KunstGeschichten

KunstGeschichte: Adele, die Geisel

So mancher Bankraub-Coup ist schon wegen Kleinigkeiten in die Hose gegangen. Aber was hat ein Gemälde von Gustav Klimt damit zu tun? Lassen Sie sich in der neuen KunstGeschichte von Erich Wurth überraschen!

Bankräuber wird man nicht so, wie man Bäcker, Installateur oder Gynäkologe wird. Kaum jemand, der diese Profession ergriffen hat, war ursprünglich an einer solchen Tätigkeit interessiert. Bankräuber wird man aus Sachzwang, weil es eben die Umstände so erfordern – und gegen die Umstände ist man oft machtlos.

„Gegen den Wind kannst net Klavier spielen“, pflegte Daniels Vater zu sagen und benutzte diesen Ausdruck immer, wenn ihm was daneben gegangen war.
Es ging ihm oft was daneben und regelmäßig waren die Umstände schuld, oder andere Leute. Er selbst nie!

Der kleine Daniel Wildschek lernte schnell, dass immer andere schuld sein mussten. Papa Wildschek hatte großes Verständnis, wenn Daniel in schöner Regelmäßigkeit mit einem „Fleck“[1] von der Schule heimkam, weil Mitschüler ihn nicht hatten abschreiben lassen. In solchen Fällen schimpfte Papa Wildschek auf Daniels Kameraden, ihm selbst machte er keine Vorwürfe.
Klar, dass Daniel sich nicht anstrengte und gar nicht erst versuchte, selbst etwas zu lernen. Konsequenzen für sein Versagen gab es ohnehin nicht.

Mit vierzehn hatte sich Daniel somit eine Bildung angeeignet, die man im besten Fall als „katastrophal“ bezeichnen kann und natürlich waren die Lehrkräfte dran schuld. Er schloss zwar die Hauptschule ab, allerdings mit einem Zeugnis, das ihm die Erlangung einer Lehrstelle von vornherein unmöglich machte. Nur ein einziges Vorstellungsgespräch wurde ihm gewährt, von einem flüchtigen Bekannten seines Vaters, der auch aus unerfindlichen Gründen einen kleinen Test mit Daniel veranstaltete. Auf die Frage nach dem Namen des österreichischen Bundeskanzlers antwortete Daniel „Arnold Schwarzenegger“ und auf die nach dem des österreichischen Bundespräsidenten „George Bush“. Sogar die Vornamen der Herren kannte er also!

Aber die Umstände waren gegen ihn und er kriegte die Lehrstelle seltsamerweise nicht.
Das Arbeitsmarktservice nahm sich seiner an und steckte ihn in eine Ausbildungswerkstätte – in der er nichts lernte, weil es ihn nicht interessierte. Schließlich kam er doch noch unter, als Türsteher und Rausschmeißer in einer Diskothek. Aber sein Einkommen war eher dürftig.
Auf alle Fälle zu dürftig für einen jungen Mann seines Alters mit den Interessen seiner Generation. Die Klamotten kosteten viel Geld, ebenso das jeweils neueste Handy. Die Werbeindustrie heutzutage tut überdies ihr Möglichstes, jungen Leuten die Dinge einzureden, die sie sich nicht leisten können – und als Daniel noch keine dreiundzwanzig war, hatte er Schulden wie ein Stabsoffizier und unangenehme Gläubiger im Nacken.

Das waren also die Umstände, die Daniel den Zwang auferlegten, eine Bank zu überfallen. Er hatte kein Problem damit, denn mit so etwas wie Unrechtsbewusstsein wollte sich Daniel prinzipiell nicht belasten. Was er haben wollte, das stand ihm einfach zu – und Ende der Debatte! Noch dazu war er ja vom Schicksal arg benachteiligt, weil ihm keine reichen Eltern zur Verfügung standen. Aber ein Recht auf seinen Spaß hatte er ebenso wie Paris Hilton, oder etwa nicht?

Nun, auch wenn er keinerlei Gewissensbisse befürchtete, so ein Bankraub musste gut vorbereitet sein. Zwar traute er der Wiener Polizei nicht zu, solche Kapazitäten in ihren Reihen zu haben, wie es die Cops in den US Fernsehserien waren, zumal er über das Gehaltsschema österreichischer Beamter ungefähr Bescheid wusste. Aber immerhin, man konnte nie wissen! Deshalb besorgte er sich zunächst eine Pistole, die er einem Besucher der Diskothek, in der er Dienst tat, abkaufte. Und in der Spielwarenabteilung eines Kaufhauses erstand er eine Handgranatenattrappe aus Kunststoff, die beinah echt aussah.

