Meldungen zum Kunstgeschehen

Kunst in Wien Februar 2014

Nachdem die meisten Wiener Galerien ihre Dezember-Schauen noch bis in den Januar hinein zeigten, starten sie nun mit neuen Ausstellungen in den Februar. Fanny Hauser gibt einen Überblick.

Kunst in Wien
Kunst in Wien

Die Galerie Mezzanin in der Eschenbachgasse zeigt noch bis 1. März die Arbeiten der israelischen Künstlerin Etti Abergel. Die Ausstellung kann als eine Installation aufgefasst werden, die sich wiederum aus drei kleineren zusammensetzt. Der Titel »Animism – An Installation in Three Chapters« verweist auf den Glauben an die psychologische Kraft eines leblosen Objekts, das zu einer subjektiven und spezifischen Skulptur zu avancieren vermag.

In der Galerie Meyer Kainer werden im Rahmen der Ausstellung »Die Winter Show« Arbeiten des Künstlerkollektivs Gelatin zur Schau gestellt. Präsentiert werden größtenteils weiße Bilder in einem weißen Raum mit abgerundeten Ecken, in denen sich das generische Licht des White Cube nicht mehr zu einer scharfkantigen Schattenlinie verdichten kann. Im Boltensterm.Raum werden außerdem jene Arbeiten zur Schau gestellt, die die Künstler unter dem Label Gelitin fertigen. Von Struktur und Aufbau an die Schnee-Reihe erinnernd, gemahnt das abstrakte schwarze Plastilin-Bild an ein schwarzes Materie verschluckendes Loch.

In der Einzelausstellung »Erased Wing Mirror« in der Galerie Martin Janda können noch bis 8. März die Arbeiten von Roman Ondák bewundert werden. In seinen Gemälden kombiniert Ondák meist zwei Ready mades miteinander.

Um maschinelle Prozesse und die De-Hierarchisierung materieller Bestandteile und Funktionen geht es in der aktuellen Ausstellung »THE BIG WHY« in der Galerie Krobath. Präsentiert werden die Arbeiten des österreichischen Künstlers Thomas Baumann, dessen Reflexionsprozess von der Frage nach der Divergenz zwischen einem industriellen und postindustriellen Zeitalter sowie zwischen fordistischen und post-fordistischen Arbeitsmodellen begleitet wird.

Auch die GaleristInnen der Schleifmühlgasse bereichern die Wiener Kunstszene mit ihren aktuellen Ausstellungen: Im Rahmen der Ausstellung »New Year’s Resolution« präsentiert Gabriele Senn die Arbeiten von Kathi Hofer, in denen subjektive Projektionen mit kollektiven Ritualen der Wunschproduktion miteinander verknüpft werden.

Christine König stellt noch bis 8. März die Arbeiten von Thomas Hartmann (»Neue Malerei«) sowie die aktuellsten Arbeiten des Künstlerkollektivs Graulicht (August Kocherscheidt und Rupert Zallmann) vor. Charakteristisch für Hartmanns Arbeiten sind die ausgeprägte Sensibilität für Formen, Farben und Bildaufbau zwischen Malerei und Zeichnung. »Cementipede«, die vor Ort entstandene Sitz-Skulptur aus Beton, zählt zu den aktuellsten Arbeiten des Kollektivs Graulicht. Als Wolke geformt, bietet ihre 10m² große Oberfläche Bereiche für alle Körpergrößen und Körperhaltungen. Der Betrachter wird dazu aufgefordert, sich ein beliebiges Stück aus dem raumfüllenden Objekt schneiden zu lassen.

Unter dem Ausstellungstitel »Texte in der Kunst« stellt Georg Kargl Arbeiten von Carl Andre, Richard Artschwager, Robert Barry, Andreas Fogarasi, Joseph Kosuth und Marcel van Eeden und anderen zur Schau und präsentiert mit den vertretenen Künstlern eine breite Palette von verschiedenen Arbeiten und Positionen der 1960er Jahre bis heute. In der Georg Kargl BOX hingegen liegt der Fokus auf nur einem Künstler, nämlich dem Österreicher Franz Graf. Grafs primäres Konzept basiert auf einer Verkettung und Überschneidung unterschiedlicher Medien und Materialien (abstrakte oder figurative Zeichnungen, literarische Textfundstücke, etc.), die zu einer neuen offenen Struktur im Werk führen.

Ein weiterer österreichisches Künstler wird im Februar in der Galerie Andreas Huber vertreten: Florian Schmidt. »Skip«, das Auslassen oder Überspringen von etwas, ist gleichzeitig Titel der Ausstellung und der zentralen sechsteiligen Serie. In Schmidts Werken verschmelzen zweidimensionale und skulpturale Elemente, bildhauerische und malerische Arbeitsweisen. Es geht ihm nicht um eindeutige Definitionen, sondern um die Untersuchung der Bedingungen und Grenzen von Malerei und Skulptur, klassischen Medien der Kunst.

Die Galerie Krinzinger stellt in der Ausstellung »EGO – SUBKUTAN« die neusten Skulpturen und Arbeiten von Werner Reiterer vor. Darunter sind sowohl die »Site-Specific Mobiles«, verschiedenformatige Arbeiten (derzeit gibt es ca. 70 Werke), als auch die 1996 begonnene Serie der »gezeichneten Ausstellungen«, die fortlaufend ergänzt und erweitert wird. Die Bleistiftzeichnungen zeigen Arbeiten, die als Skulpturen und Installationen ausgeführt wurden, aber auch solche, die nicht verwirklicht wurden oder gar nicht für eine solche Ausführung gedacht waren und somit ausschließlich in der Idee der Grafik funktionieren. Bei den »Site-Specific Mobiles« wurden Entwurfszeichnungen und Fotografien der realisierten Objekte und Texte kombiniert. Als offene Serie beschäftigt sie sich ausschließlich mit Projekten und Interventionen im öffentlichen Raum.
Mit der Ausstellung »Ersatz Utopia« hingegen, präsentiert die Galerie Krinzinger außerdem die Arbeiten und Kioskmodelle von Tamás Kaszás, denen eine intensive Auseinandersetzung mit der Architektur der Moderne, insbesondere dem Russischen Konstruktivismus zugrunde liegt.

Abschließend sei noch auf die aktuelle Ausstellung in der Galerie Hubert Winter verwiesen. Jedes Jahr widmet die Galerie der 2003 verstorbenen Birgit Jürgenssen eine Einzelausstellung. Die Ausstellung »Das Alphabet der Birgit Jürgenssen. Arbeiten aus den Jahren 1970-72« befasst sich vor allem mit jenen Arbeiten der Künstlerin, in denen das Verhältnis von Bild und Schrift im Zentrum steht. Gezeigt wird eine Auswahl früher Grafiken, Zeichnungen und Fotoarbeiten, die oftmals nicht zu enträtseln sind. Ferner umfasst die Schau eine außergewöhnliche Serie noch nie gezeigter Farblithografien auf Büttenkarton.