Ausstellungsbesprechungen

3. Thüringer Landesausstellung

Das Rosenwunder. Moritz von Schwind hat es 1864-67 in den Wandmalereien auf der Wartburg gestaltet. Seine Bilderfolgen von der Heiligen sind im kollektiven Gedächtnis bis heute besonders lebendig geblieben. Winter, nach der Jagd: Landgraf Ludwig trifft seine Gemahlin auf dem Weg von der Burg hinab nach Eisenach mit hoch geschürztem Kleid. Er fragt sie: Was hast Du denn in Deinem Kleid? Sie öffnet das Kleid, Rosen entfallen ihm. Sie schmelzen den Schnee vor beider Füßen weg. Er: ich habe ja gewusst, dass Du mich nicht enttäuschst. - Geschehen war ein Wunder: Brot, das Elisabeth den Armen bringen wollte, hatte sich in Rosen verwandelt. Diese Geschichte stammt aus den frühesten vitae Elisabeths. Vorausgegangen war, dass Elisabeth bei der Hungersnot 1226 in Eisenach die landgräflichen Kornkammern für die Bevölkerung geöffnet hatte. Das erschreckte die Hofgesellschaft maßlos.

»Herzallerliebste Elisabethlein, mein edler Schatz und schöner Spiegel« (aus dem Testament Ludwigs IV. für Eilsabeth)

 

Elisabeth von Ungarn hat Fesseln abgeworfen wie keine andere Frau ihrer Zeit. Für sich sucht sie den Weg zu einem selbst bestimmten Leben. Einmal aufgespürt, ist sie ihn konsequent und schmerzensreich Schritt um Schritt zu Ende gegangen bis zu ihrem frühen Tod mit 24 Jahren. Nur vier Jahre danach wird sie mit einmaliger Geschwindigkeit kanonisiert. Seit dem Akt der Kanonisierung hält wegen ihr die europäische Welt den Atem an. Sie war keine ferne Märtyrerin, sondern ein bis zuletzt handelnder Mensch, dessen Lebensumstände bekannt sind. Um 1200 ist die Glaubenswelt bereit zu einer grundsätzlichen Erneuerung ihrer Positionen. Das ging offenbar nur mit so starken Vorbildern wie Franziskus von Assisi, Dominikus und Elisabeth. Wie und unter welchen Konstellationen ist das alles passiert?

 

Einblicke in mittelalterlichen Lebensumstände öffnen sich heute nur zäh wegen der ernormen Unwissenheit in Glaubensdingen sowie der Epoche. Die Ausstellungsmacher in Eisenach können auch nur schmale Erkenntnispfade zur historischen Persönlichkeit Elisabeths öffnen. Historische, theologische und literaturgeschichtliche Kontexte liegen verborgen in den zwei gewaltigen Katalogen, einem mit den kunsthistorischen Exponaten, dem anderen vorwiegend mit historischen Aufsätzen. In der Ausstellung werden 350 mittelalterliche Originalexponate: Preziosen aus Archiven, Klöstern, Kirchen, Museen und Privatbesitz aus aller Welt gezeigt. Ihr Wert ist so hoch, dass die Einzelstücke sich meist in Tresorvitrinen in völlig abgedunkelten Räumen befinden. 

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Im Treppenhaus hängt das einmalig ausgeliehene Glasfenster von 1240 aus der Elisabethkirche in Marburg. Diese Fenster sollten die Heiligenverehrung der Wundertätigen in der modernsten Wallfahrtskirche nördlich der Alpen einem nicht endenden Pilgerstrom bildhaft vorführen. Zur Erhebung der Gebeine am liturgischen Ort pilgert eine Million Menschen nach Marburg. Nie verstanden hat man aus rein kunsthistorischer Sicht, weshalb ausgerechnet in der Elisabeth-Kirche in Marburg der Keim der Gotik steckt. Marburg ist eines der größten europäischen Pilgerziele gewesen. Der Elisabeth-Kult als Nachgeschichte stellt ein eigenes Kapitel dar.