Daniel entschied sich für eine kleine Filiale einer großen Bank in Hernals[2]. Die Bank, so hatte es im Fernsehen vor kurzem geheißen, konnte im letzten Jahr einen Reingewinn von knapp einer Milliarde Euro verbuchen, hauptsächlich aus dem Osteuropageschäft. Daniel hatte das Gefühl, dass da auch in einer kleinen Filiale ausreichend Bares für ihn zu holen sein müsste.

Die Filiale befand sich in der Hernalser Hauptstraße nahe der Schnellbahnstation der S 45 und war nur mit zwei Personen besetzt: Der Filialleiterin Sabine Schmied und dem Kundenbetreuer Johannes Fassbinder, einem blutjungen Burschen, den man keinesfalls mit der in Wien gebräuchlichen Kurzform seines Vornamens ansprechen durfte, denn „Hansi“ war uncool. Obwohl Abkürzungen aller Art so modern waren, bestand er auf „Johannes“ und seine Umgebung tat ihm den Gefallen, auch Sabine, die Johannes seinerseits nur „Chefin“ nannte.

Um den geringen Personalstand der Filiale zu kompensieren, waren etliche Automaten in dem kleinen Raum untergebracht: Maschinen für Aus- und Einzahlungen, Münzzählmaschine, Kontoauszugdrucker, sowie ein Automat, der Münzrollen ausspuckte. Bankkunden hatten sich gefälligst selbst zu bedienen, denn das Unternehmen wollte nicht Mitarbeiter durchfüttern, sondern den Gewinn maximieren und das magere Vorjahresergebnis von knapp unter einer Milliarde im laufenden Jahr möglichst verbessern.

Es war kurz nach neun Uhr an einem bewölkten, regnerischen Tag, als Daniel Wildschek die Filiale betrat und sich umsah. Johannes Fassbinder stand an einem kleinen Tischchen mit einem Bildschirm und einer Tastatur und tippte Zahlen in den Computer. Einen Schalter gab es in dem Raum nicht, so etwas ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß. Am Geldausgabeautomaten stand eine Kundin, eine etwa fünfundzwanzigjährige, brünette Frau in einem schwarzen Hosenanzug, die ein flaches Paket unter den Arm geklemmt hatte. Sonst war niemand anwesend, denn Sabine Schmied saß zu dem Zeitpunkt im Nebenraum und ärgerte sich über ein Rundschreiben des Managements, das Kundenüberweisungen zum Gegenstand hatte und dem Institut einen zusätzlichen Tag zur Verrechnung von Sollzinsen verschaffen sollte.

Daniel trat an den tippenden Johannes heran, zog seine Pistole aus der Seitentasche seiner Jeansjacke und hielt sie Johannes vor den Bauch. Dazu sagte er leise: „Her mit’m Gerstl[3], sonst hast dein’ letzten Rammel g’wuzelt.“

Johannes sah von der Tastatur auf und dem „Kunden“ ins Gesicht. Dabei bemerkte er die Pistole gar nicht, die auf ihn gerichtet war. Er sah einen Burschen etwa in seinem Alter mit einer Baseballmütze und einem dürftigen, wie von Motten zerfressenen Bart an der Kinnspitze, dessen Gesicht etwas gerötet war. Das Gesicht hatte einige Ähnlichkeit mit der miserablen Visage jenes Nudelauges[4], das erst kürzlich in der Disco seinen Hasen[5] einbraten[6] wollte und mit dem er aneinander geraten war. Instinktiv erkannte Johannes, dass er es hier nicht mit einem seriösen Kunden zu tun hatte und folglich nicht an die Konventionen der Höflichkeit gebunden war. Es war wohl angebracht, den Besucher darauf hinzuweisen, dass man ihm, Johannes, nicht in einem so rüden Ton kommen durfte.
„Hab’n s’ dir ins Hirn g’schissen?“, fragte er deshalb etwas befremdet.
Auf diese Reaktion war Daniel natürlich nicht gefasst. Er nahm die Pistole hoch, richtete sie genau vor dem Gesicht des Bankangestellten gegen die Decke des Raumes und drückte ab.
Der Schuss krachte gewaltig, die Kundin am Geldausgabeautomaten schrie auf und Johannes hätte sich beinahe in die Hose gemacht.

Sabine in ihrem Nebenraum wäre fast vom Sessel gefallen und es dauerte ein paar Sekunden, bis sie begriffen hatte, was vorging. Aber dann handelte sie erstaunlich rasch und drückte auf den Knopf an der Unterseite der Schreibtischplatte, der im stadtauswärts, ebenfalls in der Hernalser Hauptstraße gelegenen Wachzimmer Alarm auslöste. Jetzt konnte sie nur hoffen, dass die Schmier[7] rasch zur Stelle war.

