Ausstellungsbesprechungen

Cordula Güdemann, Inside out

Zieht man durch die Galerien im deutschen Südwesten und begegnet jungen Malern mit einem auffallenden Hang zum figürlichen Motiv und der durchaus seltenen Gabe für humorvolle oder besser noch: satirische Szenerien, die zudem ihre akademischen Weihen an der Stuttgarter Kunstakademie erhalten haben – dann taucht in der Künstlervita ziemlich sicher der Name Cordula Güdemann auf.

Die 1955 im badischen Wehr geborene Meisterin des lakonischen Witzes studierte selbst in Karlsruhe und – bei dem viel zu jung im vergangenen Jahr verstorbenen Dieter Krieg – in Düsseldorf. Ihr Talent wurde früh gewürdigt mit dem Villa-Romana- und dem Villa-Massimo-Preis, bevor sie 1995 eine Professur für Malerei an der Stuttgarter Akademie erhielt.


Dass Cordula Güdemann nicht nur eine wirkungsmächtige Lehrerin ist, sondern auch und vor allem mit Schwung in der Galerienlandschaft mitmischt, ist offensichtlich: Im Schloss Bonndorf zeigt sie rund 40 Arbeiten, deren kräftige Farbigkeit ein leuchtendes Zeichen setzt.

 

In all ihren Bildern spürt man die Lust am Malerischen schlechthin, doch entgeht dem Betrachter natürlich nicht, welch heißen Eisen da angepackt werden: Schusswaffen sind nahezu allgegenwärtig, Gewalt offensichtlich, und die Farbe entpuppt sich als Zuckerguss der Scheinheiligkeit, wie sie sich in der Gesellschaft über den Alltag legt.

 

Was wie eine Idylle aussieht, gerät schon mal zu einer Zurschaustellung im vollbesetzten Stadion, überhaupt: Was wie ein funktionierender Alltag mit des Deutschen liebstem Vierbeiner auf dem Sofa daherkommt, ist der ganz normale Wahnsinn von allgemeiner Kunstlosigkeit. So gesehen ist die Farbe ein lautstarker Protest gegen das bloße L’art pour l’art, ein Verbündeter andererseits des anklagenden Wortes, wo doch immer wieder literarische Bezüge aufblitzen (»Kafkas Wolke« usw.).

 

 

 

 

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Sonntag 10–12, 14–17 Uhr

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