Entdeckt! Maltechniken von Martini bis Monet. Wallraf–Richartz–Museum & Fondation Corboud, bis 13.2.2022
Vor hundert Jahren erschien Max Doerners grundlegendes Buch »Malmaterial und seine Verwendung im Bilde«, das sich schnell als Standardwerk zur Maltechnik etablieren konnte und das inzwischen, jeweils erweitert und aktualisiert, mehr als zwanzig Auflagen erlebt hat. Als praktizierender Maler beklagte der Autor im Vorwort zur ersten Auflage, dass die Kunst »den Boden des Handwerks verlassen (habe) und daher ihrer sicheren Grundlage« entbehre. Seine Forderung: »Das Handwerk muß wieder die feste Grundlage der Kunst werden«. Dass im 20. Jahrhundert derartige Postulate gerade bei Malern der Avantgarde nicht immer ankamen, da sie sich für maltechnische Belange kaum interessierten, ja Handwerkliches geradezu für überflüssig und mit ihrer Idee von Kunst und Künstler für unvereinbar hielten, führte zum Teil zu katastrophalen Folgeschäden an Kunstobjekten der Moderne, die heutige Restauratoren zuweilen vor kaum lösbare Probleme stellen. Zu berichten ist hier aber nicht über den Kampf um den materiellen Erhalt gefährdeter moderner Kunstwerke, sondern über eine Ausstellung in Köln, die sich um Fragen der Maltechnik im Zeitraum vom späten Mittelalter bis um 1900 dreht. Rainer K. Wick hat sie besucht. …weiterlesen