Draußen im Kundenraum trieb mittlerweile Daniel die Kundin und den Bankfritzen in einer Ecke zusammen, indem er mit der Pistole fuchtelte. Die Kundin ließ ihr flaches Paket nicht los und presste es ängstlich mit dem Arm an ihren Oberkörper. Als schließlich Johannes und die junge Frau verschüchtert beisammen standen, herrschte Daniel den Bankfritzen an: „Wer is no’ da, außer euch?“
„Die Chefin“, gestand Johannes und wies auf eine Milchglastür im Hintergrund des Raumes. Daniel bewegte sich seitwärts auf die Tür zu indem er Johannes und die Kundin nicht aus den Augen ließ. Wie man sich in einem solchen Fall zu verhalten hat, wusste Daniel aus dem Fernsehen, und zwar aus „CSI Miami“ – oder war es „Tatort“? Egal. Fernsehen bildet jedenfalls ungemein.

Sabine Schmied zuckte zusammen, als sich die Tür öffnete und Daniel sie anschrie: „Pfoten hoch und ausse[8] da!“ Verstört nahm sie die Hände hoch, stand auf und kam in den Kundenraum. Daniel beobachtete sie scharf. Die etwas dickliche, kleine, unscheinbare Frau von etwa vierzig Jahren schien ihm nicht gefährlich werden zu können.

„So und jetzt her mit der Marie, sonst kracht’s“, befahl Daniel.
„Johannes, pack ihm’s ein“, sagte Sabine. Johannes ging zu einem kleinen, kommodeartigen Möbelstück aus Metall, sperrte eine Lade auf und entnahm dieser einige Bündel Banknoten, hauptsächlich Zehneuroscheine, die von Banderolen zusammen gehalten wurden. Daniel warf ihm einen zusammengeknüllten Plastiksack zu, den er aus der Hosentasche zog. „Wie viel is das?“, fragte er, als Johannes die Bündel in den Sack legte.
„Ungefähr zehntausend“, sagte er.

„Wollt’s mi’ roll’n?“, fragte Daniel empört. „I pfeif auf die Kaffeekassa! Die paar Netsch[9] da könnt’s euch am Bauch hau’n! Komm ume[10] mit die richtigen Flocken[11]!“
„Mehr hamma net“, behauptete Johannes.
„Das kannst der Jetti – Tant unter’m Wasser erzähl’n! Soll i dir ein’ Kanal durchs Hirn machen, du Wecken?“, regte sich Daniel auf und fuchtelte mit der Pistole.
„Die größer’n Scheine san im Automaten“, rechtfertigte sich Johannes.
„Dann mach’n auf, du Schneebrunzer!“, verlangte Daniel.

Der sah fragend seine Chefin an und diese nickte. Aber noch bevor Johannes sich zum Geldausgabeautomaten in Bewegung setzen konnte, flog die Eingangstür auf und zwei uniformierte Polizisten kamen mit gezogenen Dienstwaffen herein.
„Waffe weg!“, schrie der eine, der die Pistole in Daniels Hand sofort registriert hatte. Daniel legte seine Kanone mit der rechten Hand langsam auf das Tischchen mit der Computertastatur, holte aber mit der linken Hand die Handgranate aus der Jackentasche und zog deren Sicherungsstift.
„Ja, beim Arsch, Herr Karl! Wenn ihr schießt’s, san mir alle miteinand a Golasch“, grinste Daniel und fügte dann noch hinzu: „Also, schleicht’s euch!“

Die beiden Polizisten standen etwas verunsichert da, als Daniel mit einem raschen Schritt zu der Kundin im schwarzen Hosenanzug trat, sie am Arm packte, aus ihrer Ecke heraus zerrte und sich hinter sie stellte.

Jetzt sagte die junge Frau zum ersten Mal auch etwas: „Könnten die Herren von der Polizei vielleicht mein Packerl mitnehmen? Dem Bild darf nix passieren!“
„Sein’s lieber froh, wenn Ihnen nix passiert“, mahnte Daniel und hielt die junge Frau eisern fest. „Was is denn so wichtiges in dem Packerl?“
„Da is ein unersetzliches Bild drin. Ein Klimt.“

Dunkel konnte sich Daniel an den Namen Klimt erinnern. Da war doch was im Fernsehen in den Nachrichten gewesen. Aber das war jetzt unwichtig, jetzt musste er erst einmal die zwei Amtskappeln loswerden.
„Abmarsch, die Herren, gemma, gemma!“, sagte er deshalb zu den zwei Polizisten. „Sonst macht’s ganz laut Bumm“. Tatsächlich zogen sich die beiden vorsichtig im Retourgang zurück und der eine von ihnen sagte zu seinem Kollegen: „Hol Verstärkung, Beppo.“

