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Kunst in Basel November/Dezember 2018

Gerade ist in Basel die Herbstmesse zu Ende gegangen – ein Spaß für Jung und Alt. Doch auch die Basler Kunstwelt schläft nicht. Claude Spiller berichtet über einige sehenswürdige Ausstellungen in der Stadt am Rhein.

Kunst in Basel
Kunst in Basel

Wer filigrane Zeichnungen mag, sollte sich unbedingt auf den Weg zur Galerie Eulenspiegel machen. Die meist kleinen Formate der iranischen Künstlerin Pari Moradi zeigen Pflanzen, Gegenstände und Vögel als Motive. Auch das Papier spielt eine nicht unbedeutende Rolle, denn durch die Schattierungen tritt bei den wunderschönen Werken die Papierstruktur hervor. Die Ausstellung atmet Stille und Ruhe, passend zur Jahreszeit des Herbstes.

Noch bis zum 05. Januar 2019 zeigt die Galerie Carzaniga unter dem Titel „Neuland — terre inconnue“ Gemälde des Schweizer Künstlers Rolf Iseli. Der Künstler begann sein Werk im Kontext des sogenannten Tachismus, einer Richtung der abstrakten Malerei, die in den 1940er-Jahren in Paris entstand. In seinen Bildern dominieren die Grundfarben, Braun- und Grautöne sowie Schwarz. Außer bei den kleinen Werken verdichten sich die Farbflächen und Striche in der Bildmitte.

Fotografien von Vijya Kern sind im Fokus der Ausstellung von der Galerie Artstübli. Sie fotografierte 1980 in den Straßen von New York und da vor allem Graffitis von einem Sprayer, dessen Pseudonym Samo© war. Wie sich herausstellte, war dies kein Geringerer als Jean-Michel Basquiat. Da die Graffitis heute nicht mehr vorhanden sind, sind ihre Arbeiten nicht nur Kunstwerke, sondern auch Zeitdokumente einer Zeit, in der das Kunstleben in New York blühte.

Unter dem Titel „Glaubenswelten des Mittelalters“ präsentiert das Historische Museum Basel Bildwerke aus der eigenen Sammlung vom 11. bis zu 16. Jahrhundert. Besonders eine Pietà aus dem ehemaligen Cluniazenserkloster Rüeggisberg bei Bern sticht ins Auge. Maria lächelt nämlich den toten Christus auf ihren Knien an. Zu interpretieren ist dies wohl so, dass Maria nicht den toten Menschen Christus sieht, sondern Jesus als den rettenden Erlöser erkennt.

Was wohl nur den Kennern des Werkes von Ernst Ludwig Kirchner bekannt ist: Der Künstler studierte, bevor er einer der gefeierten Helden des deutschen Expressionismus wurde, in Dresden Architektur. In der Galerie Henze & Ketterer & Triebold sind hauptsächlich Architekturpläne und –skizzen von Kirchner zu sehen. In Abstimmung dazu zeigt die Galerie auch Holzschnitte und Bleistiftzeichnungen mit Architekturmotiven aus dem Schaffen des Künstlers.