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Kunst in Köln Juni/Juli 2016

Surreale Welten und Motive der Vergänglichkeit, große Fragen nach Sprache, Zeit, Kultur und Raum und noch so einiges mehr beschäftigen die Kölner Ausstellungsräume im Juni und Juli. Wir verraten Ihnen unsere Highlights.

Kunst in Köln
Kunst in Köln

»Between One Time and Another« ist wörtlich zu verstehen. In der Ausstellung verarbeiten vier Künstler eine Anzahl Erzählungen und Geschichten einmal ganz anders, drehen sie um, fragmentieren sie oder zerlegen ihre Narrative und ihre ideologischen Grundlagen. So stellen sie die Frage nach Vergangenheit und Gegenwart, nach Machtverhältnissen, Sprache und und und. Noch bis zum 19. Juni zeigt die Temporary Gallery die anregende Ausstellung.

Mariele Neudecker erfindet das Vanitas neu. Ihr Fotografieprojekt »Plastic Vanitas« überführt die Bildtradition in die Gegenwart und zeigt Stillleben mit Hockeyausrüstung, Plastikobst, aber auch mit Antiquitäten – alle aus Kunststoff! Komposition, Hintergrund und Beleuchtungssituation der Fotografien sind dabei aber immer eins: Vanitas pur. Bis zum 16. Juli kann man diese wundersamen Werke in der Thomas Rehbein Galerie sehen.

Bis zum 23. Juli noch sind Fotografien von Horst Ademeit zu sehen. Ab etwa 1970 sah der seine unmittelbare Umgebung von sogenannten Kältestrahlen beeinflusst und ging mit Polaroidkameras, analogen und digitalen Kameras auf die Jagd nach ihren sichtbaren Folgen. Die Bilder zeugen von einem ganz besonderen Blick für die Welt und sind zugleich eine Dokumentation des Lebens in der BRD. Die Galerie Delmes & Zander zeigt sie.

Christiane Baumgartner verbindet zwei Techniken, die uns gegensätzlicher kaum erscheinen können. Sie schafft Holzschnitte, die auf eigens geschaffenen Video- und Filmstills basieren und setzt so das Bildrauschen im Holzschnitt um. Dabei beschäftigt sie sich immer wieder mit den Phänomenen Zeit, Raum und Bewegung und fragt sich wie diese ins Bild gesetzt werden können. Bis zum 23. Juli lassen sich ihre Arbeiten in der Galerie Christian Lethert kennen lernen.

Jordi Urbón schafft fiktive Welten als digitale Malereien. Diese strotzen nur so vor Fantasie: Superhelden beim Bügeln, karierte Gänse oder steampunkige Porträts entführen in abenteuerliche Welten. In seinen neuesten Arbeiten hat er sich mit dem Phänomen Zirkus auseinandergesetzt und erfindet völlig neue Protagonisten für die Manege. Ab dem 24. Juni sind seine Werke bei 100 Kubik zu bewundern.

Noch den ganzen Sommer hindurch kann man unter dem Titel »Culture, Language & Thought« die Arbeiten der Waliserin Bethan Huws im Kunstmuseum des Erzbistums Köln bewundern. Den Arbeiten der Künstlerin liegt stets auch die Sprache zugrunde, nicht nur als Struktur, sondern auch als Zugang zu Objekten und Materialien. Zugleich setzt sie sich seit Jahren mit dem Werk Marcel Duchamps auseinander und kommt so zu ganz eigenen Interpretationen. Noch bis zum 22. August kann man ihre Arbeiten sehen.