Dann waren die zwei Beamten draußen auf der Straße. Der eine lief zum Funkwagen und der andere sicherte die Glastür des Eingangs mit schussbereiter Pistole. Aber Daniel fühlte sich nicht mehr unmittelbar bedroht.
Er steckte die Spielzeughandgranate wieder ein und nahm die Pistole an sich. Dann befahl er der Kundin im Hosenanzug: „Auspacken“, indem er auf das Paket deutete.
„Bitte nicht!“, bat diese. „Das darf auf keinen Fall beschädigt werden.“
„Mach dir net ins Hemd“, sagte Daniel und nahm der Frau das Paket einfach weg. Nachdem er sich mit einem Blick vergewissert hatte, dass der Polizist am Eingang keine Anstalten machte, hereinzukommen, riss er das Paket auf, wobei sich die Klebestreifen auf dem Packpapier als recht hinderlich erwiesen. Aber dann kam ein ungerahmtes Ölgemälde zum Vorschein sowie ein broschiertes Buch, das beinahe wie ein Katalog aussah.

Das Bild, etwa fünfzig mal fünfzig Zentimeter groß, war das Porträt einer Frau, die ein fremdartiges, seltsames Kleid in kräftigen Türkistönen trug und auf dem Buch war offenbar das Foto eines Gemäldes zu sehen, auf dem Daniel eigentlich gar nichts erkennen konnte. Über diesem Foto stand in Blockbuchstaben der Titel des Buches: „Klimt“. Und darunter die Wörter: „Diesen Kuss der ganzen Welt“.

Daniel hielt das Bild hoch. „Und das soll was wert sein?“, fragte er skeptisch.
„Das is unbezahlbar!“, bestätigte die junge Frau.
„Wer san Sie überhaupt, dass Sie so was haben?“, fragte Daniel ungläubig.
„Christine Novak von der Kunstakademie“, sagte diese. „Die Adele is a Leihgabe.“
„Adele? Wer heißt denn so deppert?“, brummte Daniel.
„Die Frau auf dem Bild“, erklärte Frau Novak. „Das is Adele Bloch – Bauer. Klimt hat sie ein paar mal gemalt. Wahrscheinlich hat er ein Gspusi[12] mit ihr g’habt.“

Kruzitürken! Jetzt hätte sich Daniel beinahe von dem idiotischen Bild ablenken lassen! Die beiden Banktypen standen immer noch blöd da mit der Zunge im Maul und taten nichts, um ihm endlich das Geld zu übergeben. Daniel brüllte den Johannes an: „Und du hol endlich die Fetzen[13] aus’m Automaten, du Wichser!“
Johannes zuckte zusammen und beeilte sich, die Rückwand der Maschine mit einem Schlüssel, den er aus der Hosentasche zog, zu öffnen.

Während Johannes an dem Gerät hantierte, blätterte Daniel in dem Buch, das dem Bild beigelegen hatte. Einige Gemälde waren da abgebildet und eines stach Daniel sofort ins Auge: Ebenfalls so etwas wie ein Porträt, aber es zeigte beinahe die ganze Person, eine Frau in einem langen Kleid, ebenfalls sehr seltsam und exotisch, aber nicht in Türkis-, sondern in Goldtönen und die linke Seite des Bildes war überhaupt nur eine goldfarbene Fläche. Eindeutig war es dieselbe Frau wie auf dem Ölbild aus dem Paket.

Christine Novak hatte die Blicke Daniels bemerkt, mit denen er die Abbildung im Buch mit dem Ölgemälde verglich. „Das is die ‚Goldene Adele’, das zweitteuerste Gemälde der Welt“, sagte sie. „Hundertfünfunddreißig Millionen Dollar.“

Daniel verschlug es fast den Atem. „Und das da? Wie viel is das wert?“, fragte er dann heiser und hielt das türkisfarbene Gemälde hoch.
Christine zuckte die Schultern. „Weiß net. Garantiert net so viel wie die goldene, aber für normale Leut’ unbezahlbar.“
„Und mit so was rennen Sie durch die Gegend?“, wunderte sich Daniel.
„Das stiehlt eh keiner, weil’s keiner verscheppern kann. Oder kennen Sie einen, der grad a paar Millionen z’ viel hat?“
Daniel antwortete nicht, denn seine Aufmerksamkeit wurde nun von den Vorgängen auf der Straße vor der Bankfiliale in Anspruch genommen.

Die Hernalser Hauptstraße ist in diesem Abschnitt ziemlich breit. Außer der Hauptfahrbahn mit den Straßenbahngleisen und je einer Fahrspur pro Richtung weist die Straße im Bereich der Schnellbahnbrücke noch zwei Nebenfahrbahnen auf. Jene vor der Bankfiliale wurde bereits von dem Polizeiwagen blockiert, der zuerst eingetroffen war. Und nun füllte sich die Hauptfahrbahn ebenfalls mit Dienstfahrzeugen, deren Blaulicht sich im Lack der geparkten Autos spiegelte. Es hatte leicht zu regnen begonnen.

