Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Berlin Juni/Juli 2011

Quirrlig, bunt und wirklichkeitskritisch — so präsentieren sich die Höhepunkte in der Berliner Ausstellungslandschaft. Schauen Sie sich unsere Empfehlungen für den Juni und Juli an!

Kunst in Berlin
Kunst in Berlin

Die Koordinaten Traum, Bewegung, Stadt, Wegwerfgesellschaft, Zerstörung und Natur bilden den Rahmen für die vielfältigen Arbeiten von Asli Sungu, Maya Schweizer, Angelika J. Trojnarski, Katrin Lock, Tim Brotherton, Martin Kreim, Axel Teichmann, Oliver Scharfbier, Vera Molnar, Clemens Gröszer, Sigurd Wendland, Agate Apkalne und Bernhard Ammerer.

Was in Trojnarskis Werken als Trümmer dem Betrachter entgegensteht, in den Werken von Martin Keim in Form der Hauswand zugleich trennt und verbindet, ist bei Sigurd Wendlang Gegenstand einer heftigen, ungestümen Malerei: die Großstadt. Seine Bilder legen Machtstrukturen und Vorgänge in der modernen Gesellschaft offen, die undurchsichtig aber brutal in das Leben jedes einzelnen eingreifen. Ähnlich Gröszer, der den Menschen lasziv posierend, dominierend selbstbewusst oder halb bekleidet zurück in die Gegenwartskunst holt. Als Dritter im Bunde hinterfragt Bernhard Ammerer die soziale Dimension des Menschen in der Gesellschaft, seine Position in der Öffentlichkeit und fragt wie sehr das Individuum sein eigenes Gesicht zeigen kann: Was ist Maske und einstudierte Rolle?

Eine inhaltlich ähnliche Richtung schlagen Asli Sungu und Maya Schweizer in ihren Collagen und Objekten ein: Versatzstücke aus Mythologie, Geschichte, Religion, Sexualität und allem, was die Menschen miteinander teilen, loten das Thema des Unbewussten aus. An Dinge, die es so nie gab, die also durch das künstlerische Konstrukt und deren Konstruktion erst zu einer Existenz finden mussten, zeichnen, daran anschließend, Scharfbiers Arbeiten aus.

Also auf in die lärmende Großstadt!