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Kunstgeschichte und Verlagswesen

Neben den neuen Beschäftigungsfeldern Funk und Fernsehen im Sektor der Medien ist auch die Arbeit im Verlag zu einer begehrten Anlaufstelle für Kunsthistoriker geworden. Laut Statistik arbeiten rund ein Drittel aller Kunstgeschichts-Absolventen in diesem Bereich (Funk, Fernsehen, Presse und Verlag), mit steigender Tendenz.

Es gibt in der Bundesrepublik eine ganze Reihe von kunsthistorischen Verlagen und Verlagshäusern mit kunstgeschichtlichen Abteilungen, in denen Kunsthistoriker teilweise als Mitinhaber oder auch als Angestellte beschäftigt sind.

Der Aufgabenbereich bezieht sich meistens auf die Tätigkeit des Lektors, der als „Erstleser“ die Skripte liest, die dem Verlag eingesandt werden. Aufgrund seiner Kennerschaft des Buchmarktes und des Fachgebietes berät er den Verleger zu den eingereichten Texten und schätzt ein, welche Autoren und Bücher das Verlagsprogramm ergänzen könnten. Für diese Arbeit ist neben dem sehr guten Fachwissen ein großes Maß an Einfühlungsvermögen und schreibstilistischer Sicherheit erforderlich. Erst mit dieser Kombination können die Texte inhaltlich beurteilt und den Autoren und dem Verleger angemessene Verbesserungsvorschläge unterbreitet werden.

Einige wenige Verlage, die oftmals gleichzeitig auch eine Kunstzeitschrift herausgeben, leisten sich den Luxus eines eigenen kunsthistorischen Redakteurs. Zu dem Aufgabenbereich eines Redakteurs gehört das Beschaffen und die Organisation von neuen Beiträgen und deren Ausarbeitung sowie die Prüfung der Korrekturvorschläge als auch die Festlegung der Gesamtkonzeption der einzelnen Ausgaben.

Die Tätigkeit im Verlag ist auch für andere geisteswissenschaftliche Absolventen von Interesse, neben denen sich Kunsthistoriker behaupten müssen. Daher ist es ratsam seine Fächerkombination innerhalb des Studiengangs schon im Hinblick auf die berufliche Praxis weiter auszudehnen (zum Beispiel durch die Kombination mit Germanistik, Kulturwissenschaften oder Medienwissenschaften im Nebenfach) oder ein Studium mit entsprechendem Schwerpunkt zu wählen. Ebenso empfiehlt es sich, bereits studienbegleitend im Verlagsbereich Praktika zu absolvieren oder sonstige Zusatzqualifikationen durch Aufbau-Studiengänge im Medien- oder Journalistikbereich zu erwerben. Teilweise bieten Verlag auch von sich aus einführende Inhouseseminare bezüglicher diverser Tätigkeiten im Verlagswesen an.

Offenheit, Flexibilität, Engagement und Kreativität sind auch im Verlag, wie in fast allen Berufen für Kunsthistoriker, erforderlich.