Daniel holte seine Handgranatenattrappe wieder hervor und behielt sie in der Hand. Ein Telefon begann zu klingeln, offenbar im Nebenraum, aus dem Daniel die Filialleiterin geholt hatte.
Etwa eine Minute lang geschah nichts. Johannes stand mit zwei Bündel Banknoten noch an der Rückwand des Geldausgabeautomaten, Sabine Schmied, die Filialleiterin, stand verschreckt in der Ecke und Christine Novak neben ihr rührte sich ebenfalls nicht. Das Telefon klingelte weiter. Da öffnete sich die Eingangstür, der Polizist, der dort mit seiner Dienstwaffe Wache gehalten hatte, steckte den Kopf herein und rief: „Geh’n S’ ran, das is der Oberinspektor!“

Daniel befahl zuerst dem Johannes, die Geldscheine in den Plastiksack zu tun, dann, die Eingangstür abzusperren und schließlich, nachdem das geschehen war, machte er eine einladende Geste mit seiner Pistole und sagte: „Na, gemma halt telefonier’n. Nach Ihnen, meine Herrschaften!“
Zögernd gingen die zwei Bankangestellten und Christine Novak voran in den Nebenraum. Dort deutete Daniel mit der Pistole seinen drei Geiseln, sich an die Wand gegenüber der Tür zu stellen. Er selbst nahm auf dem Stuhl Platz, auf dem Sabine gesessen hatte und nachdem er das Bild, das Buch, die Pistole und die Spielzeughandgranate auf den Schreibtisch gelegt hatte, hob er den Telefonhörer ab.

Der Oberinspektor verlangte von ihm in rüdem Ton, ohne Waffe und mit erhobenen Händen aus der Bankfiliale herauszukommen.
„Sonst noch Wünsche?“, fragte Daniel. „I glaub, Sie san ang’fressen, weil i Sie beim Tarockier’n g’stört hab. Jetzt horchen S’ einmal ganz genau zu: I hab a Handgranaten, a Krachen und vier Geiseln. Sie werd’n schön machen, was i sag, ja?“
Vier Geiseln? Der Oberinspektor wusste nur von drei!

„Na, es san vier!“, beharrte Daniel. „Die Tante und das Bubi von der Bank, a Kundin und a Gemälde von ein’ gewissen Klimt. Soll angeblich a paar Millionen wert sein! Wenn die drei Gfrieser[14] da bei mir ins Gras beißen, hab’n Sie net so viel Wickel[15] als wenn i den Klimt demolier. A paar Tote san net so tragisch, aber wenn’s ums Geld geht, werd’n die Herren Vorgesetzten empfindlich! Das werd’n ja wissen.“
Damit legte Daniel auf und lehnte sich erst einmal gemütlich zurück. Dann sah er, dass Johannes immer noch den Plastiksack mit den Banknoten trug. „Schmeiß ume[16] den Tschuschenkoffer[17]!“, forderte er ihn auf.

Als er den Plastiksack aufgefangen hatte, unterzog er ihn einer flüchtigen Untersuchung uns stellte fest, dass nur etwa zwanzigtausend Euro drin waren. „Wo is der Rest?“, wollte er wissen.
„Welcher Rest? Glaub’n S’, das is die Nationalbank? Das is a ganz kleine Filiale, da is net mehr Geld da!“, sagte Johannes.
„I lass mi’ net mit an Schmattes[18] abspeisen!“, erklärte Daniel. „Wenn i scho so was mach, muss si’s wenigstens rentieren.“

Dann nahm er das Buch aus Christine Novaks Paket zur Hand und blätterte nochmals darin, bis er zu dem Foto der ‚Goldenen Adele’ kam. „Wie viel Millionen hab’n Sie g’sagt?“, fragte er Christine.
„Hundertfünfunddreißig Millionen Dollar hat der Herr Lauder dafür bezahlt“, sagte Christine. „Jetzt hängt’s in New York, aber bis voriges Jahr hätten S’ mit D-Wagen[19] hinfahren können, da war’s im Belvedere. Dann hat’s Österreich der Erbin von der Adele Bloch – Bauer z’rück’geben und die hat’s versteigern lassen.“

„Scheiß mi an“, murmelte Daniel beeindruckt. Dann hob er nochmals das Ölbild hoch. „Und das, die grüne Adele?“
„I weiß wirklich net, was die wert is“, sagte Christine, „Das Bild is noch nie versteigert worden. Und außerdem is’ net grün, sondern türkis.“
„Is doch wurscht“, stellte Daniel fest. Dann betrachtete er längere Zeit nachdenklich das Gemälde und unter seiner Baseballmütze schien es zu arbeiten.

