Ausstellungsbesprechungen

Bad Painting - good art

Gönnen Sie sich etwas Schlechtes

Über zwei Stockwerke bietet das Mumok noch bis zum 12. Oktober 2008 handverlesene schlechte Malerei, »Bad Painting«. Ein Werk als »bad« zu deklarieren ist ein Urteil, welchen sich alle Arbeiten, die im Mumok zu sehen sind, wenigstens zu einem bestimmten historischen Zeitpunkt ausgeliefert sahen. Es geht den als »bad painting« kategorisierten Werken aber nicht um die Einführung des Hässlichen, sondern um eine bewusste Negation technischer Fertigkeiten, sowie um eine Huldigung des Kitsches. Eine schlechte, inkorrekte oder abstoßende Malerei sollte im Endeffekt dazu führen, die Möglichkeiten des Mediums auszudehnen.

Es ist der Versuch eines Bruches mit den »Ismen« der Avantgarde, die sich zwar gegen die Konventionen der Tradition stemmte, selbst aber neue Dogmen schuf. Logischerweise lassen sich »bad paintings« keiner Gruppe von Künstlern zuordnen, die ihren eigenen Manifesten folgt. Vielmehr findet sich »bad painting« in einer Vielzahl von künstlerischen Einzelposition und dort auch nicht in allen Schaffensperioden des Künstlers. »Bad painting« ist also auch ein Aufbegehren gegen einen »signature style«, das heißt gegen die Festlegung auf einen einzigen persönlichen Stil. Die Kategorisierung »bad painting« geht auch nicht auf einen Künstler zurück, sondern auf Marcia Tucker, die unter diesem Titel im Jahre 1978 eine Ausstellung im New Yorker New Museum veranstaltete.

Das Mumok versammelt unter dem Titel der Ausstellung »Bad Painting« Positionen der Malerei die bis in die 20er Jahre des 20. Jh. zurückreichen. Hierbei wird besonders Francis Picabia hervorgehoben, der als Vater des »bad paintings« tituliert wird.

Als weiteren Gründervater hebt die Ausstellung René Magritte hervor, der sich gegen die Dogmen der Surrealisten auflehnt, allerdings lässt sie dann den Besucher mit einem einzigen Werk aus der »période vache« etwas im Stich. Die Schau folgt einem chronologischen Konzept und zeigt Positionen aus den 1960er und 70er Jahren von Sigmar Polke und Georg Baselitz, sowie Arbeiten aus den 1980ern von Martin Kippenberger, Albert Oehlen und Werner Büttner. Dies wird abgerundet mit Gegenwartspositionen der US-Amerikaner John Currin und Lisa Yuskavage, die den amerikanischen Wertekanon parodieren.

 

Weitere Informationen

 

Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag: 10-18 Uhr
Donnerstag: 10 – 21 Uhr

Eintritt
€ 9,00 / ermäßigt € 7,20 oder 6,50

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