Meldungen zum Kunstgeschehen

Museumsselfies

Selfies sind Porträts, die ein Fotograf von sich selbst schießt - mit der Handykamera, mit erhobenem Arm und zweifelhaft intelligentem Gesichtsausdruck. Sie tauchen vor allem in sozialen Netzwerken auf. Doch auch Museen können sie für sich nutzen.

Aus konservatorischen Gründen ist das Fotografieren in musealen Räumen meist untersagt. Wer dennoch die Handykamera benutzt, wird im schlimmsten Fall des Saals verwiesen. Der Drang, sich selbst abzulichten und das Bild per Instagram zu teilen, kann aber auch von Museen genutzt werden.

Eine wahre Flut an Selfies löste im Dezember 2013 Yayoi Kusamas Installation »Infinity Mirrored Room« in der New Yorker Galerie David Zwirner aus: Viele Besucher konnten dem Spiegelkabinett mit 75 bunten LED-Lampen nicht wiederstehen und lichteten sich in dem Quasi-Sternenhimmel ab. Dafür standen sie vier Stunden in der Warteschlange.

Einige witzige Bilder zum Thema hält die Seite museumselfies.tumblr.com bereit. Hier findet sich auch die Aufnahme einer Frau, die im Londoner Victoria and Albert Museum eine Grimasse schneidet. Sie folgt damit einem Aufruf, der auf dem vor ihr angebrachtem Spiegel steht. Er ist Teil einer Ausstellung zu mittelalterlicher Kunst und verweist darauf, dass mittelalterliche Künstler Meister darin gewesen sind, komische oder groteske Gesichter zu entwickeln. Zum Unterhaltungswert der Schau hat die Tat der Frau  sicherlich beigetragen. Und hier liegt auch der Ansatzpunkt für Ausstellungshäuser und die Kunstvermittlung. Denn der Besucher fühlt sich so nicht nur unterhalten, sondern auch einbezogen.

Zu einer kreativen Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe lädt auch die Plattform VanGoYourself ein. Die User werden hier aufgefordert Gemälde auszuwählen, nachzustellen und dann in den sozialen Medien zu posten.