 

Ob Fachmann oder Laie, beide sind in jedem Fall damit überfordert, sich an Ort und Stelle aus dem facettenreichen Angebot ein komplexes Bild von Elisabeth zu machen. Elisabeths weit gespanntes Umfeld erschließt sich nur dem geneigten Leser des Katalogs. Das präsentierte Gesamtbild aus Schauen und Lesen erscheint als ein Flickenteppich. Anliegen von Ausstellung und Katalog klaffen daher kaum verkraftbar auseinander. Wichtig sind den Veranstaltern große Linien wie Verknüpfungen von Reichsgeschichte und Thüringer Landgrafen, Elisabeths Herkunft väterlicherseits aus dem ungarischen Königshaus, mütterlicherseits aus dem Geschlecht der Andechs-Meranier, Verlobung und Ehe, die Marburger Zeit, Elevatio, Translatio ihrer Gebeine und die Kanonisierung.

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Noch schwerer ist es, die reichspolitischen Großkonstellationen zu verstehen, in denen die Thüringer Landgrafen, der König von Ungarn, der Kaiser und drei Päpste speziell im Fall Elisabeth miteinander agieren. Hinzu kommt die Kreuzzugspolitik. Doch diese historischen und religionsgeschichtlichen Aspekte, ohne die das Netzwerk nicht nachzuvollziehen ist, in das Elisabeth verstrickt war, sind ohne Kenntnis des Katalogwerks nur oberflächlich zu verstehen – wie die meisten Besprechungen zeigen, die sich vielfach im Anekdotenabseits aufhalten oder in manchen Fällen von vornherein auf das Nebenfeld des »Elisabeth«-Musicals ausgewichen sind.

 

Die Welturaufführung des Musicals »Elisabeth von Thüringen« als massenkulturelles Event in Eisenach ist zweifellos der beste Schmuckrahmen um das teure Ausstellungsstück. Aber er ist nicht alles. Die universitätslastige Gesamtschau liegt wie ein Bildungsberg da. Seine Besteigung lohnt sich auf alle Fälle. Jedenfalls ergibt sich aus der Zusammensicht von Kunstwerken und Texten ein überraschend frisches Elisabeth-Bild. In erster Linie bietet sie die rigorose Revision des vom Protestantismus ausgedünnten Elisabeth-Konzepts: Darin erscheint immer dieselbe Mitleidige, die an keinem Armen und Kranken vorbeigehen kann, ohne ein Stück Brot aus ihrem Kleid herauszuzaubern.

 

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Genauso hat auch Moritz von Schwind sie in den Wandgemälden der Wartburg gesehen. Doch sein romantischer Hochstil macht aus Elisabeth eine der schönsten Märchenfiguren wie von den Brüdern Grimm geschaffen. Im Stadtschloss am Markt läuft gleichzeitig eine Projekt der Wartburg-Stiftung mit 7 Gegenwartskünstlern zu Elisabeth von Thüringen. Die Ausgewählten prolongieren dieses Bild der barmherzigen Brotgeberin zwischen schön und ausgemergelt ins Unerträgliche. Es leuchtet nichts, aber auch gar nicht anderes auf. Obwohl es diesen Fürsorge- und Armenpflegeaspekt gibt, wirkt er doch in seiner Einseitigkeit fast lächerlich. Entschuldbar ist dieses protestantische Heiligenbild am ehesten dann, wenn man bedenkt, dass Elisabeth die einzige Heilige ist, die die Reformation überlebt hat. Franz List und Richard Wagner haben ihr musikalische Denkmäler für die Ewigkeit gesetzt.

 

Neue Sichten

 

Im Katalog kann man Neues über die Kindheit Elisabeths auf der Königsebene erfahren: Das einflussreiche ungarische Königshaus betreibt eine offensive, eng mit der Reichs- und Kreuzzugpolitik sowie dem Papsttum verbundene Heiratspolitik. Auch nicht näher untersucht waren bisher die Lebensjahre der Fürstin in Eisenach, die Einflüsse der franziskanischen Bettelordensbewegung, der frühen Frauenbewegung und der Mystik. Im Katalog werden sie umfänglich behandelt und erscheinen als entscheidend für die Weichenstellung Elisabeths nach ihrer Heirat und als Witwe.

