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eikones Summer School 2015

Die diesjährige eikones-Summer School widmet sich in einem transdisziplinären Kurs dem dynamischen Potential der Begriffe Figur und Figuration. Sie knüpft an Forschungsfragen an, wie sie in den letzten Jahren vorrangig in den Kunstwissenschaften verhandelt wurden. Bewerbungsschluss: 1. Juni 2015.

Die diesjährige eikones-Summer School widmet sich in einem transdisziplinären Kurs dem dynamischen Potential der Begriffe Figur und Figuration. Sie knüpft an Forschungsfragen an, wie sie in den letzten Jahren vorrangig in den Kunstwissenschaften verhandelt wurden. Die Begriffe sollen nun auf performative Bereiche übertragen werden, die sich in ihren spezifischen Raum-Zeit-Gefügen auf den ersten Blick nicht in einen eng gefassten Bildbegriff einfügen lassen (z.B. Schauspiel, rituelle Handlungen oder Bühnentanz) oder die zunächst nicht bildhaft erscheinen (z.B. Musik). Diese Szenarien des Übergangs zwischen Bewegung und Statik einerseits sowie zwischen verschiedenen Medialitäten andererseits sollen mithilfe der beiden Begriffe gefasst werden.

Der Begriff der figura ist bereits seit der Antike mit der Idee der Wandlungsfähigkeit von Phänomenen verknüpft. Anfangs häufig als Synonym zu demjenigen der forma gebraucht, steht figura später immer stärker für dynamische Erscheinungen und bildet in den Bereichen der Grammatik, Rhetorik, Logik, Mathematik, Astronomie, Musik und Choreographie unterschiedliche Bedeutungen aus. Seit der Begriff in den 1990er Jahren in den Geisteswissenschaften wiederaufgenommen wurde, wird sein dynamischer Aspekt häufig im Ausdruck der Figuration gefasst. An diese historischen Diskurse anknüpfend, soll das transformative Potential beider Begriffsprägungen für unterschiedliche historische und materiale Kontexte im Mittelpunkt stehen.
Hierfür werden aktuelle Fragestellungen aus Kunst- und Kulturwissenschaft zur Diskussion gestellt: Wie können innerhalb dynamischer Künste ›Bilder‹ bzw. Folgen von Bildern hervortreten und wie verschwinden diese wieder? Wie konstituieren sich Bildphänomene wie living pictures auf der Bühne und wie lösen sich diese im Fluss der Inszenierung wieder auf? Können akustische Phänomene als sich formende und wieder vergehende Abfolgen von Figuren oder Figurationen beschrieben werden? In welcher Form finden Übertragungen von visuellen in akustische Figuren/Figurationen (und umgekehrt) statt (z.B. Tanzfiguren in musikalische Figuren und umgekehrt)?

Kursablauf
Zehn Stipendiaten und Stipendiatinnen erarbeiten mit international renommierten Dozierenden aus verschiedenen Fachrichtungen Aspekte des Figurationsbegriffes. Jeder Kurstag setzt dabei einen anderen Schwerpunkt in Hinblick auf eine bestimmte Kunstwissenschaft/Kunstform sowie einen historischen Zeitpunkt. Die Kurssprachen sind Deutsch und Englisch. Die passive Kenntnis beider Sprachen wird zwingend vorausgesetzt. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird erwartet, dass sie sich sowohl durch Kurzreferate als auch durch aktive Beteiligung an den Diskussionen für das Gelingen des Kurses einsetzen. Textgrundlage bildet ein vorab vorzubereitender Reader zu Grundlagen des Figurationsdiskurses. Vorbereitete Werkbeispiele, die sich explizit mit dem Themenkomplex Figur/Figuration auseinandersetzen, sind ausdrücklich erwünscht. Nähere Details sowie die Textauswahl erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Abschluss des Auswahlverfahrens.

Bewerbung
Die Ausschreibung der eikones-Summer School ist offen für alle Fächer; besonders angesprochen sind jedoch fortgeschrittene Studierende und Doktorierende der Musik-, Tanz-, Theater-, Medien-, Kultur- und Literaturwissenschaften sowie der Kunstgeschichte und Philosophie.

Die Bewerberinnen und Bewerber werden gebeten, in einem Motivationsschreiben (Umfang ca. 350 Wörter) ihr Interesse deutlich zu machen und darin auch die Anbindungen ihrer eigenen Forschungsarbeiten/-interessen an das Thema des Kurses zu erläutern. Der Bewerbung ist zudem ein tabellarischer Lebenslauf beizulegen.

Bewerbungsfrist
Bitte senden Sie Ihre Unterlagen per Email (ein PDF-Dokument, max. 10 MB) bis spätestens 1. Juni 2015 an:
bildkritik@unibas.ch

Unterbringung / Reisekosten
Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen werden im Hotel Apaliving in Einzelzimmern untergebracht. Die Kosten für Unterkunft sowie Mittagsverpflegung übernimmt der NFS Bildkritik. Die Reisekosten sind von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen selbst zu tragen.

Dozentinnen:
Maren Butte (Berlin), Janina Klassen (Freiburg), Caroline Torra-Mattenklott (Bern), Kathrin Müller (Frankfurt), ChristinA Thurner (Bern)