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Tagung: Umkämpfte Wege der Moderne. Perspektiven auf Gesellschaft und Kunst im Deutschen Reich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vom 12. bis 14. Oktober 2017 in Potsdam

Das Potsdam Museum widmet sich in seiner Tagung der Rolle Potsdams auf dem Weg zur künstlerischen Moderne. Dabei nehmen die Referenten die Zeit um 1900 in den Blick.

Als eines der politischen Zentren des Deutschen Reiches wurde die idyllisch-pittoreske Hohenzollernresidenz Potsdam 1918 zum symbolischen Schauplatz des Umbruchs der Moderne. Die Abdankung des deutschen Kaiser Wilhelms II. bedeutete den Endpunkt der Monarchie. Die in der Folge um das politische und gesellschaftliche Erbe entbrannten Machtkämpfe polarisierten weite Teile der Gesellschaft und ließen ein politisch und kulturell konträres Klima entstehen, das seinen Niederschlag auch in Potsdam und der Partnergemeinde Nowawes, dem heutigen Stadtteil Babelsberg, fand. Mit dem Ausbruch der Novemberrevolution positionierten sich progressive, moderate und konservative Akteure gegeneinander und nutzen die privaten und öffentlichen Lebenswelten, um ihre politischen, sozialen und künstlerischen Positionen im Kampf um Deutungshoheit zu zementieren. Einer dieser Standpunkte fand seinen gestalterischen Widerhall in der 1918 formierten Novembergruppe, die als „Vereinigung der radikalen Künstler“ im Kontext von Aufbruch, Revolution und Neubeginn einen Weg in die Moderne beschritt.

Welche gesellschaftlichen und künstlerischen Strömungen der Moderne sind nach dem Ersten Weltkrieg in Europa und der neugeschaffenen deutschen Republik zu beobachten? In welcher Weise interagieren diese miteinander? Wie gestalteten sich die Kämpfe der verschiedenen gesellschaftlichen und künstlerischen Strömungen? Welche Rolle spielen spezifische Milieus für die Kämpfe um Deutungshoheit und gesellschaftliche Zukunftsentwürfe im öffentlichen Raum? Wie lassen sich diese Auseinandersetzungen im lokalen Raum bzw. in Potsdam nachvollziehen? Diesen und weiteren Fragen geht das Symposium in Vorbereitung zweier großer Sonderausstellungen 2018/19 im Potsdam Museum nach. Im Mittelpunkt der ersten Ausstellung wird der Schweizer Künstler und Mitbegründer der Novembergruppe Wilhelm Schmid stehen, der zeitweise auch in Potsdam lebte und arbeitete. Die sich anschließende kulturhistorische Ausstellung wird sich mit den gesellschaftlichen Entwicklungen in Potsdam und Babelsberg in der Zeit der Weltkriege beschäftigen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Orten aufzeigen. Das Symposium dient dem Austausch und der Diskussion und steht Experten der beiden Schwesterdisziplinen Kunst- und Geschichtswissenschaft ebenso offen wie einer breiten Öffentlichkeit.

Programm

Donnerstag, 12. Oktober 2017

14.00 Uhr Anmeldung

15.00 Uhr
Begrüßung Jutta Götzmann
Begrüßung Birgit Katharine Seemann

Panel zum Begriff der Moderne sowohl aus (kultur-)historischer, als auch aus kunsthistorischer Perspektive

15.30 bis 16.15 Uhr
Christof Dipper: Die historische Schwelle 1890-1930. Eine Skizze

16.15 bis 17.00 Uhr
Monika Flacke: Clash of Futures. Gegenläufige Tendenzen in der Moderne

17.00 bis 17.45 Uhr
Patrick Merziger: Die andere Moderne. Populäre Medien und Massenkultur im Nationalsozialismus

19.30 Uhr
Lesung von Schauspielern des Hans Otto Theaters „Abend über Potsdam (Lotte Laserstein)“ im Potsdam Museum

Freitag, 13. Oktober 2017

9.00 Uhr Anmeldung

Panel zu gesellschaftlichen und künstlerischen Entwicklungslinien im Deutschen Reich

10.00 bis 10.45 Uhr
Ursula Büttner: Gespaltene Republik – gespaltene Kunst. Einstellungen zu Revolution und Weimarer Demokratie

10.45 bis 11.30 Uhr
Britta Kaiser-Schuster: Stationen der Moderne

11.30 bis 12.15 Uhr
Janina Nentwig: Engste Vermischung von Volk und Kunst. Die Novembergruppe 1918-1935

12.15 bis 13.00 Uhr
Diskussion

Mittagspause

Panel zu Potsdam – Vorstellung des Ausstellungsprojekts des Potsdam Museums

15.00 bis 15.45 Uhr
Jutta Götzmann: Kommen und Bleiben in der Avantgarde. Wilhelm Schmid und seine Verbundenheit mit Berlin, Potsdam und der Novembergruppe

15.45 bis 16.30 Uhr
Wenke Nitz: Umkämpfte Zukunft. Potsdam und Babelsberg in der Zwischenkriegszeit

16.30 bis 17.15 Uhr
Jörg Limberg: Wilhelm Schmid als Architekt in den Strömungen der Zeit

17.15 bis 17.45 Uhr
Diskussion

Samstag, 14. Oktober 2017

9.30 Uhr Anmeldung

Panel zu Potsdam und Blick auf Dresden

10.00 bis 10.45 Uhr
Andreas Hüneke: Kunststadt Potsdam?

10.45 bis 11.30 Uhr
Jörg Kirschstein: Das Ende der Hohenzollern. Potsdam und die Dynastie 1918

11.30 bis 12.15 Uhr
Justus H. Ulbricht: Zwischen Fortschrittstaumel, Zukunftsangst und Kulturkritik. Ein Blick auf das Dresden der Zwischenkriegszeit

12.15 bis 12.45 Uhr
Abschlussdiskussion

13.00 Uhr
Ende des Symposiums

Unkostenbeitrag bei Teilnahme an der gesamten Veranstaltung: 15 Euro | Unkostenbeitrag für einen Tag: 5 Euro
Wir bitten um Anmeldung bis zum 9. Oktober 2017.
Anmeldung unter: museum-geschichte@rathaus.potsdam.de
Weitere Informationen unter www.potsdam-museum.de

Adresse
Potsdam Museum - Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam
Telefon: +49 331 2896868
Fax: +49 331 289 6808

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