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Die Sprachen des Futurismus

Der Martin-Gropius-Bau nimmt das hundertjährige Jubiläum des „Futuristischen Manifests“ zum Anlass, ab Oktober 2009 eine große Ausstellung mit dem Titel „Sprachen des Futurismus“ der Frühzeit des Gesamtkunstwerks Futurismus zu widmen.

Heute vor 100 Jahren, am 20. Februar 1909, veröffentlichte der Bürgersohn Filippo Tommaso Marinetti in der Pariser Tageszeitung Le Figaro sein „Futuristisches Manifest“. „Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die gewohnheitsmäßige Energie und die Tollkühnheit“, so lautet die erste der 11 Thesen des radikalen und antibürgerlichen Manifests, das zuvor schon in Italien publiziert worden war. Maschinen, Flugzeuge, Automobile waren es, welche die Futuristen bewunderten. Geschwindigkeit und Veränderung beschworen sie. Abgrenzen wollten sie sich von beharrenden Kräften, die sie Passatisten nannten. Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus und Expressionismus sollten von den Futuristen beeinflußt werden. Die erste große Futuristen-Ausstellung wurde in Berlin bereits im April 1912 eröffnet – in der berühmten Galerie „Der Sturm“ von Herwarth Walden in der Tiergartenstraße 34a. 35 Werke waren zu sehen - von Boccioni, Carra, Severini, Russolo. Bis zu 1000 Besucher am Tag zählte man. Walden, Boccioni und Marinetti fuhren mit einem schnittigen und offenen Wagen durch die Straßen Berlins und verteilten Flugblätter „Eviva Futurista“. Es war das Kunstereignis des Jahres 1912. Bereits im Jahre1914 folgte die zweite Futuristen-Ausstellung in der Sturm-Galerie - zum ersten Mal zeigte damals der große Maler Giacomo Balla in Berlin seine Werke. Viele jener Werke hängen heute in den Schausammlungen der großen Museen der Welt.