„Ihr habt’s wirklich net mehr Marie da?“, fragte er schließlich Sabine, die bewegungslos und schwitzend an der Wand stand.
„Da heraußen in Hernals?“, antwortete die. „Da heben die Leut’ höchstens ein’ Hunderter ab. Warum sollt mehr da sein?“

Daniel war zu einem Entschluss gekommen. „Dann könnt’s euch schleichen. Sagt’s denen Spinatwachtern[20] da draußen, i will hundertausend in kleinen Scheinen und a Taxi, aber dem darf niemand nachfahr’n. Des Bildl nehm i mit. Und wenn mir wirklich niemand nachkommt, lass i die Adele da im Taxi liegen, sonst demolier i’s. Kapiert?“

Sabine atmete hörbar auf. „Wir richten’s aus“, versprach sie.
„Die gnä’ Frau da bleibt bei mir, bis das Geld und das Taxi da is“, bestimmte Daniel und zeigte auf Christine. Dann stand er auf und streckte Johannes die Hand entgegen: „Schlüssel!“
Johannes zog einen Schlüsselbund aus der Hosentasche und reichte ihn Daniel. Der nahm wieder seine Pistole zur Hand, stand auf und bedeutete seinen Geiseln, mit ihm zu kommen. Auf dem Weg zur Eingangstür sagte Daniel: „I bin ja so was von bescheiden, das is ja direkt deppert. Korrektur: I will zwahunderttausend, is immer no’ spottbillig.“

„Zweihunderttausend, gut wir richten’s aus“, bestätigte Johannes. Dann sperrte Daniel das Schloss der Eingangstür auf, ließ Sabine und Johannes hinaus und sperrte nach ihnen sorgfältig wieder ab.
Draußen stürzten sich mehrere Polizisten auf die beiden freigelassenen Geiseln.

Daniel und Christine kehrten in das Chefbüro zurück. „Nehmen S’ Platz, gnä’ Frau“, forderte Daniel höflich auf. „Jetzt hamma bisserl Zeit. Bis die Amtskappeln mit’m Flieder[21] antanzen, das dauert sicher no’ a Weil’.“
Christine setzte sich auf den Besucherstuhl, Daniel gegenüber.

„Sagen S’, warum zahlt einer so ein’ Haufen Flins[22] für so a Bildl?“, wollte Daniel wissen und zeigte auf das Foto der Goldenen Adele, bei dem das Buch noch aufgeschlagen war.
„Halt a berühmter Maler“, sagte Christine.
„Erzähl’n S’ mir was über den“, forderte Daniel sie auf.
„Na ja, der hat von 1868 bis 1918 g’lebt, geboren in Baumgarten, im vierzehnten[23]. Hat’s Atelier in Hietzing g’habt und liegt am Hietzinger Friedhof. War a fescher Kampl[24] und hat an Haufen Weiberg’schichten g’habt, wahrscheinlich auch mit der Adele. War nie verheirat’, aber die da…“, sie griff nach dem Buch und blätterte eine andere Seite auf, die ebenfalls das Gemälde einer Frau zeigte, „das war seine Lebensgefährtin. Emilie Flöge, die hat er auch a paar Mal g’malt. War einer der Hauptvertreter vom Jugendstil, der Gustav Klimt“.

Daniel griff jetzt seinerseits nach dem Buch und schloss dessen Seiten, so dass das Titelbild zu sehen war.
„Was soll der Blödsinn mit dem Kuss?“, fragte er.
„Diesen Kuss der ganzen Welt? Das is aus dem letzten Satz von der neunten Beethoven. Freude, schöner Götterfunken, erinnern S’ ihnen? Der Klimt hat für a Ausstellung a Fries g’malt, das Beethovenfries. Da sehn S’ es eh“, erklärte Christine und blätterte das Buch um.
„Was is a Fries?“, fragte Daniel.
Christine konnte nicht mehr antworten, denn das Telefon meldete sich wieder. Es war der Oberinspektor.
Daniel solle auch die letzte Geisel noch freigeben, das brächte mildernde Umstände. Andernfalls werde man die Bank stürmen. Die Cobra[25] sei bereits da.

Die Cobra könne ihn, erklärte Daniel, und die letzte Geisel wäre ihm wurscht, die könne ruhig gehen. Er habe ein unbezahlbares Bild in seiner Gewalt, das sei in Null – Komma – nichts zerfetzt und dann könne sich die Cobra vom Innenminister was anhören! Wahrscheinlich würden dann alle Cobra – Beamten die Gurke kriegen[26] und stempeln[27] wäre heutzutage nicht sehr lukrativ.
Daniel hörte deutlich, wie der Oberinspektor schluckte, aber er war still.