 

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Verlobung und Heirat Elisabeths von Ungarn

 

Die Verlobung der Vierjährigen im Jahr 1211 mit dem künftigen Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen gründet auf dem politischen Kalkül des Ungarnkönigs Andreas II., (1204-35) Elisabeths Vater, das Reichsgeschehen zu beeinflussen. Er verheiratet seine Kinder in große Fürstenhäuser. Die Mutter ist eine Andechs-Meranierin. 1211 reist Elisabeth im prachtvollen Zug, ausgestattet mit einer beachtlichen Mitgift von Ungarn nach Eisenach. Unter den Begleitern befinden sich ranghohe Adlige und zwei Kinder. Auf der Wartburg werden sie empfangen von Hermann I., dem Schwiegervater, dessen zweiter Gemahlin Sophia sowie den Kindern: Ludwig, Heinrich Raspe, der später ihr schärfster Gegner werden sollte und Konrad, der mit seinem Beitritt zum Deutschen Orden ebenfalls dem weltlichen Leben entsagt.

 

Sind Verlobungen von Kleinkindern aus dynastischen Gründen normal, so war es nicht üblich, das Kind schon mit der Verlobung an den Ort seiner Bestimmung zu führen. Künftige Ehepartner sehen sich erstmals kurz vor der Heirat. Elisabeth wächst somit in Eisenach unter mindestens fünf Kindern auf. Hieraus ergeben sich bisher nicht gesehene Einflüsse auf ihre Entwicklung: Die Menschen, mit denen Elisabeth später als Landesherrin umgehen, das Hofleben, dem sie vorstehen wird, lernt sie von Grund auf mit der Leichtigkeit eines Kindes kennen. Damit umgeht sie Tücken, die plötzliches Anpassen an neue Verhältnisse bereithalten. Ein Glücksfall oder der Grund für spätere Spannungen? Unbefriedigend bleibt im Katalog die Darstellung der Kindheit, über die es in den vielen zeitnahen Elisabeth-Biografien viele Ereignisberichte gibt – allein schon in dem Verhör zur Kanonisation von ihrer Hofdame Isentrud von Hörselgau, die mit der Vierjährigen aufgewachsen ist. Mittelalter-Historiker verbergen sich hier hinter einer distanzierten, auf verbürgte Fakten setzenden Geschichtsbetrachtung. Alles ist sachlich und spröde vor lauter Berührungsängsten. Mut zur Verlebendigung dieses fulminanten Wissens hätten vielleicht Literaturwissenschaftler oder Theologen aufgebracht. Diese Fachgebiete sind jedoch nicht einbezogen.

 

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Die Heirat mit Ludwig IV. findet im Jahr 1221 statt. Übereinstimmend berichten Quellen von einer Liebesheirat. Auch hierzu geben die verstreuten Bilddokumente und Elisabeth-Zitate von Zeitzeugen sowie bewegende Bilder aus der Buchkunst ein völlig neues Bild. Man ist sprachlos. Das neue wird jedoch nicht zusammengefasst. Man erfährt es nur aus dem Hin- und Herlesen. Hier hätten die Sänger vom Wettstreit auf der Wartburg, die mit ihren Originalwerken in den Vitrinen liegen, einspringen können. 

 

Ein Jahr nach der Eheschließung besucht Elisabeth mit ihrem Ehegatten die ungarische Heimat. Sie trifft nur den Vater an. Die Mutter ist ermordert worden. Dieser Verlust hat Elisabeths erste Visionen ausgelöst. Weshalb bleibt die Geschichte im Dunklen? Eine Sache der ungarischen Forschung?

