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Kunst in Funk und Fernsehen, Woche vom 21. bis 27. November

Einblicke in den Konstruktivismus, in die Comickunst der DDR und die Architektur des Bauhaus und so einiges mehr bieten die Sender im nebligen November. Dank Rundfunk und Fernsehen wird die Woche doch noch bunt.

Montag, 21. November

23:20 Uhr auf ORF2: »Kunst rettet Österreich« ist eine Initiative von Künstlern und Intellektuellen, die mit Kunst halbfertige Bauprojekte, in denen das Geld der Bank Hypo Alpe Adria versank, aufwerten will. Denn inzwischen ist praktisch der Staat Besitzer dieser Anlagen. Wie die Idee funktioniert, das zeigt die Dokumentation.

23:55 Uhr auf Arte: »Der Florentiner Hut« ist die turbulente Geschichte einer fast hoffnungslosen Suche. Ein Pferd frisst den Strohhut der Spaziergängerin Anaïs Beauperthuis. Diese verlangt vom Reiter Ersatz – obwohl der eigentlich auf dem Weg zu seiner Hochzeit ist! Der Stummfilm ist der vierte Film des Regisseurs René Clair und liegt nun neu restauriert vor.

Dienstag, 22. November

01:45 Uhr auf Arte: Wer aufmerksam durch Moskaus Nebenstraßen geht, kann zahlreiche futuristisch anmutende Gebäude entdecken – Werke des Konstruktivismus der 1920er Jahre. Doch die Häuser sind oftmals vom Abriss bedroht. Die Dokumentation »Fort von allen Sonnen« erzählt von Menschen, die sich für ihren Erhalt einsetzen.

20:15 Uhr auf RBB: Sie waren die Helden zahlreicher Kinder in der DDR, die drei Digedags, deren Abenteuer das Comicheft »Mosaik« erzählte. Doch ihr Schöpfer Hannes Hegen blieb gern im Hintergrund und so ist wenig über ihn bekannt. »Das Geheimnis der Digedags« entstand, als der Zeichner kurz vor seinem Tod Gesprächen zustimmte und sein Archiv öffnete. Comic made in GDR!

20:45 Uhr auf MDR: Die Bauhaus-Meisterhäuser sind das Beispiel für das Wohnen der Zukunft, ihr Vater ist der Bauhausdirektor Walter Gropius persönlich. Die Dokumentation erkundet diese Siedlung, die auch heute noch ungeheuer modern scheint und spricht dabei auch mit einem der ersten Bewohner – in »Design-Legende und Zuhause«.

Mittwoch, 23. November

11:15 Uhr auf SRF1: Lela Scherrer ist Modedesignerin, betrachtet ihre Arbeiten aber eher als künstlerische Projekte denn sie will nicht rein kommerziell arbeiten, sondern vor allem ihre Ideen verwirklichen. »DesignSuisse« stellt sie vor.

19:04 Uhr in kulturradio: Rudi Meisel studierte bei Otto Steinert und gründete gemeinsam mit André Gelpke und Gerd Ludwig die Fotografengruppe VISUM, fotografierte Reportagen u.a. für die Zeit oder GEO und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Die Sendung »Kulturtermin« porträtiert den Fotografen.

Donnerstag, 24. November

02:05 Uhr auf Arte: »Tracks« zeigt aktuelle Entwicklungen aus U- und Popkultur. Heute ist das Magazin unter anderem bei Toshio Saeki zu Gast. Der Künstler bricht in seinen Werken immer wieder Tabus, indem er traditionelle Grafik und Undergroundmotive verbindet.

Freitag, 25. November

00:05 Uhr in Deutschlandradio Kultur: 1993 verband Künstler Bill Fontana die Städte Köln und Kyoto durch eine Satellitenschaltung und ließ deren spezifische Klangräume aufeinandertreffen. So entstand ein Klassiker der »Klangkunst«. Heute kann man ihn noch einmal erleben.

08:05 Uhr auf WDR: »Giganten der Gotik« schufen die Baumeister des Mittelalters, etwa Meister Gerhard mit dem Kölner Dom. Die monumentalen Kirchen sind nicht nur schön anzusehen, sondern sind auch aus physikalischer und mathematischer Sicht wahre Meisterwerke – Gesamtkunstwerke eben. Die Sendung widmet sich ihnen eingehend.

Samstag, 26. November

13:55 Uhr auf One: Die Musikerin Björk ist eine faszinierende Persönlichkeit und ihre Kunst reicht weit über Popmusik hinaus. Sowohl Videos als auch Layout ihrer Alben nehmen aktuelle künstlerische Entwicklungen auf – kein Wunder also, dass das New Yorker MoMA ihr 2015 eine Retrospektive widmete. Die Dokumentation »Björk!« beleuchtet ihr Schaffen.

22:30 Uhr auf 3sat: James Simon war »Der Mann, der Nofretete verschenkte«. Der Film ist die erste umfangreiche Dokumentation über den Mäzen, der Grabungen finanzierte und Museen förderte, sich aber auch für Bedürftige einsetzte.

Sonntag, 27. November

08:45 Uhr auf HR: Das Glasstudio Derix hat Kunden weltweit, darunter Künstler wie Markus Lüpertz, Imi Knoebel, Max Uhlig oder Gerhard Richter. Trotzdem ist die Werkstatt selbst weit weniger bekannt als ihre Kunden. »Vorsicht zerbrechlich! – Glaskunst aus Taunusstein« rückt die Arbeit des Hauses in den Vordergrund.

16:50 Uhr auf Arte: »Metropolis« ist heute in Belfast zu Gast und erkundet wie die Kunstszene der Stadt mit dem kommenden Brexit umgeht. Außerdem erzählt Marina Abramovic, die Mutter der Performancekunst, über ihre Arbeit und ihr Leben.

17:35 Uhr auf Arte: Emil Nolde und Max Liebermann wurden 1911 zu den Protagonisten eines heftigen Streits zwischen Impressionismus und Expressionismus in Deutschland. Der Malstil Noldes gefiel Liebermann keineswegs, aber auch umgekehrt war hier wenig Verständnis vorhanden. »Die großen Künstlerduelle« zeichnet den Konflikt nach.