Christine hatte aus Daniels Reden geschlossen, worum es da am Telefon ging und mischte sich ein. Sie würde niemals einen Klimt im Stich lassen, erklärte sie. Sie weigere sich, die Bank zu verlassen, bevor das Gemälde in Sicherheit wäre.
Das trug ihr, nachdem Daniel den Hörer aufgelegt hatte, die Ermahnung von seiner Seite ein: „Sei net deppert, Madl! Das is nur a Stofffetzen mit Farb’ drauf – und Sie san a fesche Katz[28]. Da gibt’s Unterschiede!“

„Sie täten uns wirklich in d’ Luft sprengen mit dem Zeug?“, fragte Christine und zeigte auf die Handgranate.
„Mit dem bestimmt net, das is nur a Schmäh“, gestand Daniel und warf das Spielzeug Christine zu. Reflexartig fing diese die Attrappe auf, bemerkte wie leicht der Kunststoff war, legte die Granate aber sofort angewidert wieder auf den Tisch zurück.
„Aber wenn die Djangos von der Cobra wirklich antanzen, wird g’schossen. Da könnten S’ leicht was ins Popscherl[29] kriegen und das wär’ schad. Also verduften S’ lieber“, setzte Daniel seinen Versuch fort, Christine loszuwerden. Er war völlig davon überzeugt, dass das Bild ein besseres Druckmittel wäre, als jede menschliche Geisel.
„Nicht ohne die Adele!“

Das Telefon meldete sich erneut und Daniel hob den Hörer ab.
„Na? Was is? Wo bleib’n die Moneten?“, fragte er.
Wenn er die letzte Geisel mit dem Bild herausgebe, würde man ihm die verlangte Summe auszahlen, versprach der Oberinspektor.
„Tschuldigen, Herr Amtsrat, Sie san a Pleampl[30], wenn S’ glaub’n, dass i so deppert bin“, erklärte Daniel. „Die gnä’ Frau, die da bei mir is’, kann si’ jederzeit hutschen[31], aber die will net ohne das depperte Bildl. Und das geb i net her ohne Gegenleistung. Woll’n S’ reden mit der gnä’ Frau?“
Offenbar wollte der Beamte das, denn Daniel gab den Telefonhörer an Christine weiter. „Novak“, meldete sich diese und hörte dann einige Zeit still zu.

Daniel kramte indessen in der Lade des Schreibtisches, bis er gefunden hatte, was er suchte: Einen Brieföffner mit einer schönen, scharfen Spitze. Den legte er auf die Schreibtischplatte neben das Buch.
„Aber unter Protest!“, sagte Christine soeben ins Telefon, dann hielt sie Daniel den Hörer wieder hin. „Noch einmal für Sie.“

Der Oberinspektor erklärte, er habe Frau Novak überredet, zu ihm hinaus zu kommen. Nachdem Frau Novak in Sicherheit wäre, würde ein Beamter mit dem Geld in die Bank kommen, wo der Austausch Geld gegen Gemälde stattfinden sollte. Man habe nicht so rasch eine so hohe Summe besorgen können, es werde noch einige Minuten dauern, aber die letzte Geisel müsse unverzüglich die Bank verlassen.
Prompt korrigierte Daniel den Polizeibeamten: Die vorletzte Geisel werde er nun aus dem Lokal lassen. Die letzte Geisel sei die Adele vom Klimt und die bleibe bei ihm. Einen Austausch würde es nicht geben, die Adele komme mit auf die Reise und würde im Taxi zurückbleiben, sobald Daniel in Sicherheit sei.
„Was is’ überhaupt mit’m Taxi?“, fragte er zum Schluss.
Das stehe bereit, allerdings würde es ein Polizeibeamter fahren. Einem normalen Taxifahrer könne man eine Fuhre mit einem bewaffneten Fahrgast nicht zumuten.
Daniel verlangte nochmals, der Oberinspektor möge sich die Sache gut überlegen und keinen Blödsinn machen. Dann legte den Hörer auf.

Christine sah mittlerweile unverwandt das Gemälde an, ihr Gesichtsausdruck war besorgt. „Sie werd’n doch aufpassen auf die Adele?“, fragte sie.
„Der passiert nix, solang die Kieberer net deppert san. Wenn s’ mi aber bescheißen, mach i s’ hin, die Adele“, versprach Daniel, nahm den Brieföffner und führte einige angedeutete Stöße mit dessen Spitze gegen das Gemälde aus.
Christine schrie leise auf: „Um Gottes Willen! Sein S’ vorsichtig!“

Daniel legte den Brieföffner zur Seite. „I kapier immer no net, wie man für so was einen solchen Haufen zahl’n kann! Das is ja pervers!“
„Na ja, ein bisserl schon“, gab Christine zu. „Halt Angebot und Nachfrage. Angebot gibt’s kein’s mehr für so was. Und Sie werd’n ja zugeben, schön is das schon!“
„Na ja“, meinte Daniel. „Für mein’ G’schmack hat s’ viel zu viel an, die Adele. Was is? Samma so weit? Gemma?“
„I lass sie net gern allein, die Adele…“, murmelte Christine. Aber sie stand auf und wandte sich zur Tür in den Kundenraum. Daniel nahm seine Pistole mit und folgte ihr. Am Eingang schloss er die Glastür auf. „Wiederschaun, gnä Frau“, grüßte er höflich.
„Lieber nicht“, sagte Christine.
„Und sag’n S’ den Pleampln da draußen, sie soll’n ka Petite[32] probier’n, sonst muss i die Adele doch no’ maxeln.“

