Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Köln Juli/August 2015

Während es draußen heiß ist, kann man sich in den schattigen Kölner Galerieräumen ein wenig vom Sommer erholen und schöne Kunst entdecken. Wir verraten Ihnen, was so los ist.

Kunst in Köln
Kunst in Köln

Noch bis zum 19. Juli erinnern Studierende des Kunsthistorischen Instituts der Kölner Uni an Harun Farocki. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Film »Nicht löschbares Feuer« (1969) in eine Ausstellung zu übertragen. Das Ergebnis ihrer Bemühungen verspricht interessante neue Einblicke in den Film und ist in der Temporary Gallery zu sehen.

Bei Michael Werner sind in diesen Tagen Fotografien Sigmar Polkes zu sehen. Unter dem Titel »Von Willich aus« zeigt die Galerie Fotografien aus der Mitte der 1970er Jahre, in deren Zentrum, wie der Name schon sagt, die Stadt Willich steht. Hier lebte Polke und bearbeitete die Aufnahmen zu Teil in erheblicher Weise nach. Noch bis zum 25. Juli ist die Schau zu sehen.

Andreas Zimmermanns Arbeiten mögen manchem als Produkte eines erwachsenen Kindes erscheinen, denn der Künstler arbeitet mit Kinderspielzeug: mit Lego-Steinen! Setzte er diese in früheren Arbeiten noch zu Stadtansichten und Bauwerken zusammen, hat er sich nun der Abstraktion zugewandt. Dafür kombiniert er ähnlich den kleinen Plastik-Bausteinen zum Teil bis zu 200 Aufnahmen bis eine räumliche Struktur entsteht. Bis zum 31. Juli zeigt die Lehr Galerie seine Aufnahmen.

Kunst aus Amerika ist im neuen Kunstforum zu sehen: Das Künstlerpaar Nancy Friedemann-Sánchez und Charley Friedman setzt sich hier mit seiner Herkunft, aber auch mit der Gegenwart auseinander. Während Friedemann-Sánchez ihre kolumbianische Herkunft in feinen Zeichnungen, die an alte Stickereien erinnern, und Skulpturen, die die Handwerkskunst der indigenen Völker Kolumbiens, aufgreift, ist Friedman ganz der humorvolle Amerikaner, offen für das Absurde. Noch bis zum 2. August sind Zeichnungen und Skulpturen, Fotografien und Videos des Paares zu sehen.

Die Galerie Gisela Capitain zeigt noch bis zum 29. August die Bilder Tobias Pils‘. Der setzt in seinen Werken ganz auf die Interpretationsfähigkeit der Betrachter, kombiniert dafür Fragmente und Versatzstücke, abstrahiert und vor allem ist er während des Malens offen für alles, sodass er bei Beginn des Malprozesses also nie weiß, wohin ihn die künstlerische Reise führt. So bannt er nicht nur die eigene Idee, sondern auch die Entstehungsgeschichte seiner Bilder in Farbe.

Ebenfalls noch den ganzen Sommer hindurch findet sich in der Galerie Pamme-Vogelsang ein »Raum für Musik«. Mit Werken von Rolf-Maria Krückels, Wilhelm Heiner und Karla Woisnitza hat die Galerie sich zum Ziel gesetzt, Musik für das Auge erfahrbar zu machen. Während Krückels sich mit dem Phänomen Synästhesie auseinandersetzt, widmet sich Woisnitza der Verarbeitung eines Sibelius-Konzerts und Heiner zeigt Musikerporträts und Zeichnungen aus Tanz und Theater.