanik, Wissenschafts- und Technikgeschichte sowie die Landschaftsarchitektur vertreten.

Die kleinen und großen grünen Paradiese sind mehr als nur Orte der Ruhe, sie sind ein facettenreiches und vielfältiges Thema, das immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit rückt.

Blick in den Park Tiefurt bei Weimar
Blick in den Park Tiefurt bei Weimar

Gärten im Blick

Anna Zika: Geist und Gefühl. Ein literarischer Begleiter durch den Wörlitzer Park, VDG Weimar 2011

Als Laboratorium eines Landschaftsgartens stellt das Gartenreich Dessau-Wörlitz ein Kleinod dar und insbesondere der Wörlitzer Park fasziniert jedes Jahr Besucher aus aller Welt. Der ist aber mehr als nur eine hübsche Ansammlung aus Büschen und Bäumen, sondern beruft sich auf philosophische und literarische Vorbilder. In Ihrem Buch trägt Anna Zika diese zusammen und schuf einen informativen Reisebegleiter, findet Walter Kayser. … weiterlesen

Geist und Gefühl © Cover VDG Weimar
Geist und Gefühl © Cover VDG Weimar

Die Gärten Venedigs und des Veneto © Cover DVA
Die Gärten Venedigs und des Veneto © Cover DVA

Jenny Condie: Die Gärten Venedigs und des Veneto, DVA 2013

Lange Nächte, verregnete und verschneite Tage - im Winter träumen wir vom Sommer mit seinen langen Sonnentagen und üppig blühenden und grünenden Gärten. Also genau die richtige Zeit, sich in Gartenlektüre zu vertiefen und ein wenig zu träumen. Walter Kayser hat das getan und sich von Jenny Condies Buch nach Venedig und Umgebung entführen lassen. ... weiterlesen


Tassilo Mozer: Gartenkunst & Künstlergärten. Ein Führer durch Umbrien, Latium und die Toskana, Parthas 2014

Was verbindet Niki de Saint-Phalle und Daniel Spoerri mit dem Renaissance-Fürsten Vicino Orsini und dem antiken Kaiser Hadrian? Sie alle haben in räumlicher Nähe zueinander einen Garten gestaltet. Der Band versammelt insgesamt 60 Orte von der römischen Antike übers Mittelalter bis in unsere Gegenwart. Walter Kayser hat ihn gelesen und möchte sofort losfahren.
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Gartenkunst und Künstlergärten © Cover Parthas
Gartenkunst und Künstlergärten © Cover Parthas

Beet im Schlosspark Veitshöchheim
Beet im Schlosspark Veitshöchheim


Felsengärten, Gartengrotten, Kunstberge © Hirmer Verlag
Felsengärten, Gartengrotten, Kunstberge © Hirmer Verlag

Uta Hassler (Hrsg.): Felsengärten, Gartengrotten, Kunstberge. Motive der Natur in Architektur und Garten, Hirmer 2014

Ein prächtiger Band mit zahllosen Illustrationen und anregenden Aufsätzen beschäftigt sich mit künstlichen Landschaften, also mit aufgeschütteten Bergen, spektakulären Brücken oder kunstvollen Grotten in Parks und fürstlichen Gärten. Wortwörtlich gehen hier Kunst und Natur eine Verbindung ein. Stefan Diebitz hat das Buch gelesen. ...weiterlesen

Gartengeschichte

Stefan Schweizer/Sascha Winter (Hg.): Gartenkunst in Deutschland. Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Im März 2013 hat der Sammelband mit dem ambitionierten Titel »Gartenkunst in Deutschland - Von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart« den ersten Platz beim Gartenbuchpreis in der Kategorie »Bestes Buch über Gartengeschichte« verliehen bekommen. Ein Grund, sich dieses mit 5 Pfund schon äußerlich sehr gewichtige Werk einmal genauer anzusehen, sagte sich Walter Kayser.
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Stefan Schweizer: André le Nôtre und die Erfindung der französischen Gartenkunst

Vor vierhundert Jahren wurde André le Nôtre, der Gartenkünstler des Sonnenkönigs, geboren. Sein Ruhm verbreitete sich bereits zu Lebzeiten in ganz Europa. Der untrennbar mit seinem Namen verbundene französische Garten revolutionierte die Landschaftsarchitektur. Le Nôtres Raumkonzepte beeinflussten die Städteplanung des 19. Jahrhunderts und wirken fort bis in die Gegenwart. Ein trefflicher Anlass für eine Würdigung des Künstlers, der trotz allem etwas im Schatten der Kunstgeschichte steht. Ulrike Schuster verrät Ihnen mehr.
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Horst Bredekamp: Leibniz und die Revolution der Gartenkunst. Herrenhausen, Versailles und die Philosophie der Blätter

Wie viele Funken ein gelehrter Kopf und erfahrener Wissenschaftler aus der Entstehungsgeschichte eines Gartens schlagen kann, demonstriert Horst Bredekamp in seiner meisterhaften Studie über den großen Garten von Herrenhausen in Hannover, an dessen Anlage kein Geringerer als Gottfried Wilhelm Leibniz an entscheidender Stelle beteiligt war. Stefan Diebitz hat das schmale, aber gewichtige und enorm gedankenreiche Buch über das »Treibhaus von Erkenntnissen« gelesen. ... weiterlesen

Gärtnerbiographien online

Biographische Kurzdaten, aber auch bibliographische Vermerke zu Gärtnern und Gartenfirmen stehen bei der Bücherei des Deutschen Gartenbaues e.V. online bereit. Damit erschließt die Bücherei ihre Bestände weiter für die digitale Nutzung.

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Der Skulpturenradwanderweg Sculptoura zwischen Waldenbuch und Dätzingen

Ein mächtiges Vogelnest auf meterhohen Stelen, die großen Dichter Schiller und Goethe gemeinsam in Stahl sowie Quadrate und Würfel in allen Größen und Farben erwarten den Besucher des neu eröffneten Skulpturenradwanderweg zwischen Waldenbuch und Dätzingen in Baden-Württemberg. Dieser darf bis September 2015 begangen oder befahren werden. Günter Baumann weist in seiner Eröffnungsrede auf die Schmankerl der Strecke hin. … weiterlesen