Call for Papers

Call for Papers: Renaissance-Zeichnungen für und nach Skulptur, vom 11. bis 13. November 2015 in Rom

Die Bibliotheca Hertziana will in der Gernsheimer-Studientagung die Auseinandersetzung von Zeichnungen mit skulpturalen Kunstwerken in den Blick rücken. Dabei sollen sowohl Fallstudien als auch themenübergreifende Betrachtungen berücksichtigt werden. Einsendeschluss für Exposés: 6. April 2015

Gernsheim-Studientagung an der Bibliotheca Hertziana

Seit 2002 verwaltet und erschließt die Fotothek der Bibliotheca Hertziana das Corpus Photographicum of Drawings von Walter und Jutta Gernsheim, das über 190.000 Fotografien nach Künstlerzeichnungen, Architektur- und Antikennachzeichnungen vorwiegend des 16. und 17. Jahrhunderts sowie aus späteren Epochen umfasst. Seit 2012 begleiten jährlich stattfindende Tagungen und Studienkurse zur Zeichnungsforschung das Projekt.

Im Mittelpunkt der diesjährigen Gernsheim-Studientagung steht die zeichnerische Auseinandersetzung mit bildhauerischen Werken, deren Anfänge zu Beginn des 15. Jahrhunderts fassbar werden und die im 16. Jahrhundert einen ersten Höhepunkt erfährt, bevor sie in die zunehmend reglementierte Akademisierung des 17. Jahrhunderts mündet. Die Sicht des zeichnenden Künstlers auf die Skulptur – sei es im Entwurf, sei es im Studium, der Adaption und Interpretation eines dreidimensionalen Objektes – methodisch zu analysieren und in ihrer Medialität zu benennen ist das Ziel der Tagung. Dies kann sowohl auf der Basis von Fallstudien zu einzelnen Personen oder Werkgruppen als auch mittels vergleichender Betrachtungen oder der syn- bzw. diachronen Analyse konkreter Phänomene erfolgen. Hinsichtlich der Herkunftsländer der zeichnenden Künstler sowie des Entstehungskontextes der vorbildlichen plastischen Werke (Antike oder zeitgenössische Skulptur) sind keine Grenzen gesetzt, den zeitlichen Rahmen für die zu untersuchenden Zeichnungsbestände bildet die Renaissance.


Folgende Fragestellungen können berücksichtigt werden:

  • Welchen Platz nehmen die Studien im künstlerischen Werkprozess ein, handelt es sich z.B. um bildhauerische Entwurfs- oder um Rezeptionszeichnungen? Welche Kriterien lassen sich zu ihrer Differenzierung benennen?
  • Welche ästhetischen und intellektuellen Prozesse sind bei der Transformation der vorbildlichen Form in verschiedene Medien zu konstatieren?
  • Welche Funktionen können Nachzeichnungen einnehmen, etwa als Resultate der künstlerischen Schulung oder als Komponenten visueller Wissensspeicher? Inwiefern sind oder werden sie Schöpfungen produktiver Rezeption und Transformation und somit Ausgangspunkt für neue Werke?
  • Welche Auswahlpräferenzen und Aneignungspraktiken sind zu beobachten? Welche Eigenschaften der Studienobjekte, z.B. ikonografischer, materieller oder stilistischer Art, schreiben sich beim Zeichnen fort, welche werden betont, welche vernachlässigt, welche ignoriert?
  • In welchem Kontext stehen die Vorbilder, welche Umwidmungs- und Umdeutungsprozesse finden statt? Zu fragen wäre beispielsweise nach dem Studium vollplastischer Figuren als Äquivalent zu dem des menschlichen Aktes oder dem von Reliefkompositionen und deren Umsetzung in neue narrative Zusammenhänge.

Aspekte zeichnerischer Materialien und Techniken sollen ebenso im Fokus stehen wie kunsttheoretische Positionen zum Studium der Skulptur von Alberti bis van Mander.

Keynote-Speaker: Prof. Dr. Michael Cole (Columbia University New York)

Bitte senden Sie bis zum 6. April 2015 Ihr Exposé mit Lebenslauf an:

Dr. Tatjana Bartsch (bartsch@biblhertz.it) und Dr. Johannes Röll (roell@biblhertz.it).

Die Bibliotheca Hertziana übernimmt die Kosten für Reise (economy class) und Unterbringung gemäß den Vorgaben des deutschen Gesetzes zur Übernahme von Reisekosten.