Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Berlin Juli/August 2016

Von wegen Sommerpause! Die Berliner Galerien locken auch im Hochsommer in ihre Räume, mit Fotografie und Malerei, mit aktuellen, aber auch schon etwas älteren Positionen. Wir verraten ihnen, welche besonders spannend sind.

Kunst in Berlin
Kunst in Berlin

Die zwölf Sternzeichen oder eigentlich eher der Tierkreis sind das verbindende Element der Ausstellung »Zodiaco, die bis zum 30. Juli bei Klemm’s zu sehen ist. So wählte Kurator Davide Bertocchi die Künstler nach ihren Sternzeichen aus und schafft gleich mehrere Bezüge: Zu den astrologischen Möglichkeiten, aber auch zu Gino de Dominicis Arbeit »Lo Zodiaco«, auf den sich die ausgewählten zwölf Künstler ebenfalls beziehen.

Manfred Mohr war eigentlich Musiker, wandte sich dann aber der bildenden Kunst zu. Dabei entwickelte er die Idee einer rationalen Kunst und entdeckte außerdem den Computer als Ausdrucksmittel seiner Kunst. Auch treibt ihn die Idee der Verbindung von Musik und Kunst um. All diese Aspekte finden sich in der Ausstellung »Visuell, Musikalisch« in der DAM Gallery wieder. Bis zum 30. Juli kann man seine Werke hier bewundern.

Han Klinkhamer zeigt mit »Hidden Traces« bruchstückhafte Eindrücke von Pflanzen: Gräser, Sträucher und anderes Grün zeigt er in Strukturen, die zum Teil aufwendig aus verschiedenen Farbschichten entstehen, andere offenbaren sich erst durch das Abkratzen der Farbe. Klinkhamers faszinierende Arbeiten sind noch bis 31. Juli in der Galerie Born zu sehen.

Werke von Herbert Kaufmann sind noch bis zum 6. August in der Galerie Poll zu bewundern. Kaufmann ist einer der Pioniere deutscher Pop Art und verband schon früh Werbe- und Medienwelt mit seiner Kunst. Neben den Collagen entwickelte er dabei die »Litfaßsäulen« genannten Objekte, bei denen die Säulenform zugleich die Collage in den Raum überträgt.

Die CFA Galerie ehrt F.C. Gundlach mit der Ausstellung »90 Jahre 90 Fotos«, bei der der Fotograf selbst die Auswahl vorgenommen hat. Sie ermöglicht den ganzen Sommer hindurch einen persönlichen Blick auf sein Werk, das weit über die Modefotografie hinaus geht.

Ab dem 9. Juli kann man bei Hilaneh von Kories die Arbeiten von Thomas Bak entdecken. Nostalgisch muten seine Fotografien an, und sind dabei doch stets von surrealistischen Elementen durchsetzt, dabei oftmals düster, fetischartig. Auch ihr Schaffensprozess ist aufwendig: Zunächst entwirft Bak Skizzen, die er dann erst inszeniert. Eine Empfehlung für alle Freunde künstlerischer Fotografie!

Curt Lahs und Heinrich Wildemanns Kunst verbindet ihre Konzentration auf die Form, allerdings aus unterschiedlichen Gründen: Während für Lahs die Reduktion auf die »reine« Form und ihren Ausdruck im Mittelpunkt stand, war es für Wildemann die Aufgabe der Kunst, zu ordnen, und dies führte ihn zur Abstraktion. Die Werke beider Künstler treten ab dem 9. Juli in der Salongalerie »Die Möwe« in einen Dialog.