 

Elisabeth ist eine Jugendliche als sie in den Bannkreis der franziskanischen Armutsbewegung gerät. Franziskus von Assisi und Dominikus sind bereits kanonisiert von Papst Innozenz III. Um 1200 ist zu religiösen Fragen eine beispiellose Reformbewegung entstanden. Die Bettelorden setzen sich im Reich durch, andere Reformbestrebungen werden als Ketzertum verfolgt. Ludwig IV. hat um 1222 dem Missionar Rodeger gestattet, vor den Stadtmauern Eisenachs eine Kapelle zu errichten. Mit Rodeger fasst die Armutsbewegung in Eisenach, das erst seit 1180 Stadtrecht besitzt, Fuß. Alsbald kommt es zur ersten Begegnung zwischen Elisabeth und dem Franziskaner. Elisabeth, die Landgräfin mit der fürstlichen Exquisitausstattung, erwärmt sich rasch an dem asketischen Lebenskonzept – unschätzbare Seidenstoffe mit Webornamentik (Abb. 131-135), Schuhe, Schmuck, Möbel und liturgisches Gerät veranschaulichen den außergewöhnlich hohen Lebensstil auf der Wartburg. 

 

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Bei der großen Hungersnot von 1226 gibt Elisabeth den Armen Getreide aus den landgräflichen Kornkammern. Dieses spektakuläre Ereignis vor dem Tod Ludwigs hat die höfische Gesellschaft maßlos brüskiert. Alles Schöne legt Elisabeth nach und nach ab. Es geht ihr fortan um Nächstenliebe und um die Vorstellung, nur von Selbstverdientem, nicht von der Arbeit anderer Menschen zu leben: In der St. Michaels – Kapelle spinnt sie Wolle für die Kleidung der Minderbrüder. Hier verbringt sie nach Vertreibung von der Wartburg mit ihren drei Kindern die ersten Nächte. In dieser Kapelle wird sie am Karfreitag 1228 der Welt entsagen.

 

 

Elisabeth im Spannungsfeld von Adelsstand und christlichen Idealen

 

Hermann I., Elisabeths Schwiegervater, ist 1181 vom Kaiser zur Unterstützung der Reichspolitik belehnt worden mit der Landgrafengrafschaft Thüringen, dem heutigen Hessen, der Markgrafengrafschaft Sachsen und der Lausitz. Damit beherrscht er das umfangreichste Territorium in der Reichsmitte. Diese kaiserliche Nobilitierung macht die Landgrafen ebenbürtig mit anderen Reichsfürsten. Nun berufen sich die Landgrafen auf ihre Ursprünge unter Karl dem Großen. Reichspolitik wird ein Handlungsfeld.

Sie errichten die Wartburg als eine der ersten festen Residenzen mit einflussreicher Hofhaltung. Nebenher besteht die Stadtresidenz am Markt in Eisenach. Der Palas mit drei Geschossen ist bis 1162 vollendet. 1172 wird er um das vierte Obergeschoss mit Festsaal erweitert. Er gilt als die qualitätvollste hochromanische Burg (Abb. S. 96).

 

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Das Fürstenhaus entfaltet auf der Wartburg eine höfische Hochkultur, die belegt wird mit einer Fülle künstlerischer Zeugnisse aus Tischsitten mit Tafelgerät ( Aquamanile, Pokale ), Buchkunst, Illuminationen, Codices, Psalterien, Gebetbüchern usw. Der Hof wird verglichen mit dem Karls des Großen und dem imaginären Artus-Hof. Höhepunkte bilden die Sängerwettstreite, an denen berühmte Dichter und Minnesänger teilnehmen. Glanzgestalten dieser Wettbewerbe sind Walter von der Vogelweide, Heinrich von Veldecke, Wolfram von Escheinbach, Herbert von Fritzlar, Heinrich von Ofterdingen. Auch der sagenumwobene Klingsor von Ungarland war dabei. Sie alle führen die Dichtkunst auf der Höhe der Epoche vor. Ausgaben ihrer Werke lassen das Authentische der Zeit wundervoll aufscheinen. Man hat ohne diese Kontexte nie verstehen können, wieso ausgerechnet die architektonische Qualität der Wartburg so einmalig hoch ist.

 

Hermann I. stirbt 1217. Ludwig IV. löst sich vom Kunstgeschehen. Er öffnet seinen Hof der franziskanischen Bettelordensbewegung. Der Tod ihres Mannes zu Beginn des 5. Kreuzzugs in Otranto wird für Elisabeth zur Katastrophe. Dieses tragische Ereignis löst die Wende aus in Elisabeths Leben als Landgräfin, Ehefrau und Mutter.

