Meldungen zum Kunstgeschehen

Aktionstag »Kultur braucht kein TTIP«

Heute ist eigentlich der Tag der kulturellen Vielfalt. Doch der Deutsche Kulturrat und andere Institutionen sehen diese durch das geplante Freihandelsabkommen TTIP gefährdet. Mit einem Aktionstag wollen sie auf die Folgen aufmerksam machen.

Die meisten Menschen bringen mit dem Freihandelsabkommen TTIP zukünftige Lebensmittelskandale und Schiedsgerichten in Verbindung. Vor allem soll es aber, so die Verhandlungspartner, Handelsschranken zwischen EU und USA überwinden. Das ist nicht nur positiv, denn die negativen Folgen des Abkommens könnten auch die Kultur treffen. Darauf möchte der »Tag gegen TTIP « aufmerksam machen, den der Deutsche Kulturrat am Tag der kulturellen Vielfalt ausgerufen hat. In zahlreichen Städten, z.B. in Berlin, Bonn, Hamburg, Karlsruhe, Magdeburg oder Wien finden Informationsveranstaltungen, Fachtagungen und Diskussionen statt. Die zentrale Veranstaltung am Brandenburger Tor wird dabei den Nachmittag in Berlin gestalten.

Unter dem Motto »Kultur braucht kein TTIP« will der Deutsche Kulturrat der Europäischen Bürgerinitiative Auftrieb verschaffen und ruft zur Unterzeichnung der Petition auf. Außerdem erscheint zum Aktionstag ein Handbuch, das über Chancen und Risiken des Abkommens informiert. Zeitgleich startet heute die Initiative des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, »Buchhandel statt Freihandel«. Sie warnt davor, dass die Buchpreisbindung kippen und dies dem Buchhandel nachhaltig schaden könnte.

Insbesondere kritisieren die Initiatoren des Aktionstages die unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindenden Verhandlungen. Olaf Zimmermann , Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, sagte: »Die Menschen wollen endlich wissen, ob TTIP, das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA, denn wirklich sinnvoll ist und welche Auswirkungen auf ihr Leben zu erwarten sind. Gerade der Kulturbereich ist sensibilisiert. Beim heutigen Aktionstag wird bundesweit informiert, diskutiert und protestiert. TTIP-Kritiker wie TTIP-Befürworter kommen zu Wort.« TTIP schade der kulturellen Vielfalt und sei ein Irrweg. Stattdessen solle man bei den Handelsvereinbarungen darauf achten, die Kultur nicht zu bedrohen, aber auch Entwicklungsländer nicht zu benachteiligen.

Unter www.tag-gegen-ttip.de informiert der Deutsche Kulturrat über seine Aktionen und aktuelle Entwicklungen.