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Kunstgeschichte und Kunsthandel

Kunsthändler kaufen Gemälde, Graphiken, kunstgewerbliche Produkte, Skulpturen und vieles andere, um sie erneut zu verkaufen. Um den Wert dieser Gegenstände einzuschätzen, braucht man ein sehr spezifisches kunsthistorisches Wissen.

Fragen der Datierung, der Technik, des Materials und der Originalität sind äusserst wichtig. Da der Wert eines Stücks jeweils von der Nachfrage auf dem Kunstmarkt und dem dort bezahlten Preis abhängt, ist das Literaturstudium in Auktionskatalogen und Antiquitätenzeitschriften Grundbestandteil der Arbeit eines Kunsthändlers. Erst dann kann er entscheiden, ob ein angebotenes Stück wieder verkauft werden kann und wo es Interessenten dafür gibt. Der Verkauf erfolgt meist über Auktionen.

Der Kunsthandel wird durch juristische Bestimmungen geregelt. Der Transport von Kunstgegenständen bedarf klarer Richtlinien, die sowohl die Ver- als auch Ankäufer genau kennen müssen. In Beratungsgesprächen sind solche Fragen wichtig. Diskretion, Umgangsformen, Vertrauen und langjährige Erfahrung müssen gewährleistet sein. Komplikationen oder Unzufriedenheiten gefährden den Ruf des Auktionshauses empfindlich.

Doch nicht nur bei der Besichtigung von Kunstwerken ist Fachkompetenz notwendig. Für Auktionen müssen Kataloge erstellt werden: die zu verkaufenden Stücke werden fotografiert und beschrieben. Angaben zu Herkunft, Erwähnungen und Nennungen in Fachliteratur sichern die Seriösität des Angebotes ab. Dafür sind sehr gute Recherche-Fähigkeiten notwendig und ein "kriminalistisches" Gespür.

Der beste Weg, den Kunstmarkt kennen zu lernen, ist auch hier ein 4 bis 8 wöchiges Praktikum. Für den Aufbau eines zukunftsweisenden Kontaktes bedarf es immer wieder der Übernahme kleinerer Aufgaben, die in Form von Werkaufträgen oder einfache Aufsichtsdienste ausgebaut werden können. Die Mitarbeit im Kunsthandel setzt Vertrauen voraus, das man erst einmal gewinnen muss!

Für die Zeit in der Universität gilt: Grundlagenwissen aneignen. Das heisst, Fragen der Datierung, der künstlerischen Techniken, die Beschäftigung mit Ornamentik und Stilistik vertiefen. Doch all das ersetzt nicht die Arbeit mit den Originalen, die die Universitäten nicht leisten können.