 

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Die Legende erzählt, dass beim Tod Ludwigs zwei weiße Tauben aufgeflogen seien. Aus der Fassung seines Ringes, den der Gemahl beim Abschied trug, sprang an seinem Todestag der Stein heraus und zerbarst. So ist er ausgestellt (Abb.173). Elisabeth erhielt ihn mit der Todesnachricht und einem Testament zurück: »Herzliebste Elisabethlein…edler Schatz und schöner Spiegel, nehmet diesen Fingerring…«. Der provisorischen Beisetzung folgt die Überführung des Leichnams nach Braunschweig? Wenige Tage nach Ludwigs Tod bringt Elisabeth ihr drittes Kind Gertrud zur Welt. Elisabeth bleibt noch bis Herbst 1228 in Eisenach. Auf Karfreitag 1228 fällt ihre Abkehr von der Welt. Konrad von Marburg trifft Vorsorge für ihr künftiges Leben. Die Möglichkeiten, in ein Kloster zu gehen oder wieder zu heiraten, schlägt sie aus. Sie will ein Hospital gründen nach franziskanischen Regeln. Dazu erhält sie von der Familie ein Grundstück vor den Toren Marburgs.

 

Ihre Erbschaftsangelegenheiten werden gegen den Widerstand des Schwagers Heinrich Raspe von Kaiser und Papst im juristischen Verfahren zu ihren Gunsten entschieden. So stehen ihr Mitgift und Vermögen zur Verfügung. Damit lässt sie einen Hospitalkomplex errichten. Im Herbst 1228 zieht Elisabeth mit zwei Hofdamen nach Marburg und übernimmt die Hospitalleitung. Auf dem Gelände lebt sie in einem separaten Haus. Konrad von Marburg bleibt ihr Schutzherr. Er erlegt ihr zu strenge Vorgaben und Strafen auf. Die schwere körperliche Belastung zehrt ihre Kräfte auf. Am 11. November 1231 stirbt sie. Sie wird in der Kapelle beerdigt, die direkt an den Krankensaal des Hospitals anschließt.

 

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Sofort nach ihrem Tod leitet Konrad von Marburg den Kanonisierungsprozess ein. Am 27. Mai 1235 wird sie in Perugia heilig gesprochen. Kurz nach der Kanonisation erfolgt die Elevation ihrer Gebeine, das Umbetten der Gebeine an einen liturgischen Ort. Im neuen Zinksarg wird der Körper bewahrt, der Kopf aber als Reliquie für die Pilger aus aller Welt abgenommen. Das kostbare Kopfreliquiar (1. Viertel 13. Jh. Abb. 98) erscheint als Prunkstück der Ausstellung mit Krone, ebenso das Armreliquiar von 1252 aus Schloss Braunfels.

 

1539 hat der zur Reformation übergetretene Landgraf Philipp von Hessen, ein schöner Mann, der sich aus dem Heiligen Land eine zweite Ehefrau zur Linken mitgebracht hat, die Wallfahrten zu Elisabeth beendet, in dem er Sarg und Reliquien im Marburger Schloss unzugänglich hielt. Das »bewundernswürdige Gefäß des Glaubens« (vas admirable), wie es Papst Gregor IX. nennt, wird danach in alle Winde zerstreut.

 

 

Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk der Wartburg-Stiftung und des Instituts für Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Letztere leistete jahrelange Forschungsarbeit mit dem Resultat eines ganz ungewöhnlichen Kataloges zum Thema und einem weit gespannten Vortragsgeschehen. Es wäre interessant gewesen, in die Problematik katholische Theologen und auch Germanisten einzubeziehen. Doch leistet die Jenenser Universität mit einer Ringvorlesung und einem Rahmenprogramm auch so schon mehr als genug.

Weitere Informationen

Öffnungszeiten

Montag bis Sonntag 8.30 – 18.00 Uhr

 

7 Künstler. Ein Kunstprojekt der Wartburg-Stiftung zum 800. Geburtstag des Elisabeth von Thüringen im Jahr 2007

 

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