Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in München September/Oktober 2014

Aktuell und kritisch geht es in den Münchner Galerien im Herbst zu: Werke zum Arabischen Frühling, zur Popkultur in Japan oder aber zur Diskussion um die verschiedensten Geheimdienste sind nur der Anfang. Wer also den ein oder anderen neuen Gedanken fassen will, sollte sich unsere Favoriten im Herbst anschauen!

Kunst in München
Kunst in München

Inspiriert von den improvisierten Kopfbedeckungen der Demonstranten des arabischen Frühlings gibt sich Eleni Mylonas: Sie entwarf eigene Kopfbedeckungen, malte und kreierte sie – und fotografierte sich mit ihnen. Damit erklärt sie sich solidarisch mit den Demonstranten. Im Video »The town crier«, das zugleich den Ausstellungstitel vorgibt, tritt sie zugleich in der Uniform ihres Großvaters auf. Ab dem 12. September ist sie in der Galerie Francois Heitsch zu sehen.

Schadenfreude ist die ehrlichste Form von Mitleid – und zutiefst menschlich. Die Ausstellung »Broken. Slapstick, Comedy und schwarzer Humor« führt Werke der Medienkunst aus der Sammlung Goetz ins Haus der Kunst und zeigt, dass wir oft genug über Dinge lachen, die so lustig eigentlich gar nicht sind…#

Etwas andere Architekturfotografie zeigt ab dem 12. September die Stefan Vogdt Galerie der Moderne: Ola Kolehmainen begibt sich auf die Spur so großer Architekten wie Aalto oder Sauerbruch und besucht berühmte Bauwerke, zeigt aber auch, dass das Genre mehr kann als nur abbilden. Er schafft »Kompositionen aus Licht und Zeit«.

Goshka Macuga zeichnet sich durch ihre vielfältigen Techniken aus. In ihrer aktuellen Ausstellung »Madness and Ritual«, die ab dem 12. September bei Rüdiger Schöttle zu sehen ist, geht sie noch einen Schritt weiter und hat gemeinsam mit Dieter Roelstraete (Skript) und Brygida Ochaim (Choreographie) ein Theaterstück erschaffen. Kulisse für die Uraufführung war die 8. Berlin Biennale, die Idee gab eine unpublizierte Komödie Aby Warburgs.

Dass Japan mehr zu bieten hat als Manga, Visual Key und kawaii, zeigt ab dem 12. September die Micheko Galerie. »Three is a magic number 9« präsentiert Skulpturen aus niedlichen Comicfiguren, deren Schicksal es war, geschmolzen und neu geformt zu werden. Das Künstlerkollektiv 3 will damit die Phänomene der japanischen Mainstream-Popkultur hinterfragen.

Seit dem NSA-Skandal diskutiert die Öffentlichkeit über Geheimdienste, ihre Arbeitsweisen und ihren Nutzen. Doch die wenigstens befassen sich mit den Orten dieser Arbeit. Martin Schlüter hat das jedoch getan und zeigt »Die BND-Zentrale in Pullach« noch bis zum 5. Oktober im Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern.

Noch bis zum 4. Oktober können bei Nusser & Baumgart die faszinierenden Landschaftsaufnahmen von Peter Schlör bewundert werden. In seiner aktuellen Werkreihe »Light Shift« ließ er sich vom natürlichen Licht inspirieren und entstanden sind beeindruckende Schwarz-Weiß-Kompositionen. Parallel dazu zeigt die Galerie Landschaftsmalerei des 17. Bis 19. Jahrhunderts.