Ausstellungsbesprechungen

Cees Andriessen, das auge unsichtbar

Der abstrakte Hochdruck und die Zeichnung hat in dem Niederländer Cees Andriessen (geb. 1940) einen wichtigen Vertreter, dessen sparsam-strenge Arbeiten in vielen Sammlungen vertreten sind.

Der Typografensohn – der am 20. März Geburtstag hat – arbeitete in Druckereien und in der Werbebranche, bevor er über ein Abendstudium in Arnhem den Weg ins Künstlerfach fand. Anfangs, seit 1969, standen Linolschnitte im Vordergrund, in den 80er Jahren kamen Holzschnitte hinzu, die zuweilen in enger Zusammenarbeit mit Autoren (Cees Nooteboom u.a.) entstanden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Reutlinger Ausstellung in einem Gedicht ihren Ursprung hat: »das auge unsichtbar« von Andreas Altmann (November 2005), indem vom Körper die Rede ist: »er lässt / die farben aus den händen / fallen«. Dabei ist das Faszinierende im Werk Andriessens weniger die farbige, gedruckte Fläche als die weiße Nicht-Fläche daneben, darum herum. Gerade durch die spärlichen Spuren der Druckplatte (die der Künstler strikt als Zwischenstufe ansieht und aus dem Ausstellungsbetrieb fernhält), denen etwas Kalligraphisches anhaftet. Nur ist dies Zeichenhafte weder erzählend noch illustrierend, wohl aber kommunikativ – sowohl im Dialog der Formen untereinander als auch in der ästhetischen Begegnung zwischen Bild und Betrachter.

 

»Gerade weil sie (Andriessens Grafik) sich dem Raum der Sprache entzieht,«, so Erik Schöneberg in dem sehr klar gestalteten Katalog, »entwirft Cees Andriessen […] mit seinen Bildwelten eine alternative Logik und ein anderes Weltbild.« Und weiter: » Seine Grafiken sind visuelle Welten, in die der gesamte Lebensprozess Eingang findet, in die Körperlichkeit, die Spur der Lebenserfahrung, und intellektueller Einsatz, die Erkenntnis durch Lebenserfahrung, gleichermaßen einfließen.«

 

 

 

Öffnungszeiten

Dienstag bis Samstag 11 – 17

Donnerstag 11–19

Sonntag 11–18 Uhr

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