Durch die Glastür sah Daniel wie sich draußen zwei Polizisten auf Christine stürzten und ein Blitzlicht flammte auf. Also war sogar schon mindestens ein Journalist da. Nun, Daniel konnte es egal sein.
Er versperrte den Eingang wieder sorgfältig und kehrte an den Schreibtisch der Filialleiterin zurück. Das Buch über Gustav Klimt lag noch da und Daniel begann darin zu blättern, während er darauf wartete, dass sich das Telefon wieder meldete, um ihm das Eintreffen des Geldboten mitzuteilen.

Er wartete und blätterte ziemlich lang und langsam wurde er doch etwas nervös. Um sich abzulenken versuchte er, die Abbildung des Gemäldes auf dem Schreibtisch im Buch zu finden. Vergeblich.
Schließlich las er den Text, der sich gegenüber dem Bild der „Goldenen Adele“ befand. Klimt habe über Jahre hinweg einige Vorstudien für die „Goldene Adele“ gezeichnet, stand da. Außer der berühmten goldenen gäbe es noch eine Adele II, die vor kurzem um 87,9 Millionen Dollar versteigert worden wäre. Abgebildet war dieses zweite Gemälde auch: Blaue Farbtöne herrschten hier vor, nur der oberen Teil des Bildes war lila gehalten.
Aber von dem Gemälde auf dem Schreibtisch stand da nichts! Nichts von einem grünen, oder, wie Christine gesagt hatte, türkisfarbenen Bild!

Allerdings stand da noch etwas, das Daniel zutiefst beunruhigte: Außer den beiden Gemälden der Adele Bloch – Bauer wären noch die Gemälde der Emilie Flöge bemerkenswert, die in ganz ähnlicher Weise wie die beiden Adele – Bilder komponiert wären.
Die beiden Adele – Bilder? Gab es nur zwei?
In Daniel stieg Panik hoch.
War er verarscht worden?

Da öffnete sich ganz plötzlich die Tür zum Kundenraum. „Lassen S’ die Krachen liegen!“, sagte eine männliche Stimme. Daniel fuhr hoch. Da stand ein uniformierter Polizist, hielt ihm die Dienstwaffe entgegen und grinste. „Ja, ein’ Hintereingang gibt’s aa da! Hab’n S’ das net g’wusst?“

Daniel griff gar nicht mehr nach seiner eigenen Pistole, die auf dem Tisch lag. Aber plötzlich packte ihn die Wut und er riss den Brieföffner an sich. Wie ein Irrer stach er damit auf die türkisfarbene Adele vor ihm ein und bemühte sich vergeblich, die Leinwand so viel als möglich zu zerfetzen.
Er hatte dafür nur etwa eine Sekunde Zeit, bis ihn der Polizist festhielt und daran hinderte, sein Zerstörungswerk zu vollenden.

Als kurz darauf Daniel in Handschellen aus der Bank geführt wurde, stand da Christine Novak, die Kundin im schwarzen Hosenanzug, an der Seite eines anderen Polizisten.
„Hat er das Bild demoliert?“, fragte sie.
Der Beamte, der Daniel festgenommen hatte, nickte. „Ja. Tut mir echt leid. Aber Ihr Professor wird’s sicher noch benoten können. Is net total hin.“
Christine sah Daniel giftig an. „Das war nämlich a Prüfungsarbeit“, sagte sie. „Hat mich ein’ Haufen Zeit kost’, die Adele malen!“

Anmerkungen:
[1] "Nicht genügend"
[2] der 17. Gemeindebezirk Wiens
[3] Geld
[4] Schimpfwort
[5] Mädchen
[6] anmachen
[7] Wache, Polizei
[8] heraus
[9] Kleingeld
[10] herüber
[11] Banknoten
[12] Verhältnis
[13] Geldscheine
[14] Gesichter
[15] Schwierigkeiten
[16] herüber
[17] Plastiksack
[18] Trinkgeld
[19] Straßenbahnlinie D
[20] Polizisten
[21] einer der vielen Ausdrücke für Geld
[22] Geld
[23] 14. Bezirk Wiens, Penzing
[24] stattlicher Mann
[25] Sondereinheit zur Terrorbekämpfung
[26] Gurke kriegen = entlassen werden
[27] Arbeitslosenunterstützung kassieren
[28] Mädchen
[29] Popo
[30] Dummkopf
[31] entfernen
[32] krumme Sache, Betrug

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