Porträtkunst

Zwischen Individualität und Idealisierung

Zahlreiche namhafte Maler, Grafiker und Bildhauer haben sich im Lauf der Kunstgeschichte intensiv damit befasst, das Wesen einer Person zum Ausdruck zu bringen.  Dadurch haben sie im Bereich Porträt zur Entwicklung einer großen Darstellungsvielfalt beigetragen: Von der Porträtbüste in der römischen Antike über die Porträtmalerei im 17. Jahrhundert und die Porträtfotografie des 19. Jahrhunderts ist das Genre auch in die Filmkunst eingegangen.

Expressivität von der Antike bis zum Film
Expressivität von der Antike bis zum Film

Das Porträt als Büste gilt als eine typisch römische Bildnisform. Die meist idealisierten Porträts folgten Konventionen, die auf kollektiven Wertevorstellungen fußten. Bestimmend waren Frisurenmoden, ein konventioneller mimischer Ausdruck und die Frage, ob Alter dargestellt oder unterdrückt werden sollte. Kaiserzeitliche Herrscherbüsten wurden durch Kleidung und Attribute (Ehrenkränze, Harnisch, Toga) näher charakterisiert. Das republikanische Porträt hingegen schreckte nicht vor herbem Realismus zurück und war Vorbild für die gesamte Porträtplastik der westlichen Hemisphäre seit der Renaissance.

Den Weg für die Wahrheit in der Menschendarstellung bereitete der deutsch-österreichische Bildhauer Franz Xaver Messerschmidt (1736-1783) mit seiner aggressiven Charakterisierungskunst. Ihren Höhepunkt erreichte diese Entwicklung mit der Porträtfotografie. In einer bis datio nicht erreichten Genauigkeit konnte nun das  Wesen des Motivs eingefangen werden. In der Porträtmalerei des 20. Jahrhunderts steigerten die Künstler die Wirkung ins Expressive.

Doch erst mit der Erfindung des Films konnte sich der Betrachter ein lebendiges Bild von einer Person machen. In fiktionalisierter Form erzählt beispielsweise die Filmbiografie, auch Biopic, aus dem Leben einer historisch belegbaren Figur. Büsten, Gemälde und Fotografien konnte dazu lediglich Hinweise liefern. Eine Sache haben sie dennoch gemeinsam: Ohne bezeichnende Mimiken und Gesten kommen die Schauspieler auch nicht aus.


Georg Pencz © Cover Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft
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Er war einer der drei »Gottlosen Maler von Nürnberg« und löste Albrecht Dürer als DEN Nürnberger Maler nach dessen Tod ab: Georg Pencz. Ein großer Name also, der aber in der Kunstgeschichte bisher kaum ausreichend gewürdigt wurde. Katrin Dyballa ändert das nun mit ihrer Untersuchung zu Leben und Wirken des Nürnbergers. Ulrike Schuster hat das Werk mit Freuden gelesen.

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Lebensgroße keroplastische Porträtfiguren kennen wir heute vor allem aus Wachsfigurenkabinetten und als touristische Attraktion. Innerhalb der höfischen Residenzkultur der Frühen Neuzeit dagegen erfüllten sie auch politisch-repräsentative Funktionen. Die Studie widmet sich explizit dieser besonderen Porträtgattung und zeigt, wie das wächserne Körperdouble das Erscheinungsbild der Regenten inszenierte. Christian Welzbacher weiß mehr.

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